Eine Kuh im Institut für Nutztierforschung Dummerstorf (c) ZDF und Immanuel Hick

Rechte der Tiere

"Wissenschaft am Donnerstag" mit einer Dokumentation und einer Ausgabe von "scobel"

Menschen behandeln Tiere unterschiedlich: Manche werden gehegt und gepflegt, andere gemästet und getötet. In "Wissenschaft am Donnerstag" geht es am Donnerstag, 4. April, ab 20.15 Uhr, in einer Dokumentation und dem anschließenden Wissenstalk "scobel" um die "Rechte der Tiere". Erstausstrahlungen.

Wissenschaft am Donnerstag
Do 04. Apr
20:15 Uhr
Erstausstrahlungen

Zahlreiche Studien belegen, dass viele Tiere ein Bewusstsein haben, leidens- und schmerzfähig sind. Die Wissenschaft konnte inzwischen bei vielen Tieren Emotionen nachweisen - vom Ferkel bis zur Honigbiene. Umso dringender ist die Frage, welche Rechte der Mensch den Tieren zubilligt. 2002 wurde der Tierschutz als Staatsziel im deutschen Grundgesetz verankert. Doch noch immer ist Ferkelkastration ohne Betäubung erlaubt. Die Schweiz trägt in ihrer Bundesverfassung immerhin der "Würde der Kreatur" Rechnung, was Tiere nicht nur vor Schmerzen, Leiden, Schäden und Ängsten schützen soll, sondern ihnen einen grundsätzlichen Schutzanspruch vor Erniedrigung oder übermäßiger Instrumentalisierung garantiert. Die Mehrheit der Bevölkerung ist der Meinung, dass wir Tiere töten und essen dürfen, solange wir ihnen vorher ein weitgehend artgerechtes Leben ohne Leiden ermöglicht haben. Wie lässt sich dies mit den wirtschaftlichen Interessen der Agrarindustrie vereinbaren? Dazu forscht das Leibnitz-Institut für Nutztierbiologie in Dummerstorf bei Rostock. So sollen Kühe etwa mehr Freilauf haben. Doch die dadurch auf größerer Fläche verteilten Ausscheidungen erzeugen mehr Treibhausgase als früher. Um dieses Problem in Griff zu bekommen, müssen die Tiere nun lernen, auf das Kuh-Klo zu gehen. Bei Schweinen versuchen Forscher, die Laute in Gefühlsbegriffe zu übersetzen, die wir Menschen verstehen können. So soll Stress im Stall und beim Transport erkannt und reduziert werden. Die Wissenschaftsdokumentation "Rechte der Tiere" von Klaus Neumann-Ege und Hendrik Löbbert untersucht ab 20.15 Uhr, wie Tierwohl und artgerechte Haltung im Spannungsverhältnis von Verhaltensbiologie und wirtschaftlichen Interessen immer wieder neu definiert werden. Erstausstrahlung.

 

Im Anschluss, um 21.00 Uhr, diskutiert Gert Scobel im Rahmen von "Wissenschaft am Donnerstag" in "scobel: Rechte der Tiere" über den widersprüchlichen Umgang mit Tieren. Das deutsche Tierschutzgesetz aus dem Jahr 1972 besagt: "Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen". Während Haustiere wie Hunde und Katzen in der Regel geachtet und versorgt werden, berührt der Rückgang der Artenvielfalt nur wenige - ebenso wie Massentierhaltung und Tiertransporte. Ist es bei Nutztieren die fehlende Bindung, die uns gleichgültiger macht? Sollen Tiere ähnliche Rechte wie Menschen erhalten, und schafft das neue Tierwohl-Label mehr Transparenz? Oder braucht es neue globale Gesetze, um die Mensch-Tier-Beziehungen international zu regeln? Darüber diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen, dem Verhaltensbiologen Kurt Kotrschal, dem Veterinärmediziner und Vorsitzenden der Arbeitsgruppe "Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V." Michael Marahrens und Saskia Stucki, Juristin mit dem Forschungsschwerpunkt Tierrecht und Tierschutz.

 

 

In 3sat steht der Donnerstagabend im Zeichen der Wissenschaft: Um jeweils 20.15 Uhr beleuchtet eine Dokumentation relevante Fragen aus Natur- und Geisteswissenschaften, Kultur und Technik. Im Anschluss, um 21.00 Uhr, diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen zum Thema.

 

 

Fotos zu den Sendungen finden Sie hier.

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@3sat.de
Mainz, 22. Februar 2019
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