
Agentenkinder – Wenn die Eltern spionieren
Zweiteilige Dokumentation von Nina Rothermundt
Spione führen ein Doppelleben. Ihre Kinder auch, doch ohne es zu wissen. Sie wachsen in Familien auf, in denen geschwiegen, getäuscht und verdrängt wird. Nach außen ist alles normal: Schule, Ferien, Abendbrot. Doch hinter der Fassade arbeiten die Eltern für einen Geheimdienst. Die zweiteilige Dokumentation von Nina Rothermundt "Agentenkinder – Wenn die Eltern spionieren" erzählt vom Kalten Krieg als Familiengeschichte. Im Mittelpunkt stehen die Kinder der Agenten. Was macht es mit einem Menschen, wenn der eigene Vater oder die eigene Mutter plötzlich als Spion enttarnt wird? Wenn aus den Eltern Verräterinnen, Verräter oder Staatsfeinde werden? Und wenn die politische Entscheidung der Erwachsenen am Ende ein ganzes Familienleben zerstört?
Im Mittelpunkt der beiden Folgen stehen sechs Menschen, deren Leben durch die Spionage ihrer Eltern geprägt wurde. Ihre Geschichten führen mitten hinein in die deutsch-deutsche Geheimdienstwelt, sie erzählen von Loyalität und Enttäuschung, von Schweigen, Schuld und der lebenslangen Suche nach Antworten.
20:15 Uhr
Folgenübersicht:
- 20.15 Uhr: Verrat für den Westen (1/2)
Die erste Folge befasst sich mit Familien in der DDR, in denen Eltern für westliche Geheimdienste arbeiteten.
Jürgen Tatzkow ist 15 Jahre alt, als seine Eltern verhaftet werden. Vater und Mutter werden wegen Spionage für den Westen zu hohen Haftstrafen verurteilt. Für Jürgen und seinen Bruder bricht die Familie auseinander. Halt gibt ihnen schließlich die DDR, der Staat, der ihre Eltern als Feinde verurteilt.
Rainer Brauns ist erst 20 Jahre alt, als er erlebt, wie der Staat mit voller Härte gegen seine Eltern vorgeht. Margarete und Erich Brauns liefern dem Westen Informationen aus der DDR-Wirtschaft. Als sie auffliegen, folgen Prozess, Haft und für Rainer ein Leben, das eine ganz andere Richtung nimmt, als er es sich einmal vorgestellt hat.
Eine andere Geschichte beginnt mit einer spektakulären Flucht: Werner Stiller, Offizier der Staatssicherheit, setzt sich 1979 in den Westen ab und nimmt brisante Unterlagen mit. Seine Familie lässt er in der DDR zurück. Für den Westen ist es ein Coup, für die Stasi eine schwere Niederlage, für seine Kinder Edina und Andreas aber der Verlust des Vaters. Vor allem Edina lässt der Verrat ihres Vaters an der Familie ein Leben lang nicht los.
- 21.00 Uhr: Verrat für die DDR (2/2)
Die zweite Folge blickt auf Kinder aus dem Westen, deren Eltern für die DDR arbeiteten oder in den Osten übergelaufen sind.
Pierre Boom ist der Sohn von Günter und Christel Guillaume. Als sein Vater 1974 im Kanzleramt als DDR-Spion enttarnt wird, stürzt die Affäre Willy Brandt politisch in die Krise und Pierre privat in ein Leben, das nicht mehr seines ist. Er ist 17 Jahre alt und soll in der DDR ein neues Leben beginnen. Es wird ein Leben in einem System, das ihm fremd bleibt. Und auch die Familie wird nie wieder zusammenfinden.
Thomas Raufeisen ist 16 Jahre alt, als sein Vater die Familie in die DDR bringt. Was als scheinbar privater Schritt erscheint, entpuppt sich als Teil eines Agentenlebens. Thomas gerät selbst in den Zugriff des Staates, sitzt in Untersuchungshaft und später im Stasi-Gefängnis in Bautzen. Der Verrat des Vaters wird für ihn zur existenziellen Erfahrung.
Martina Tiedge ist die Tochter von Hansjoachim Tiedge, einem hochrangigen Verfassungsschützer aus dem Westen. 1985 läuft er in die DDR über, ausgerechnet er, der alles über die Spionageabwehr der Bundesrepublik weiß. Für seine Töchter ist es der nächste Verlust: Die Mutter ist bereits gestorben, nun verschwindet auch der Vater aus ihrem Leben. Martina hält lange zu ihm. Doch diese Loyalität hat einen hohen Preis.
Die Dokumentationen stehen in der Zeit vom 24.09.2026 bis 23.09.2031 in der 3satMediathek zur Verfügung.
Einen Bilderlink finden Sie hier.
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ProgrammkommunikationAnnette Reichert
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Mainz, 06. August 2026