Struktur und Kultur der Arbeitswelt befinden sich im Wandel. © ZDF und Alexis Jentzsch

"WissenHoch2" mit "Wunschtraum Viertagewoche?" und "scobel - Kampf um Arbeit"

Eine neue Wissenschaftsdoku und eine neue Ausgabe von "scobel"

Demografischer Wandel, KI und Fachkräftemangel läuten eine neue Ära in der Arbeitswelt ein. Werden wir künftig an weniger Tagen pro Woche, dafür möglicherweise bis ins hohe Alter, arbeiten? Das Arbeitszeitmodell der Viertagewoche verspricht eine bessere Work-Life-Balance. Dass Unternehmen überhaupt bereit sind, auf die Wünsche ihrer Angestellten einzugehen, liegt am Fachkräftemangel in Deutschland, der in manchen Branchen dramatische Ausmaße annimmt. "WissenHoch2" befasst sich am Donnerstag, 2. Mai 2024, mit dem Thema Arbeit. Die Dokumentation von Denise Dismer "Wunschtraum Viertagewoche?" ist um 20.15 Uhr zu sehen, im Anschluss daran, um 21.00 Uhr, folgt die Diskussionsrunde "scobel: Kampf um Arbeit". Erstausstrahlungen. 

WissenHoch2
ab
Do 02. Mai
20:15 Uhr
Erstausstrahlungen

Eine Viertagewoche ohne Lohnausgleich ist für viele Angestellte möglich, das nennt sich einfach "Teilzeit". Damit sind Einschnitte in Bezug auf das Gehalt und später die Rentenhöhe verbunden. Können wir uns das überhaupt leisten? Oder folgt daraus automatisch, dass wir deutlich länger im Leben arbeiten werden als bislang? Und wenn ja - wäre das so schlimm? Wenn von einer Viertagewoche gesprochen wird, ist meist das Modell 100-80-100 gemeint: 100 Prozent Leistung in 80 Prozent der Zeit - und nur dann gibt es auch 100 Prozent Gehalt. Führt dieses Modell jedoch zu einer Verdichtung der Arbeit, könnte die Gesundheit der Mitarbeitenden leiden. Viele klagen schon jetzt über zu viel Stress am Arbeitsplatz. Deshalb prüfen Unternehmen, wie sie ihre Strukturen verschlanken, Prozesse vereinfachen und die Arbeitszeit flexibler gestalten können. Wie passen Fachkräftemangel und Arbeitszeitreduktion zusammen? Können es sich Unternehmen überhaupt leisten, gut ausgebildete Fachkräfte nur an vier Tagen in der Woche einzusetzen? Gerade startet eine erste Studie in Deutschland zur Viertagewoche.

Im Anschluss an die Dokumentation, um 21.00 Uhr, folgt die Sendung "scobel: Kampf um Arbeit". Keine Woche ohne Streiks: Arbeiter fordern bessere Bezahlung bei weniger Arbeitszeit. Es herrscht Fachkräftemangel, und Unternehmen buhlen um Arbeitskräfte. Die Arbeitswelt steht Kopf. Dabei liegen die Vorstellungen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern Welten auseinander: Viertagewoche oder Mehrarbeit? Früher in Rente oder schuften bis 70? Wie sieht eine Arbeitswelt aus, die allen Generationen und Anforderungen gerecht wird? Künstliche Intelligenz, Globalisierung und Demografie verändern die Arbeitsprozesse. Arbeit wird flexibler, internationaler, anspruchsvoller. New Work bietet Chancen, aber auch Risiken. KI bedroht viele Jobs, schafft aber auch neue. Wie gestalten die Gewerkschaften, starke Player im Arbeitskampf, die Arbeitsbedingungen von morgen? Welche tragfähigen Konzepte gibt es? Wie kann man dem Fachkräftemangel begegnen, der in immer mehr Bereichen dramatische Auswirkungen zeigt? Welche zukunftsfähigen Alternativen gibt es zu den alten Arbeitsmodellen? Über diese und viele andere Fragen diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen:

Christiane Benner, ist ausgebildete Fremdsprachenkorrespondentin und Soziologin. Sie wurde 2023 zur Ersten Vorsitzenden der IG Metall gewählt, der weltweit größten Einzelgewerkschaft. Benner verantwortet u.a. die Bereiche Grundsatzfragen und Betriebspolitik, mit Arbeitsschwerpunkt sozial-ökologischer industrieller Wandel.

Marcel Fratzscher, ist Ökonom, Politikberater und Professor für Makroökonomie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit Februar 2013 ist er Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Er setzt sich für effizientere Staatsstrukturen, gerechtere Besteuerung und Chancengleichheit in Deutschland ein.

Simon Schaupp, ist Soziologe an der Universität Basel. Er hat sich intensiv mit Themen wie Digitalisierung und der ökologischen Krise auseinandergesetzt. Zudem forscht er zur Transformation der Arbeitswelt. Jüngst erschien sein Buch "Stoffwechselpolitik: Arbeit, Natur und die Zukunft des Planeten". 

 

"WissenHoch2" – ein Thema, zwei Formate: Um 20.15 Uhr beleuchtet eine Dokumentation relevante wissenschaftliche Fragen; um 21.00 Uhr diskutiert Gert Scobel das Thema mit seinen Gästen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen.

 

Fotos zu den Sendungen finden Sie hier

Hauptabteilung Kommunikation
Programmkommunikation

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@zdf.de
Mainz, 12. März 2024