Romani Rose beim Gespräch über den Genozid an den Sinti und Roma im Dritten Reich in der Gedenkstätte Auschwitz Birkenau (Szene aus "Unrecht und Widerstand - Romani Rose und die Bürgerrechtsbewegung") / Copyright: ZDF/Rainer Komers

Die 3satDokumentarfilmzeit im November

Die 3satDokumentarfilmzeit im November mit den Filmen "Unrecht und Widerstand - Romani Rose und die Bürgerrechtsbewegung", "Für die Vielen – Die Arbeiterkammer Wien" und "Walchensee Forever".

3satDokumentarfilmzeit
ab
Mo 06. Nov
22:25 Uhr

Duisburger Filmwoche

Montag, 6. November 2023, 22.25 Uhr

"Unrecht und Widerstand - Romani Rose und die Bürgerrechtsbewegung"

Dokumentarfilm (113 Min) · Deutschland 2022 · ZDF/3sat

Regie: Peter Nestler

Über acht Jahrzehnte haben deutsche Sinti und Roma Unrecht erfahren. Der Dokumentarfilm erzählt von der Familie von Romani Rose, ihrem Widerstand und ihrem Beharren auf Gerechtigkeit. Es ist die leidvolle Geschichte einer Minderheit zwischen Trauma und Selbstbehauptung, die die gesamte Nachkriegszeit hindurch bis in die Gegenwart hinein Gewalt und behördliche Schikanen erlitt und nur dank der Bürgerrechtsbewegung Anerkennung erfuhr. Im Zentrum stehen Romani Rose, seine Familie, Mitstreiterinnen und Mitstreiter. 13 nahe Verwandte der Roses wurden in den Lagern der Nazis umgebracht. Romani Roses Vater Oskar war damals untergetaucht und wurde von der Gestapo gesucht. Von seinem mutigen Handeln berichtet der Film ebenso, wie von seinem vergeblichen Versuch, im April 1943 beim Münchner Kardinal Michael von Faulhaber um Schutz für die Verfolgten zu bitten, sowie von der riskanten Befreiung seines Bruders aus dem KZ Neckarelz. Für Roma und Sinti, die den Völkermord überlebt hatten, waren Ausgrenzung, Armut und behördliche Schikanen Alltag. Der Porajmos, der Genozid an der Minderheit, wurde erst 1982 offiziell anerkannt. Peter Nestler beschreibt den langen Weg aus der Rechtlosigkeit und Diskriminierung in die Bürgerrechtsbewegung. Deren unermüdliches Engagement zeugt von Zivilcourage und Bürgersinn, vom entschiedenen Eintreten für das Miteinander diverser Kulturen und von zukunftsweisendem Demokratieverständnis.

Peter Nestler, Jahrgang 1937, zählt seit den 1960er-Jahren zu den bekanntesten deutschen Dokumentarfilmregisseuren.‎ Er lebt seit den 1970er-Jahren in Schweden, hat aber weiter für deutsche Sender und das schwedische Fernsehen Dokumentarfilme realisiert. Zuletzt hat er für das Museum Ludwig den Film "Picasso in Vallauris" (2021) gedreht, zuvor für ZDF/3sat die Filme "Flucht" (2000), "Die Verwandlung des guten Nachbarn" (2001) und "Fremde Kinder: Mit der Musik groß werden" (2003).

"Unrecht und Widerstand - Romani Rose und die Bürgerrechtsbewegung" wurde 2022 auf der "Duisburger Filmwoche" mit dem 3sat-Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet und erhielt 2023 den Grimme-Preis in der Kategorie "Information und Kultur".

Der Film ist vom 7.10.2023, 10.00 Uhr, bis 4.2.2024, 23.59 Uhr,  in der 3satMeditahek zu sehen.

 

Duisburger Filmwoche

Montag, 13. November 2023, 22.25 Uhr

"Für die Vielen – Die Arbeiterkammer Wien"

Dokumentarfilm (120 Min) · Österreich 2021 · ORF

Regie: Constantin Wulff

Deutsche Erstausstrahlung

Globalisierung und Digitalisierung sind meist der Grund, warum sich in der Welt der Arbeit vieles zuspitzt. Der Dokumentarfilm von Constantin Wulff porträtiert die Wiener Arbeiterkammer und folgt zahlreichen Menschen, die mit ihrem Dienstgeber in Schwierigkeiten gerieten. Sie versuchen nun, durch die Mithilfe der Arbeiterkammer zu ihrem Recht zu kommen. Im Direct-Cinema-Stil porträtiert der Film eine einzigartige österreichische Institution in einem Schlüsselmoment: Die Arbeiterkammer (AK) wird während der Vorbereitungen für ihr 100-Jahr-Jubiläum begleitet und erweist sich als umsichtige Anlaufstelle für die vielen Menschen, die um ihre Rechte kämpfen. Es ist das Porträt einer Institution zwischen reicher Vergangenheit und ungewisser Zukunft – sowie des gesellschaftlichen Ausnahmezustands der Gegenwart an sich.

"Für die Vielen – Die Arbeiterkammer Wien" lief im Wettbewerb der Duisburger Filmwoche 2022.

Der Film ist ab Ausstrahlung für 3 Monate in der 3satMeditahek zu sehen.

 

Montag, 20. November 2023, 22.25 Uhr

"Walchensee Forever"

Dokumentarfilm (109 Min) · Deutschland 2020

Regie: Janna Ji Wonders und Nico Woche

Der bayerische Walchensee, ein Ausflugscafé, drei Frauen: Zwei junge Schwestern aus dem winzigen oberbayerischen Ort brechen 1968 auf in die weite Welt, um sich selbst zu finden. Es gibt Orte, die uns auf schicksalshafte Weise binden und an die wir ein Leben lang immer wieder zurückkehren. 
Filmemacherin Janna Ji Wonders erzählt aus der Perspektive der Tochter und Enkelin vor der Kulisse des Walchensees eine Fünf-Generationen-Geschichte.

Im Zentrum der Geschichte stehen vor allem drei Frauen: Großmutter Norma, die ihr Leben lang ein Ausflugscafé am Walchensee betrieben hat und erst mit 106 Jahren gestorben ist, Jannas Mutter und deren Schwester, die 1968 als Künstlerinnen aufbrechen in die weite Welt, um sich selbst zu finden. Nur eine der beiden kehrt wieder zurück in die Heimat und zu ihrer Mutter. Die andere stirbt auf mysteriöse Weise bei einem Autounfall. 

Mit einmaligem Archivmaterial aus den letzten fast 100 Jahren erzählt diese Familiensaga, die an ihren äußeren Enden von ihrer Urgroßmutter bis hin zu ihrer eigenen Tochter heute reicht, von Heimat und Zusammengehörigkeit.

 

Fotos zu den Filmen der 3satDokumentarfilmzeit finden Sie hier. 

Hauptabteilung Kommunikation
Programmkommunikation

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@zdf.de
Mainz, 23. Oktober 2023