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Ein Putzjob für eine siebenköpfige Familie: Kevin Appelhoff aus Bremen muss trotz Arbeit aufstocken. © ZDF und Christian Bock

Vergessen im Westen

Dokumentation über die neuen Armen in Westdeutschland

Mittwoch, 24. Mai 2017, 20.15 Uhr

Erstausstrahlung

Von den 50 am stärksten verschuldeten Gemeinden mit mehr als 50 000 Einwohnern liegen 49 in den alten Bundesländern. Der Solidarpakt ließ sie in den letzten 20 Jahren verarmen. Oberhausen musste in diesem Zeitraum insgesamt 300 Millionen Euro aufbringen. Dabei ist die Stadt völlig verschuldet; Stadtkämmerer Apostolos Tsalastras musste dafür eigens Kredite aufnehmen: "Die besten Angebote kamen von Sparkassen aus dem Osten. Die wussten nicht, wohin mit ihrem Geld." Die Dokumentation "Vergessen im Westen" von Christian Bock zeigt die Armut in westdeutschen Kommunen und begleitet Alleinerziehende, Großfamilien, Rentner und jugendliche Migranten durch ihren Alltag. Denn diese Gruppen sind es, die das größte Armutsrisiko tragen.

Vergleicht man Bevölkerung und Armutsquoten, sind die Unterschiede von Ost und West nicht mehr groß – nur hat etwa Nordrhein-Westfalen mehr Einwohner als die neuen Bundesländer zusammen. Die Gründe der Armut gleichen sich an, die Biografien orientieren sich immer weniger an der Himmelsrichtung. Das höchste Armutsrisiko mit 44 Prozent haben Alleinerziehende. Aber auch Großfamilien wie die Appelhoffs aus Bremen kämpfen täglich um ihre Existenz: Vater Kevin arbeitet selbstständig als Putzkraft, um die siebenköpfige Familie zu ernähren, doch der Lohn reicht nicht. Kevin Appelhoff muss aufstocken, 500 Euro bekommt er vom Jobcenter dazu. Selbstständig, arm, und im Westen: Kevin Appelhoffs Schicksal ist das eines ganz durchschnittlichen Armen.

Im Anschluss, um 21.00 Uhr, folgt "Reiches Bayern, arme Alte". Denn obwohl Bayern das Muster-Bundesland ist, ist trotzdem jeder fünfte ab 65 von Altersarmut bedroht - der Höchstwert für Deutschland. Wer ist betroffen? Wie geht die Gesellschaft damit um?

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Mainz, 5. Mai 2017

 

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