3satDokumentarfilmzeit

Ab 18! - Die Selbstverständlichkeit des Seins

Mo 18. Mär
22:55 Uhr
Musik: Cassis B Staudt
Kamera: Frank Schwaiger, Ira Tondowski, Birgit Möller
Buch: Ira Tondowski
Regie: Ira Tondowski
Länge: 40 Minuten
Erstausstrahlung
Als bei Leonards Geburt Glasknochen festgestellt wurden, gab man ihm eine Lebenserwartung von einem Jahr. Heute ist er Mitte 20, Drehbuchautor, Regisseur und Schauspieler.

Leonard ist kleinwüchsig, läuft im Rollstuhl, und sein Körper ist anders. Aber er lebt selbstständig und hat eine starke Ausstrahlung und Ziele, die manchmal über seine körperlichen Möglichkeiten hinauszugehen scheinen und die trotzdem erreichbar sind.

Regisseurin Ira Tondowski zeigt Leonards Energie, Ausstrahlung und Kommunikationstalent in alltäglichen, beruflichen und privaten Situationen und stellt diesen Beobachtungen stilisierte, nachdenkliche Szenen gegenüber, in denen sich Leonard zu Aufnahmen aus seinem Familienarchiv an Momente seiner Kindheit erinnert und über sein Körpergefühl spricht.

Director's Statement:
"In unserer Zusammenarbeit an diesem Film habe ich nicht nur Leonards spezifische Perspektive auf unsere Welt erleben dürfen, sondern auch die Vielfalt, der wir uns als normative Gesellschaft verschließen, wenn wir Menschen mit Behinderung nicht teilhaben lassen.

Als eine Regisseurin Leonard als Hauptdarsteller in ihrem Kurzfilm besetzen will, heißt es von der Filmausfallversicherung der Produktion: 'Eine Person mit Glasknochen versichern wir nicht.' Auch die sich selbst als so progressiv empfindende Filmbranche ist zutiefst ableistisch. Ein Ableismus, der viel mit Unwissen zu tun hat, mit Schubladendenken. In Film und Medien sind Menschen mit Behinderung nach wie vor massiv unterrepräsentiert. Leonard lebt ein Leben gegen diese Unsichtbarkeit. Dieser Film will den Reichtum, die Schönheit und Sinnlichkeit, die Weisheit, gesellschaftliche Relevanz, kurz, die Selbstverständlichkeit dieses Lebens mit möglichst vielen Menschen teilen."

Ira Tondowski arbeitet seit 20 Jahren als Autorin und Regisseurin, als Produzentin teils preisgekrönter Filme sowie als Dozentin an der Internationalen Filmschule Köln (ifs). Zuletzt realisierte sie für die Reihe "Ab 18!" den Dokumentarfilm "Ich will Gerechtigkeit!" (zusammen mit Nuray Şahin, 2019). Ins Jahr 2024 startete sie mit den Vorbereitungen ihres Spielfilmdebüts.

3sat zeigt "Die Selbstverständlichkeit des Seins" von Ira Tondowski im Rahmen der Reihe "Ab 18!", in der Regisseurinnen und Regisseure mit außergewöhnlichen filmischen Handschriften Geschichten vom Erwachsenwerden erzählen.

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