Implantierte Chips im Gehirn könnten unser aller Leben verändern.
© ZDF und shutterstock, Grafik: Silke Conauer.

NANO Doku "Brain Code" und NANO Talk "Ist die Menschheit noch zu retten?"

Schon heute können Gelähmte durch Gehirn-Computer-Schnittstellen kraft ihrer Gedanken Roboterarme bewegen oder mit anderen Menschen sprechen. Forschende in den USA und in Deutschland sind gerade dabei, die komplexen Codes unseres Gehirns zu entschlüsseln. Ihre Anstrengungen beruhen auf einem uralten Traum: Gedanken lesen zu können. Die NANO Doku "Brain Code – Können wir bald Gedanken lesen?" beschäftigt sich um 20.15 Uhr mit der Frage: Wie weit ist der Stand der Technik und wem wird diese helfen? Wie könnte sie in Zukunft unseren Alltag verändern und welche Risiken sind damit verbunden? Im Anschluss, um 21.00 Uhr, folgt der NANO Talk zum Thema "Ist die Menschheit noch zu retten? – Wie uns Krisen und KI entzaubern". Noch steht der Mensch im Mittelpunkt unseres Denkens und Handelns. Dieses Selbstbild kann uns jetzt unsere Existenzgrundlage kosten. Angesichts der Folgen von Klimakrise, Artensterben, Künstlicher Intelligenz und weltweiten kriegerischen Auseinandersetzungen wachsen die Zweifel an der Rolle des Menschen als Maß aller Dinge und Herrscher über die Welt. Neue Perspektiven bespricht Stephanie Rohde mit ihren Gästen.

NANO
Do 05. Nov
20:15 Uhr
Erstausstrahlungen

ALS-Patient Casey Harell in Los Angeles kann mithilfe eines "Brain Computer Interface" (BCI), einer Gehirn-Computer-Schnittstelle, wieder mit seiner Familie kommunizieren. Der querschnittsgelähmte Amerikaner James Johnson steuert ein Auto allein mit seinen Gedanken. Und Michi Mehringer aus Oberbayern, der nach einem Motorradunfall komplett gelähmt ist, trainiert am Klinikum rechts der Isar in München unter Anleitung des Neurologen Simon Jacob, einen Roboterarm mental zu steuern. Sein Ziel: wieder selbstständig trinken zu können. An der Charité in Berlin erforscht der Mediziner und Neurotechnologe Surjo Soekadar nicht invasive Möglichkeiten: Ein Helm mit Quantensensoren soll schwache Magnetfelder des Gehirns auffangen und auslesen. Diese Fortschritte wecken auch das Interesse großer Tech-Konzerne. Unternehmen wie Elon Musks Firma Neuralink investieren enorme Summen in die Erforschung und Entwicklung von Gehirn-Computer-Schnittstellen. Damit wachsen jedoch auch die ethischen Bedenken. KI-Ethiker Marcello Ienca von der TU München warnt: Gehirndaten könnten zu einer wertvollen Ressource werden. Durch die Verbindung neuronaler Implantate mit KI drohe eine neue Dimension der Überwachung, auf die die Gesellschaft vorbereitet sein müsse.

Im Anschluss, um 21.00 Uhr, folgt der NANO Talk: "Ist die Menschheit noch zu retten? – Wie uns Krisen und KI entzaubern“. Die rasante Entwicklung künstlicher Intelligenz macht deutlich: Die Ära des Menschen als intelligentestes Wesen geht zu Ende. KI-Systeme werden inzwischen als potenzielle existenzielle Bedrohung für die gesamte Menschheit eingestuft. Mächtige KI-Entwickler bitten aktuell Regierungen um Hilfe, manche verlassen ihre milliardenschweren Unternehmen. Die Frage nach einem Gegenentwurf zum vorherrschenden anthropozentrischen Weltbild ist jedoch nicht neu. Schon nach dem Zweiten Weltkrieg geriet das traditionelle humanistische Bild vom souveränen, vernunftbegabten Menschen als Maß aller Dinge ins Wanken. Heute wird diese Debatte angesichts von KI und technologischen Umbrüchen mit neuer Dringlichkeit geführt. Transhumanisten hoffen seit Langem, biologische Schwächen des Menschen, allen voran die Sterblichkeit, durch Technologien zu überwinden. Neuroimplantate, genetische Optimierung und digitale Unsterblichkeit sind längst keine reine Science-Fiction mehr. Mittlerweile geht es um Eingriffe in die gesamte planetare Evolution. KI revolutioniert die Möglichkeiten mit unabsehbaren Folgen. Die Grenzen von menschlichem, tierischem und maschinellem Leben müssen deshalb neu definiert werden. Nur so kann eine neue Vision des Zusammenlebens entstehen – mit intelligenten Maschinen, empfindungsfähigen Tieren und komplexen Ökosystemen. 
Weshalb ist eine andere Perspektive zur Lösung vieler existenzieller Probleme und Krisen nötig? Wie lässt sich die wachsende Bedrohung durch KI noch auffangen? Über diese und viele weitere drängende Fragen diskutiert Moderatorin Stephanie Rohde im "NANO Talk" mit ihren Gästen.

 

Die NANO Doku "Brain Code - Können wir bald Gedanken lesen?" ist ab Sonntag, 1. November 2026 in der 3satMediathek verfügbar.

Hier geht es zu den Themen von NANO Doku und NANO Talk in der 3satMediathek. 

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Mainz, 24. September 2026
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