
KlassiXS – Die großen Dramen in jungen Kurzfilmen
Vier neue Kurzfilme
Wie sehen die großen Stoffe der Weltliteratur aus, wenn man sie durch die Augen einer jungen Generation betrachtet? Die Reihe "KlassiXS – die großen Dramen in jungen Kurzfilmen" gibt darauf Antworten. Am 14. und 28. November 2026 zeigt 3sat ab 22.40 Uhr jeweils zwei Kurzfilme, die im Rahmen der Kooperation von ZDF/3sat und der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf entstanden sind. Seit 2018 verwandeln Nachwuchsregisseurinnen und -regisseure Literaturklassiker in filmische Gegenwartserzählungen. Dieses Jahr haben sich die jungen Filmschaffenden mit dem Thema "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" beschäftigt.
Die Kurzfilme stehen vom 13.11.2026 bis 13.11.2033 in der 3satMediathek zur Verfügung.
Bilder finden Sie hier.
22:40 Uhr
14.11.2026, 22.40 Uhr: "Die Nase", nach der gleichnamigen Kurzgeschichte von Nikolai Gogol
Drehbuch und Regie: Nik Azad
Das Leben von Sabine und Bernhard gerät durcheinander, als Bernhard eines Morgens ohne seine Nase aufwacht. Es beginnt ein rätselhaftes Spiel aus Zeichen, Fäden und verschwindenden Dingen. In "Die Nase" verbindet Regisseur und Drehbuchautor Nik Azad skurrile Komik mit leiser Melancholie und stellt die große Frage: Was bleibt, wenn alles, woran man sich festhält, langsam verschwindet? Basierend auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von Nikolai Gogol spielt der Film – wie auch die Kurzgeschichte – mit dem tiefen menschlichen Verlangen nach Antworten und Zusammenhang. Doch wie die Leserinnen und Leser von Gogols Geschichte müssen auch Bernhard und Sabine feststellen, dass ihnen Antworten verwehrt bleiben. Was bleibt, ist das Bemühen, trotz aller Widerstände im gemeinsamen Dasein Trost und Hoffnung zu finden.
14.11.2026, 23.10 Uhr: "Die neue Frau", inspiriert von Molières "Tartuffe"
Drehbuch: Mady Krahn und Levin Sun, Regie: Mandy Krahn
Als ihr Vater im Sterben liegt, kehrt Sayaka mit ihrer Tochter in ihr Elternhaus zurück. Dort trifft sie auf die neue Partnerin des Vaters und auf eine nie verwundene Vergangenheit. Der Kurzfilm "Die neue Frau" erzählt von familiärer Entfremdung, verdrängter Trauer und der schwierigen Suche nach Versöhnung. Inspiriert von Molières "Tartuffe" verlagert die Geschichte die Frage nach dem Erbe vom Materiellen ins Emotionale: Wer hat Anspruch auf einen Menschen, dessen Liebe man längst verloren glaubte? Mit großer Sensibilität blickt der Film auf die Brüche einer Familie und auf die Menschen, die lernen müssen, mit ihnen zu leben.
28.11.2026, 22.40 Uhr: "maximini – Zwischen den Tagen", Inspiriert von Else Lasker-Schülers Gedicht "Ruth"
Drehbuch und Regie: Julian Pawelzik
Der 14-jährige Rudi kehrt nach Jahren im Heim zu seiner Mutter Ruth nach Berlin zurück. Ein Probewochenende soll zeigen, ob aus ihrer Sehnsucht nach Nähe ein gemeinsames Leben werden kann. Inspiriert von dem Gedicht "Ruth" der deutsch-jüdischen Dichterin Else Lasker-Schüler zeichnet "maximini – Zwischen den Tagen" ein einfühlsames Porträt einer Mutter-Sohn-Beziehung. Der Kurzfilm steht exemplarisch für die Lebensrealität vieler Kinder und Jugendlicher, die früh Verantwortung für ihre Eltern übernehmen müssen. Zwischen Sehnsucht, Überforderung und dem Wunsch nach Zugehörigkeit entscheidet das Probewochenende über Rudis und Ruths Zukunft.
28.11.2026, 23.10 Uhr: "King of War", Nach Grimmelshausens "Der abenteuerliche Simplicissimus"
Buch und Regie: Samuel N. Schwarz und Valentin Wanker
Ein trickreicher Schmuggler schlägt sich durch ein Kriegsgebiet. Als er einen Auftrag an der Front erledigen soll, kommt er an die Grenzen seines Gewissens. Die beiden Regisseure Samuel N. Schwarz und Valentin Wanker schaffen in ihrem Kurzfilm "King of War" eine bildstarke und emotional tiefgründige Neuinterpretation der kriegsversehrten Figuren aus "Der abenteuerliche Simplicissimus". In einem namenlosen Land verhandelt "King of War" zeitlose Fragen nach Menschlichkeit und Opportunismus.
Hauptabteilung Kommunikation
Dr. Britta Schröder, Maja Tripkovicschroeder.bwhatever@zdf.de; tripkovic.mwhatever@zdf.de
Mainz, 01. Oktober 2026