Abschied im Kinderhospiz. Copyright: ZDF/Jana von Rautenberg

Sterben, Tod und Trauer: 3sat zeigt zweiteilige Doku "Tabu Tod"

Von Daniela Agostini und Jana von Rautenberg

Was passiert beim Sterben? Wie steht es um die Kultur der Sterbebegleitung? Wie hat sich der Umgang mit dem Tod gewandelt? Die zweiteilige Dokumentation "Tabu Tod" von Daniela Agostini und Jana von Rautenbergdie blickt am Mittwoch, 27. März 2024, ab 20.15 Uhr auf den gesellschaftlichen Umgang mit Sterben, Tod und Trauer und setzt sich mit den aktuellen Debatten um die Sterbekultur in Deutschland, Österreich und in der Schweiz auseinander.

Dokumentation
ab
Mi 27. Mär
20:15 Uhr
Erstausstrahlung

Mittwoch, 27. März 2024, 20.15 Uhr

"Tabu Tod: Sterben heute"

Film von Daniela Agostini und Jana von Rautenberg

Erstausstrahlung

Chefarzt Sven Gottschling und sein Team vom altersübergreifenden Palliativzentrum im Klinikum Homburg versorgen todkranke Menschen in den letzten Tagen und Wochen ihres Lebens. Gottschling hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihnen mehr Lebensqualität am Ende des Lebens zu geben – bis zuletzt.

Maximilian Schulz möchte seinen Todeszeitpunkt selbst bestimmen. Der schwer behinderte Student beteiligt sich an der Debatte im Bundestag und fordert, dass der "assistierte Suizid", also die Beihilfe zur Selbsttötung, in Deutschland gesetzlich geregelt wird.

Anni genießt im "Sonnenhof" ihre begrenzte Lebenszeit. Ihre Eltern bringen die 19-jährige, stark körperlich behinderte Tochter für eine "Entlastungszeit" in das Berliner Kinder- und Jugendhospiz der "Björn Schulz Stiftung". Anders als in einem Hospiz für Erwachsene kommen die Kinder und Jugendlichen nicht nur in ihrer letzten Lebensphase dorthin, sondern um sich zu erholen und um zu lernen, mit ihren Einschränkungen umzugehen. 19 Kinderhospize gibt es in Deutschland.

Die Palliativ-Krankenschwester Andrea Gerstner bietet eintägige "Letzte-Hilfe-Kurse" an. Darin geht es um das Thema Sterbebegleitung: Welche Hilfe brauchen schwer kranke Menschen und ihre Angehörigen, wie werden Sterbende sinnvoll begleitet, und wie kann man am besten vorsorgen?

 

Mittwoch, 27. März 2024, 21.00 Uhr

"Tabu Tod: Abschied und Trauer"

Film von Daniela Agostini und Jana von Rautenberg

Erstausstrahlung

Bestatter wie Eric Wrede und Luis Bauer möchten den Tod aus der Tabuzone holen. Sie nehmen sich Zeit für die Angehörigen, erklären frisch und respektvoll Fragen zum Tod, bauen damit Ängste ab und informieren über Rechte und Möglichkeiten im Bestattungsdschungel.

Der Berliner Eric Wrede ist Bestatter, unkonventionell und mit viel Engagement. Einer von 5500 Bestattern in Deutschland. Er bietet lebensnahe Bestattungen an. Angehörige können beim Waschen und Einkleiden des Verstorbenen dabei sein. In seinem Podcast "The End" spricht der Quereinsteiger über den Tod und die Trauer um geliebte Menschen und informiert gleichzeitig über Rechte für Angehörige, die oft unbekannt sind. Zum Beispiel, dass es in Bayern und Bremen keine Frist gibt, innerhalb der ein verstorbener Mensch vom Sterbeort abgeholt werden muss.

Luis Bauer ist einer der jüngsten Bestatter Deutschlands und als TikTok-Star sicherlich der bekannteste. Mit seinen Videos über Tod, Trauer und seinen Arbeitsalltag erreicht der 18-Jährige Millionen von Menschen - vor allem junge - im Netz.

Soziologe Thorsten Benkel von der Universität Passau setzt sich seit vielen Jahren wissenschaftlich mit dem Sterben, dem Tod und der Trauer auseinander. Die digitale Trauerkultur ist eines seiner Forschungsprojekte. QR-Codes auf Grabsteinen, Kondolenzbücher im Web und Internetfriedhöfe sind längst keine Seltenheit mehr und zeigen deutlich, dass sich auch die Bestattungskultur immer individueller gestaltet. Benkel hat in den vergangenen Jahren Hunderte von Friedhöfen besucht und eine einzigartige Sammlung von Fotos von Grabstätten zusammengetragen.

Die österreichische Hauptstadt Wien ist bekannt für ihren makabren Humor, den "Wiener Schmäh". Das zeigt sich besonders beim Thema Tod. Im Bestattungsmuseum auf dem Wiener Zentralfriedhof hat Florian Keusch einen Onlineshop aufgebaut, in dem zum Beispiel Turntaschen mit der Aufschrift "Ich turne bis zur Urne" oder T-Shirts mit "Ich lese, bis ich verwese" verkauft werden.

 

Fotos zur zweiteiligen Doku finden Sie hier.

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Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@zdf.de
Mainz, 07. Februar 2024
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