Urwald der Alpen - Wildnisgebiet Dürrenstein

Film von Andi Leitner
Fr 17. Sep
13:30 Uhr
(Erstsendung: 23.09.2018)
Seit 2017 ist das Wildnisgebiet Dürrenstein in den Ybbstaler Alpen Österreichs erstes UNESCO-Weltnaturerbe. Eine Landschaft mit dem größten Urwaldrest des Alpenbogens.

Im Urwald Rothwald leben und gedeihen Fauna und Flora weitestgehend ohne menschlichen Eingriff. Der Film zeigt die Schönheit dieses Gebietes im südwestlichen Niederösterreich.

Unberührte Wälder und gefährdete Arten bleiben hier ungestört; die Natur wird in ihrer Vielfalt auch für kommende Generationen erhalten. Um die Naturlandschaft nachhaltig zu schützen, ist Wanderern der Zutritt nur im Rahmen von geführten Exkursionen beziehungsweise auf einigen wenigen freigegebenen Wegen erlaubt.

Ein neues, in Lunz am See entstehendes "Haus der Wildnis" wird aber schon bald allen Interessierten tiefe Einblicke in das Wildnisgebiet geben. Es soll den besonderen Wert der Region dokumentieren und Ausgangspunkt für bewusstes Naturerleben in Niederösterreich sein. Die Dokumentation stellt die Pläne des "Weltnaturerbe-Zentrums" und verschiedene wissenschaftliche Projekte im Wildnisgebiet vor. Bei diesen stehen oft die Folgen des Klimawandels für Flora und Fauna im Blickpunkt: So werden in einem dreijährigen Programm die geänderten Bedingungen für das Alpenschneehuhn erforscht. Sein Lebensraum - offene Flächen wie Wiesen und Matten - wird durch den stetigen Anstieg der Baumgrenze im alpinen Raum eingeschränkt. Untersucht wird auch der Lebensraum der bis zu 100 Schneckenarten im Wildnisgebiet Dürrenstein. Aufgrund ihrer jeweils lokalen Vorkommen gelten sie als starkes Indiz für Umweltveränderungen.

Bereits seit 2009 läuft ein Projekt zur Wiederansiedelung einer speziellen Eulenart: Der Habichtskauz galt infolge stark veränderter Lebensbedingungen und gezielter Verfolgung in Österreich bereits als ausgestorben. Bisher wurden 70 Tiere ins Wildnisgebiet Dürrenstein und das umgebende Natura-2000-Gebiet Ötscher-Dürrenstein gebracht und freigelassen. Die Käuze sind mit einem Sender ausgestattet - so können ihre Reviere beziehungsweise Streifgebiete erfasst und ihr langfristiges Verhalten analysiert werden.

Geforscht wird im Wildnisgebiet auch über den Borkenkäfer. Er ist in der ökonomisch orientierten Forstwirtschaft als bedeutender Schädling gefürchtet und wird deshalb mit großem Aufwand bekämpft. Im Wildnisgebiet hingegen ist er Partner und natürlicher Teil des Ökosystems. Der Käfer trägt hier unter anderem maßgeblich zur beschleunigten Umwandlung der sekundären Fichtenbestände in standorttypische Mischbestände bei. Außerdem wird auch dokumentiert, wie behutsame, zeitlich und räumlich klar definierte Management-Maßnahmen den ursprünglichen, natürlichen Bestand der Waldflächen langfristig schützen und fördern.

ORF
Dokumentation
Wissenschaft Technik Umwelt: Natur/Umwelt/Ökologie

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