Ephraim Kishon – Bücher in seinem Bücherregal.

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Ephraim Kishon (nicht nur) für Österreicher

Ein Israeli und sein deutschsprachiges Publikum

Ephraim Kishons letztes Buch trug den Titel "Kishon für Österreicher – und alle, die es gerne wären" – der Schlusspunkt seiner jahrzehntelangen besonderen Beziehung zu Österreich. Der Holocaustüberlebende, gebürtige Ungar und spätere Israeli feierte ausgerechnet im deutschen Sprachraum seine größten Erfolge. Dies verdankte er nicht zuletzt den Übersetzungen des Wiener Schriftstellers Friedrich Torberg: Er übertrug Kishons Texte nicht einfach nur ins Deutsche, sondern gab ihnen einen unverwechselbaren Ton. Aus der Zusammenarbeit entstand eine außergewöhnliche literarische Beziehung – und eine Freundschaft, in der nach gemeinsamen Lesungen ebenso leidenschaftlich über Literatur wie über den Sinn und Unsinn der Welt diskutiert wurde. 

Literatur
Sa 28. Nov
21:55 Uhr
Erstausstrahlung

Ephraim Kishon war einer der erfolgreichsten Autoren seiner Zeit. Seine Bücher verkauften sich millionenfach, seine Theaterstücke und Filme feierten internationale Erfolge. Besonders eng war seine Beziehung zum deutschsprachigen Publikum: Von rund 43 Millionen weltweit verkauften Büchern entfielen mehr als 30 Millionen auf deutschsprachige Ausgaben. Doch wie wurde ausgerechnet ein Holocaustüberlebender zu einem der beliebtesten Autoren in Deutschland und Österreich? Kishon erzählte von Menschen, die seinem Publikum vertraut waren. Seine Figuren kämpfen mit Bürokraten und Behörden, mit Waschmaschinen, Kindern, Ehepartnern und den kleinen Katastrophen des Alltags. Israel erscheint bei ihm nicht als abstrakter politischer Schauplatz, sondern als Lebenswelt ganz normaler Menschen – mit all ihren Schwächen, Absurditäten und liebenswerten Eigenheiten. Darüber durfte gelacht werden. Gerade im schwierigen Verhältnis zwischen Israel, Deutschland und Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg schuf Kishons Humor so eine besondere Form der Annäherung, die ohne Pathos auskam. Seine Satiren waren leicht, pointiert und selten bösartig – und gerade darin lag ihre Kraft.

 

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Mainz, 16. Oktober 2026
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