Geheimnisvolle Orte: Der Spreewald

Film von Lutz Rentner und Frank Otto Sperlich
Fr 02. Okt
14:03 Uhr
(Erstsendung: 19.01.2016)
Der Spreewald ist ein Ort voller Schönheit und Geschichte. Besiedelt wurde die Region vor etwa 1500 Jahren von den Lusitzi - ein Stamm, der aus dem heutigen Gebiet Weißrusslands kam.

Sie kultivierten das morastige Land, bauten Blockhäuser, Boote, Brücken und Kanäle. Heute gehört die Region zu den Perlen landschaftlicher und kultureller Vielfalt in Deutschland. Der Film erzählt die wechselvolle Geschichte des Spreewaldes und seiner Bewohner.

Die Lusitzi sind die Vorfahren der Wenden, wie sie sich heute nennen, oder Sorben, wie sie vor allem zu DDR-Zeiten bezeichnet wurden. Sie prägen die Region mit ihren slawischen Traditionen. Die 80-jährige Marga Morgenstern lebt die Bräuche ihrer Vorfahren. In ihrer Biografie bündelt sich die Zeitgeschichte der Region: Ihre Großmutter war eine der "Spreewald-Ammen", die im Berlin der Kaiserzeit die Kinder der Reichen stillten und versorgten.

Der Film erzählt auch über die Zeit des Nationalsozialismus im Spreewald: Die wendische Sprache kommt auf den Index, die Namen der Dörfer werden eingedeutscht. Marga Morgenstern erlebt auch, wie die Einheimischen vor der Front in die Tiefen des Spreewaldes fliehen, so wie in allen Kriegen zuvor. Trotz sozialistischer Großindustrie im unmittelbaren Umfeld konnte sich die Region ihre ganz eigene Identität bewahren.

ARD/RBB
Dokumentation
Kultur: Zeitgeschichte allgemein

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