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Emil Nolde auf Alsen an der Bucht beim Malen. © ZDF/NDR/dmfilm & TV Produktion

Emil Nolde – Maler und Mythos

Dokumentation anlässlich seines 150. Geburtstags

Sonntag, 6. August 2017, 10.15 Uhr

Dokumentation von Wilfried Hauke

Erstausstrahlung

Emil Noldes Bilder begeistern noch heute: Prächtige Werke, ein großer Künstler, und doch ein Mensch mit Widersprüchen. Am 7. August 2017 wäre der bekannte und beliebte norddeutsche Maler 150 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass zeigt 3sat am Sonntag, 6. August 2017, 10.15 Uhr, die Dokumentation "Emil Nolde Maler und Mythos", in der Filmautor Wilfried Hauke einen neuen Blick auf den Expressionisten wirft. Sie zeichnet einen durch und durch widersprüchlichen Menschen, der keineswegs nur das "Opfer" der NS-Zeit war, als den ihn die junge Bundesrepublik gern sehen wollte.

Gleich nach dem Zweiten Weltkrieg war die Sehnsucht der Nachkriegsgesellschaft nach "sauberen" Bildern groß, und auch Siegfried Lenz, "Deutschstunde" haben einen Nolde-Mythos entstehen lassen, der wenig mit den Abgründen des Malers zu tun hat. Briefe und Dokumente zeigen aber Noldes Nähe zum Nationalsozialismus und seinen Antisemitismus.

Die Dokumentation ist keine Nacherzählung einer Biografie, sondern zunächst einmal ein Besuch in "Noldes Land". Wilfried Hauke spricht mit Zeitzeugen, die sich noch an ihre Kindheit erinnern, in der unter einem Reetdach in der Nachbarschaft ein alter, verschwiegener Maler lebte: Mit der Grundschullehrerin, die aus Begeisterung für Noldes Bilder aus Berlin nach Seebüll gezogen ist und den Kindern die großartige Farbenwelt dieses Werks nahebringen will. Mit dem Landschaftsmaler, der sich bis heute von Nolde inspirieren lässt, und mit dem Gärtner, der Noldes berühmte Blumenwelt hegt und pflegt. Sie alle stehen dafür, dass Nolde bis heute seine Anziehungskraft nicht verloren hat.

Außerdem spürt die Dokumentation den Widersprüchen und vor allem Selbststilisierungen dieses Künstlers nach, der eben alles andere war als nur der naturverliebte, unpolitische, von Meer und Weite schwärmende Naturmaler. Durch Recherchen von Kunsthistorikern und Biografen, zum Teil aktiv - und selbstkritisch - initiiert von der Nolde-Stiftung in Seebüll, hat das Lebensbild viele dunkle Stellen bekommen. In Briefen und Dokumenten werden Noldes Nähe zum Nationalsozialismus und sein Antisemitismus überdeutlich. So schrieb er an Goebbels, er habe "von Beginn der Nationalsozialistischen Bewegung an als fast einzigster deutscher Künstler im offenen Kampf gegen die Überfremdung der deutschen Kunst, gegen das unsaubere Kunsthändlertum und gegen die Machenschaften der Liebermann- und Cassirerzeit gekämpft."

Bekenntnisse wie diese gibt es viele - Nolde bekam trotzdem Malverbot, weil Hitler seinen Kunstgeschmack gegen den von Goebbels durchsetzte, nicht aber, weil er irgendeine Art von Oppositionsfigur gewesen wäre.

Service

Bilder zur Sendung finden Sie hier.

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Pressestelle
Ihre Ansprechpartnerin:
Jessica Zobel
(06131 - 701 5952)
zobel.j@3sat.de
Mainz, 19. Juli 2017

 

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