Kulturzeit

Themen: "POP/NATION/DEUTSCHLAND" u.a.

Das 3sat-Kulturmagazin von ZDF, ORF, SRF und ARD
Di 29. Sep
09:09 Uhr
Moderation: Cécile Schortmann
(Erstsendung: 28.09.2020)
Popmusik als Spiegel einer Gesellschaft: 30 Jahre nach der Wiedervereinigung sprechen Musiker der "Kulturzeit"-Reihe "POP/NATION/DEUTSCHLAND" über ihr Verhältnis zu Deutschland.

Acht Musiker unterschiedlichster Genres, aus verschiedenen Generationen und Regionen sprechen und singen zur Lage der Nation. Darüber, wie sie zu ihrem Land stehen und welche Rolle sie für sich und ihre Texte sehen.

Das Verhältnis der Deutschen zu ihrem Land und zu ihrer Sprache hat sich seit der Wiedervereinigung massiv gewandelt. Das lässt sich auf spannende Weise auch an der Musik ablesen: 1990 waren nur 18 der 100 erfolgreichsten Alben des Jahres deutschsprachig. Im Jahr 2017 waren es 68. Deutsch zu singen, das ist heute Standard. Aber ist es selbstverständlich?

Vom Kölschrocker Wolfgang Niedecken bis zum Hamburger Rapper Samy Deluxe, vom Düsseldorfer Punk Sammy Amara (Broilers) bis zur Leipziger Liedermacherin Sarah Lesch, von Elif, nach der Wiedervereinigung in Berlin geboren, bis zu Mal Élevé, der schon mit Irie Révoltés halb deutsch, halb französisch sang, von Frank Spilker, dem Frontmann der Hamburger-Schule-Band "Die Sterne" bis zum Berliner Hip-Hop-Duo "Zugezogen Maskulin" – alle bringen ihre eigene Geschichte mit, eine Geschichte, die auch immer die der Auseinandersetzung mit der eigenen Sprache, der eigenen Herkunft, dem eigenen Land ist. Das ist oft genug ein durchgebrochenes Verhältnis: "Wenn Tausende Menschen unseren Song 'Ich scheiß auf deutsche Texte' mitsingen, dann finde ich das erstmal gut. Weil viel zu oft das Gegenteil gegrölt wird – 'Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein'", sagt Frank Spilker (Die Sterne).

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