
NANO Doku: Immer mehr Wut und NANO Talk: Neues Sprechen
Ein Wissenschaftsabend über die Wutgesellschaft und die Macht der Sprache
Aggression und Ärger nehmen zu: 84 Prozent der Befragten erleben laut Umfragen eine zunehmende Verrohung und immer häufiger eskalierende Konflikte ‒ sei es im Straßenverkehr oder online. Wut kann zerstören, aber auch mobilisieren und Missstände sichtbar machen. Doch was passiert, wenn Wut zur gesellschaftlichen Norm wird? Die NANO Doku: "Immer mehr Wut – Warum sind wir so aggressiv?" untersucht am Donnerstag, 26. Februar, um 20.15 Uhr, die Ursachen der steigenden Gereiztheit. Im Anschluss, um 21.00 Uhr, diskutiert Stephanie Rohde im NANO Talk mit ihren Gästen über "Neues Sprechen – Wie uns unsere Sprache verrät".
20:15 Uhr
Wut kennt jeder Mensch. Sie spaltet, treibt an und kann sowohl trennen als auch verbinden. Sie wirkt zerstörerisch, aber auch konstruktiv. Wut äußert sich nicht nur öffentlich ‒ etwa in sozialen Medien, auf Demonstrationen oder im Straßenverkehr: Auch im Körper löst sie Stressreaktionen aus, die unsere Gesundheit beeinträchtigen können. Forschungen aus Psychologie, Neurobiologie und Soziologie zeigen, warum Menschen unterschiedlich auf Ärger reagieren, welche Rolle Neurotransmitter und bestimmte Hirnareale spielen und wie Kinder erst lernen müssen, Impulse zu kontrollieren. Die "NANO Doku" begleitet Polizeikräfte im Einsatz, eine Schulklasse bei einem Projekt zur Impulskontrolle und testet, wie sich Wut wirksam abbauen lässt. Sie zeigt Betroffene, die mit ihrer eigenen Aggression kämpfen, und Menschen, die Wege gefunden haben, sie in etwas Positives zu verwandeln. Und sie zeigt, wie aus einem explosiven Gefühl ein Werkzeug werden kann – für Veränderung, Widerstand und ein besseres Miteinander.
Im Anschluss zeigt 3sat NANO Talk: "Neues Sprechen – Wie uns unsere Sprache verrät". Sprache ist mehr als ein Kommunikationsmittel: Sie lenkt unsere Wahrnehmung und beeinflusst unser Handeln, insbesondere in Krisenzeiten. Denn Worte transportieren nicht nur Informationen, sie lösen auch Prozesse im Gehirn aus. Sprache hat die Macht, Empathie zu fördern, aber auch Vorurteile und Aggression zu verstärken. Wiederholte sprachliche Reize können sogar die Struktur des Gehirns verändern. Sprache ist damit nicht nur Ausdruck unseres Denkens, sondern ein wichtiger Faktor bei der kognitiven Entwicklung. Dieser "Framing-Effekt" wird heute in vielen Bereichen gezielt eingesetzt ‒ etwa in der Werbung, um Konsumverhalten zu beeinflussen, oder in der Politik, um Botschaften zu vermitteln und gezielt Stimmungen zu erzeugen. In einer Welt allgegenwärtiger Kommunikation auf zahlreichen Ebenen wird das Wissen um die Macht der Sprache und ihrer Wirkung auf das Gehirn immer wichtiger.
Ein Thema, zwei Formate: Um 20.15 Uhr befasst sich die "NANO Doku" mit gesellschaftlich relevanten Entwicklungen aus Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften, um 21.00 Uhr diskutieren Alena Buyx und Stephanie Rohde im "NANO Talk" im Wechsel das Thema mit Gästen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen.
Hier geht es zu den Themen von NANO Doku und NANO Talk in der 3satMediathek.
Die NANO Doku: "Immer mehr Wut – Warum sind wir so aggressiv?" ist ab Sonntag, 22. Februar 2026, 10.00 Uhr, in der 3satMediathek verfügbar.
Einen Bilderlink finden Sie hier.
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Annette Reichertreichert.awhatever@zdf.de
Mainz, 08. Januar 2026