Emis Gürbüz, die Mutter des ermordeten Sedat Gürbüz © ZDF und Marcin Wierzchowski

Das Deutsche Volk

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Rassismus am 21. März zeigt 3sat den Dokumentarfilm von Marcin Wierzchowski

Die dokumentarische Langzeitbeobachtung von Marcin Wierzchowski "Das Deutsche Volk" am Mittwoch, 18. März, um 20.15 Uhr, begleitet Angehörige von jungen Menschen, die bei dem rechtsextremen Terroranschlag von Hanau im Februar 2020 ermordet wurden. Konzentriert und sensibel zeigt der Film den aufreibenden, langjährigen Kampf der Hinterbliebenen um Aufklärung und Aufarbeitung sowie um eine angemessene Erinnerungskultur. Dabei legt er auch strukturellen Rassismus offen, der unsere Einwanderungsgesellschaft bis heute prägt. "Die radikale Konzentration auf die Perspektive der Hinterbliebenen gibt Wierzchowskis Film seine außergewöhnliche Kraft, die niemanden gleichgültig lässt", lobt die Jury des Hessischen Filmpreises, mit dem der Film 2025 ausgezeichnet wurde.

Der Dokumentarfilm steht ab Ausstrahlung 90 Tage in der 3satMediathek zur Verfügung.

Dokumentarfilm
Mi 18. Mär
20:15 Uhr
Erstausstrahlung

Am 19. Februar 2020 erschießt ein Attentäter in Hanau neun junge Menschen aus rassistischen Motiven. Der Anschlag zählt zu den schwerwiegendsten rassistischen Gewalttaten in Deutschland. Zurück bleiben trauernde Familien und Überlebende, die um Aufklärung und gegen das Vergessen kämpfen. In eindringlichen Schwarz-Weiß Bildern erzählt der Dokumentarfilm die Geschichte dieser Tat aus der Perspektive der Hinterbliebenen und Überlebenden.

Der Dokumentarfilmer Marcin Wierzchowski begleitet die Angehörigen seit dem Tag des Anschlags auf ihrem Weg durch Trauer und Verlust und bei ihrem Kampf um Aufklärung und eine angemessene Erinnerungskultur. Gemeinsam mit der Recherchegruppe "Forensic Architecture" rekonstruieren sie die Nacht des Anschlags, stellen sich gegen das Vergessen und fordern Konsequenzen. 

Marcin Wierzchowski, 1984 in Warschau geboren, studierte Philosophie in Frankfurt am Main und Freie Bildende Kunst mit dem Schwerpunkt Film an der Kunsthochschule in Mainz. Sein erster Film "Hanau - Eine Nacht und ihre Folgen" wurde 2022 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Sein erster Langfilm "Das Deutsche Volk" feierte Premiere auf der Berlinale 2025 und wurde im selben Jahr mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Hessischen Filmpreis und dem Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts beim "42. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest".

Statement des Regisseurs Marcin Wierzchowski: "Am Abend des Mordanschlags war mir schnell klar, dass es sich um eine rassistische Tat handeln musste. Der Anschlag von Halle war kein halbes Jahr her, die Morde des NSU immer noch nicht aufgearbeitet, und in Kassel erschoss ein Neonazi den CDU-Politiker Walter Lübcke. Am Morgen nach dem 19. Februar 2020 begann ich sofort mit den Dreharbeiten. Schnell lernte ich Überlebende und Angehörige der Opfer kennen. Zur gleichen Zeit trat der erste Corona-Lockdown in Kraft. Ich blieb während des gesamten Lockdowns in Hanau. Die Angehörigen trafen sich regelmäßig in einem kleinen Laden, wo sie die "Initiative 19. Februar Hanau" gründeten. So entstand ein intensiver Kontakt, durch den ich ihr Vertrauen und sie als Protagonistinnen und Protagonisten für meinen Film gewinnen konnte. Fast fünf Jahre lang begleitete ich die Angehörigen und Überlebenden mit und ohne Kamera und habe die schwersten Phasen der Trauer miterlebt. So konnte ich zeigen, was es bedeutet, wenn sich Menschen über andere Menschen stellen."

Einen Bilderlink finden Sie hier.

Hauptabteilung Kommunikation

Dr. Britta Schröder, Maja Tripkovic
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Mainz, 28. Januar 2026
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