Ostwärts - eine Reise rund um Sotschi

Ostalgie an der Russischen Riviera

Film von Julia Finkernagel
Di 08. Dez
16:30 Uhr
(Erstsendung: 19.11.2016)
Julia Finkernagel zieht mit ihrem Kameramann Michael los nach Sotschi. Das Ziel ist nostalgisch: Ein Urlaub in Sotschi war früher für viele Ostdeutsche das Höchste der Gefühle.

Deshalb möchte Julia es dringend als Reiseziel unter die Lupe nehmen. Ein paar Probleme gibt es allerdings: Julia kann kein Russisch, kennt sich nicht aus und hat kein Auto. Die Lösung heißt Mischa Plotnikov. Geboren in Sotschi, kennt er den Kaukasus aus dem Effeff.

Mischa fährt einen alten Lada Baujahr 1980. So wird es nicht nur für Julia, sondern auch für ihn eine ereignisreiche Reise voller Höhen und Tiefen, über 3000 Höhenmeter vom Meeresspiegel bis ins Hochgebirge.

Die ersten Ausflüge zum Dendrarium und zum Markt unternehmen Julia und Mischa mit der Marschrutka, einem Sammelbus. Heute mit Bordverpflegung: Eine fröhliche Russin besteht darauf, dass Julia ihre frischen Fehoa-Früchte probiert. Dann steigt Julia auf die Elektrischka um, also mit dem Zug nach Golovinka. Auf einer Tanzveranstaltung von Kischmay-Tscherkessen bekommt Julia einen ersten Vorgeschmack auf die vielfältigen Volksgruppen in Russland.

Groß-Sotschi streckt sich über 150 Kilometer die Küste entlang – da bekommt der Begriff "Stadtrundfahrt" eine ganz neue Bedeutung. Am Weißen Felsen bei Chosta schlagen sich Julia und Mischa durch den subtropischen Urwald zu einem rauschenden Fluss tief unten im Canyon. Wieder oben entdeckt Julia ein Seil über der 200 Meter tiefen Schlucht. Zwei Männer haben es über eine Winde an einem Auto befestigt, und nur wer Vertrauen in diese abenteuerliche Konstruktion hat, kann damit über den Canyon schweben.

In Macesta entspringt der Grund, warum Sotschi als Kurort zu Weltruhm gelangt ist: stinkende Schwefelquellen, jedoch gut auszuhalten als milchiges Wadenbad.

Der Lada tuckert voll bepackt Richtung Norden. In den Bergen bei Solochaul pflanzte vor langer Zeit ein Visionär illegal importierte Teekrümel an. Es ist bis heute die nördlichste Teeplantage der Welt. Mischa bringt Julia zu einem rätselhaften Platz im Wald. Dort steht ein Dolmen – ein jahrtausendealter, aus einem einzigen Felsen geformter Würfel. Hier wurden geheimnisvolle Rituale abgehalten und die Sonnenwende gefeiert. Und es heißt, wer sich in die Felshöhle wagt und wieder herauskrabbelt, fühle sich wie neu geboren. Julia braucht viel Kraft für ihre Weiterreise, da kann das nicht schaden.

ARD/MDR
Dokumentation
Gesellschaft: Reisen/Urlaub/Touristik

Erweiterte Bildfunktionen im ZDF Programmdienst