Geschwister Marianne und Britta Lion mit katholischem Kindermädchen Therese Kautz, in Aachen, 30er Jahre © ZDF/ORF/Walter Wehmeyer Filmproduktion/Britta Lion Privatarchiv

Das 3sat-Programm zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust

3sat zeigt u.a. den österreichischen Dokumentarfilm „Shattered – Reise in eine stille Vergangenheit“ von Walter Wehmeyer in Erstausstrahlung

Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee die letzten Gefangenen des Konzentrationslagers Auschwitz. Anlässlich des Internationalen Tags des Gedenkens an die Opfer des Holocaust zeigt 3sat von Montag, 25., bis Mittwoch, 27. Januar, Dokumentarfilme, Dokumentationen und den Fernsehfilm "Der letzte Mentsch" mit Mario Adorf in der Hauptrolle.

Gesellschaft
Mo 25. Jan
22:25 Uhr
Mit einer Erstausstrahlung

3satDokumentarfilmzeit

Montag, 25. Januar, 22.25 Uhr

The Euphoria of Being - Vom Glück, zu leben

Dokumentarfilm von Réka Szabó, Ungarn 2020

Éva Fahidi war 20 Jahre alt, als sie ganz allein aus Auschwitz Birkenau nach Ungarn zurückkehrte. 49 Mitglieder ihrer Familie wurden ermordet, darunter ihre Mutter, ihr Vater und ihre kleine Schwester. Jetzt, im Alter von 90 Jahren, wird Éva gebeten, an einer Tanztheateraufführung über ihr Leben teilzunehmen. Dies wäre das erste Mal, dass sie auf einer Bühne auftritt. Die Regisseurin stellt sich ein Duett zwischen Éva und der jungen, international gefeierten Tänzerin Emese vor. Réka möchte sehen, wie diese beiden Frauen, Jung und Alt, auf der Bühne interagieren und wie sich ihre Körper und ihre Geschichten miteinander verbinden können. Drei Frauen - drei Monate - eine Geschichte über das Überschreiten von Grenzen. Der Dokumentarfilm "The Euphoria of Being" wurde u.a. mit dem "kinokino Publikumspreis" von 3sat und dem Bayerischen Rundfunk beim DOK.fest München 2020 ausgezeichnet.

 

Dienstag, 26. Januar, 23.00 Uhr

Shattered - Reise in eine stille Vergangenheit

Dokumentarfilm von Walter Wehmeyer, Österreich 2018

Erstausstrahlung

Britta und Marianne wuchsen in meiner Heimatstadt Aachen auf. Als Filmemacher interessierte mich ihr Schicksal, denn die beiden jüdischen Kinder mussten 1937 mit ihren Eltern vor den Nazis fliehen und nach Amerika auswandern. Ihr Vater Curt hatte in Aachen meinen Großvater kennen gelernt und ihm sein Bekleidungsgeschäft "Appelrath-Cüpper" kurz vor der Flucht übertragen. Hat die geflohene Familie jemals eine Entschädigung erhalten? Konnten die beiden Geschäftsleute die alles kontrollierenden Nazi-Behörden, die "Arisierung" und "Reichsfluchtsteuer" umgehen? Heute sind Britta und Marianne 92 und 94 Jahre alt. Gemeinsam recherchierten wir in Briefen, Fotoalben und Archiven, besuchten das bis heute bestehende Geschäft, begaben uns auf die Spur der jüdischen Miteigentümer, denen die Flucht vor den Nationalsozialisten nicht mehr gelungen war. Die Geschwister sind zwei von Hunderttausenden aus Deutschland und Österreich geflohenen Juden, die ihre Heimat und viele Angehörige auf immer verloren haben.

 

Mittwoch, 27. Januar, 20.15 Uhr

Getrennt durch Stacheldraht – Jugendjahre im KZ Gusen

Dokumentation von Julia Grantner und Robert Grantner, D 2020

Ihre Biografien könnten unterschiedlicher nicht sein: Während der eine deportiert wird, durchläuft der andere die Nazi-Eliteschule Napola. Ihre Lebenswege kreuzen sich im österreichischen Konzentrationslager Gusen, einem Zweiglager des KZ Mauthausen. Der eine kämpft als Häftling täglich um sein Leben, der andere genießt als Sohn des Lagerleiters Privilegien. Zum ersten Mal werden sich die beiden nach 75 Jahren persönlich begegnen.

 

Mittwoch, 27. Januar, um 21.00 Uhr

Vernichtet – eine Familiengeschichte aus dem Holocaust

Film von Andreas Christoph Schmidt, D 2020

Glambeck im Löwenberger Land ist ein typisches, hübsches Brandenburger Dorf, mit einer Kirche und einem Storch auf dem Kirchdach. Hier lebte Rosa Labe mit ihren Kindern. Früh verwitwet, führte sie einen Kolonialwarenladen. Ihr Sohn Paul arbeitete bei einem Bauern als Knecht, Dora und Theo gingen in die Dorfschule. Eine Schulfreundin erinnert sich, wie am Abend des 9. November 1938 die Habseligkeiten der Familie Labe auf dem Dorfplatz brannten. Schritt für Schritt kann man das an ihr verübte Verbrechen rekonstruieren. Beginnt man zu suchen, öffnet sich der Blick in den Abgrund: Es gibt Akten. Verwaltungsakt und Gewaltakt gehen Hand in Hand. Und Beschreibungen Überlebender. Parallele Leidensgeschichten. Der Film von Andreas Christoph Schmidt folgt den Schritten der Vernichtung, vom scheinbar Harmlosen zum nicht mehr Fassbaren.

 

Mittwoch, 27. Januar, um 23.15 Uhr

Der letzte Mentsch

Fernsehfilm, Deutschland 2014

Regie: Pierre-Henry Salfati

Marcus ist ein Überlebender von Theresienstadt und Buchenwald. Seine Überlebensstrategie nach dem Krieg war das Vergessen. Nichts ist passiert, der Horror hat nicht stattgefunden, seine Familie wurde nicht ausgelöscht. Als alter Mann holt ihn die Vergangenheit ein, und er möchte als Jude bei den Seinen beerdigt werden. Doch zu seiner Überraschung muss er erst einmal beweisen, dass er Jude ist. In dieser Situation macht er sich zusammen mit der jungen Deutsch-Türkin Gül auf, nach Beweisen für seine lang vergessene Identität zu suchen. Mit Mario Adorf und Katharina Derr in den Hauptrollen.

 

Fotos zum 3sat-Programm anlässlich des Internationalen Tags des Gedenkens an die Opfer des Holocausts finden Sie hier.

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@3sat.de
Mainz, 20. November 2020
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