Geheimnisvolle Orte: Clärchens Ballhaus

Film von Maria Wischnewski
Fr 02. Okt
14:48 Uhr
(Erstsendung: 21.11.2017)
Heinrich Zille, Alfred Döblin und Otto Dix sollen hier verkehrt haben. Prominenz mischt sich auch heute unter die Schwoofenden. Doch nur wenige kennen die Geschichte von Clärchens Ballhaus.

Der Film blickt hinter die Kulissen des Hauses, in dem mehr als 100 Jahre Berliner Geschichte schlummern, lässt prominente Alt- und Wahlberliner zu Wort kommen - darunter Katharina Thalbach, Wim Wenders und Max Raabe - und porträtiert die Gründerin, Clara Bühler.

Erstmalig kommt ihr Enkel Hans-Jürgen Meyer zu Wort und wartet mit Filmmaterial und Hintergrundgeschichten vom Ballhaus und seiner Chefin "Clärchen" auf.

Der Regisseur Andreas Kleinert, der seinen ersten Film "Edith bei Clärchen" Mitte der 1980er-Jahre über das Ballhaus drehte, erzählt von den Zeiten, als "Clärchens Ballhaus" noch nicht hip war, sondern eine Art Gegenwelt in Ostberlin darstellte.

Für Katharina Thalbach war das Ballhaus in der Auguststraße schon als Kind ein geheimnisvoller Ort. Früh entdeckte sie für sich den Spiegelsaal, der über Jahrzehnte verschlossen und vergessen war und erst wieder unter den jetzigen Betreibern Christian Schulz und David Regehr entdeckt und geöffnet wurde.

Der Film erzählt nicht nur die bewegende Geschichte des Hauses, sondern zeichnet zugleich auch das Porträt einer starken Frau, die sich mutig und kraftvoll den Schicksalsschlägen der Geschichte entgegenstellte und ihr Ballhaus über ein halbes Jahrhundert durch stürmische, elende, aber auch heitere Zeiten manövrierte.

Heute ist die einst arme und proletarische Gegend um das Ballhaus herum ein angesagtes und teures Viertel. Clärchens Ballhaus liegt wie in einer Zeitkapsel in einer Stadt, die sich ständig verändert, und zeugt noch von einem Berlin, das längst verschwunden ist. Getanzt und nach dem Glück gesucht wird hier - unbeirrt von den Veränderungen draußen - aber noch immer.

ARD/RBB
Dokumentation
Kultur: Zeitgeschichte allgemein

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