KI - Die letzte Erfindung

Doku-Drama, Deutschland 2020/2021
Sa 06. Nov
20:15 Uhr
Drehbuch: Tamar Baumgarten, Florian Hanig, Christian Twente
Regie: Christian Twente
Länge: 89 Minuten
Erstausstrahlung
Stellen wir uns eine Zukunft vor, in der wir künstliche Gehirne bauen, die unsere Fähigkeiten erweitern und uns befähigen wie nie zuvor. Eine Superintelligenz, die klüger ist als wir.

Eine Intelligenz, die sich ohne unser Zutun weiter entwickelt. Noch ist die Forschung jung. Doch Wissenschaftler schlagen Alarm: Eine Maschine, die sich selbst versorgt und die selbstständig lernen kann, braucht keinen Menschen mehr.

"KI – Die letzte Erfindung" lotet die Chancen und Risiken der künstlichen Intelligenz aus. Was wäre, wenn wir Maschinen bauten, die schnellere und gerechtere Entscheidungen treffen als wir? Könnte eine solche Maschine die Welt besser machen – oder wäre sie unser Untergang? Oder wäre sie gerade unser Untergang, weil sie die Welt besser machen würde? Eine künstliche Superintelligenz würde unsere Gesellschaft revolutionieren wie keine andere Technologie zuvor. Doch welche Rolle spielt der Mensch dann noch? Es ist höchste Zeit, ein Thema zu diskutieren, das zu Unrecht häufig als Science-Fiction abgetan wird: die mögliche Herrschaft von Maschinen über Menschen.

In den kommenden Jahren steht der Welt eine vollständige Umstrukturierung bevor. Motor dieser industriellen Revolution ist die künstliche Intelligenz, kurz: KI. Forscher gehen davon aus, dass die fortschreitende Entwicklung der KI zu einer Automatisierung der Arbeit führen wird, die 60 Prozent der bisherigen Jobs obsolet macht. Anwälte, Steuerberater und Fabrikarbeiter werden vermutlich nicht mehr gebraucht – aber neue Berufsbilder werden entstehen, die vollkommen auf eine digitalisierte, automatisierte Arbeitswelt abgestimmt sind.

Menschen könnten mit künstlicher Intelligenz besser leben als je zuvor. Denn die KI könnte Probleme lösen, an denen Menschen bislang gescheitert sind: Klimawandel, Armut, Krankheitsbekämpfung. Diese Technologie wird in unser Leben vordringen, und je mehr sie das tut, desto grundlegender werden sich unser Leben, unsere Gesellschaft und die gesamte Weltordnung verändern. Deshalb muss die KI auf jeden Fall unter Kontrolle gehalten werden. Doch wie beherrschen wir eine Maschine, die intelligenter ist als wir?

"KI – Die letzte Erfindung" erzählt die Geschichte von Tom, der mit seiner Frau Mari in einer nahen Zukunft in einer Großstadt mitten in Europa lebt. Tom liebt seine Frau, seine Arbeit als Anwalt und sein Leben in einer vernetzten, digitalisierten Welt. Als er seinen Job in der Kanzlei an eine KI verliert, die effizienter, schneller und kostengünstiger arbeitet, bricht für ihn eine Welt zusammen.

Tom geht auf Spurensuche: Wie ist die KI entstanden, die ihm den Job weggenommen hat? Zu seiner Überraschung hat er seine Arbeitslosigkeit einer alten Kommilitonin zu verdanken: Seine Studienfreundin Vida hat sich auf KI-Entwicklung spezialisiert und auch die Maschine entwickelt, die Tom den Job gekostet hat. Wie hat die so zurückhaltende und unscheinbare Jurastudentin sich in eine knallharte KI-Entwicklerin verwandelt?

Tom ist von Vida fasziniert – und er erfährt bald ihr Geheimnis: Sie hat sich mit einem Chip im Gehirn optimiert, der ihr Gehirn mit einer KI verbindet. Der Chip steigert ihre kognitiven Fähigkeiten bis zu einem IQ von über 200. Sie könnte, wenn sie wollte, in wenigen Tagen Chinesisch lernen. Für Tom steht fest: Diesen Chip will er auch! Schließlich will er wieder konkurrenzfähig werden, er möchte Mari etwas bieten und endlich wieder das Gefühl haben, etwas wert zu sein. Mari hat wahnsinnige Angst um ihren Mann – aber sie unterstützt ihn bei der großen Operation, die sein Leben – und ihre Beziehung - für immer verändern wird.

Toms Leben steht Kopf – aber langsam gewöhnt er sich an seine neuen Fähigkeiten mit dem Chip im Gehirn. Zusammen mit Vida entwickelt er eine KI, die Krankheiten heilen soll – und so erfährt er, woran Vida wirklich arbeitet: Gemeinsam mit ihrem Chef, Professor Reinhard, möchte Vida eine Maschine bauen, die nicht nur eine Aufgabe effizienter lösen kann als Menschen, sondern auch in der Lage ist, gelerntes Wissen auf neue, unbekannte Probleme zu übertragen. Vida ist überzeugt, dass eine solche allgemeine künstliche Intelligenz für eine gerechte, gewaltfreie Welt sorgen kann. Doch diese KI könnte auch enorme Macht erlangen – und wie sie sich verhält, wenn sie einmal freigesetzt ist, kann niemand vorhersagen. Als Vida in eine persönliche Notlage gerät, muss sie sich entscheiden. Setzt sie die KI frei, um ihr Problem zu lösen? Oder folgt sie den eindringlichen Warnungen ihres Chefs, Professor Reinhard, der so ein Vorgehen für unverantwortlich hält?

Die fiktionale Geschichte beruht auf heutigen Analysen und Forschungsergebnissen. Sie wird verflochten mit einer dokumentarischen Ebene, in der weltweit führende Forscher das Geschehen kommentieren. Sie ordnen ein, wie viel Macht künstliche Intelligenz erlangen könnte. Der Film soll eine Debatte anstoßen, die dringend geführt werden muss. Denn heute werden die Weichen dafür gestellt, wie einflussreich künstliche Intelligenzen werden. Noch gibt es kaum Regularien im Umgang mit einer Technologie, deren Gefahren Forscher erst zu ahnen beginnen. So will das Doku-Drama "KI - Die letzte Erfindung" innerhalb einer unterhaltsamen Erzählung über die Zukunft eine Geschichte erzählen, die für unsere Gegenwart relevant ist.

Darsteller:
Vida Lisa Bitter
Tom Müller Daniel Donskoy
Mari Müller Halima Ilter
Prof. Mark Reinhardt Thomas Heinze
Cassius von Wittgenstein Hans Brückner
Dr. Chen Johannes Ahn
Pharmamanager Marcus Calvin
Rachel Hannah Ehrlichmann
Jana Kreissler Agnes Mann
Herr Bartels, Politiker Stefan Mehren
Cao Jun Yung Ngo
ZDF/3sat
Fernsehfilm

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