Die "Buchzeit"-Kritikerrunde: Barbara Vinken, Sandra Kegel, Gert Scobel und Katrin Schumacher (v.l.n.r.) © ZDF und Steffen Matthes

Frische Frühlingsliteratur in der 3sat-"Buchzeit"

Literarische Talkrunde mit Barbara Vinken, Sandra Kegel, Katrin Schumacher und Gert Scobel

Lesen war selten so relevant wie heute, und die Lektüre des richtigen Buches hat sicher schon so Manchen durch die Krise geholfen. Und auch wenn die Leipziger Buchmesse pandemiebedingt in den Mai verschoben ist, läuft die Bücher-Produktion auf Hochtouren – und es gibt eine Vielzahl interessanter Neuerscheinungen zu entdecken. Gert Scobel stellt mit den Literaturexpertinnen Barbara Vinken, Sandra Kegel und Katrin Schumacher in der Sendung "Buchzeit" am Sonntag, 14. März 2021, um 18.00 Uhr, ausgewählte Romane vor. Erstausstrahlung.

Literatur
So 14. Mär
18:00 Uhr
Erstausstrahlung

Folgende Neuerscheinungen diskutiert die Expertenrunde:

 

Fang Fang: "Weiches Begräbnis" 
Die chinesische Autorin Fang Fang, in ihrem Land schon lange eine der wichtigsten literarischen Stimmen, wurde in Deutschland im vergangenen Jahr durch ihr aktuelles Wuhan-Tagebuch bekannt. Jetzt erscheint auf Deutsch ihr Roman "Weiches Begräbnis". Ein Roman über ein Trauma chinesischer Geschichte: die Ermordung von Millionen Chinesinnen und Chinesen nach der Landreform 1948. Als der Roman 2016 in China erschien, wurde er als literarisches Ereignis gefeiert – und verschwand sofort vom Markt.

 

Megan Hunter: "Die Harpyie" 
Eine Frau glaubt, in einer glücklichen Familie mit Ehemann und zwei Söhnen zu leben. Bis sie erfährt, dass ihr Mann sie betrügt. Ein seltsames Agreement soll die Ehe retten: Dreimal darf sie ihren Ehemann nach ihren Vorstellungen bestrafen. Die britische Autorin Megan Hunter beschreibt in ihrem Debüt "Die Harpyie" die unheilvolle Verwandlung einer Frau. 

 

Helga Schubert: "Vom Aufstehen" 
2020 wurde Helga Schubert für ihren Text "Vom Aufstehen" mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Da war sie 80 Jahre alt. Die DDR hatte ihr frühere Teilnahmen stets untersagt, deshalb bezeichnete sie ihre Auszeichnung "als kleinen Sieg über die Diktatur". In ihrem Roman verwebt sie artistisch Erinnerungen an den Krieg und die DDR mit ihrer eigenen und der Lebensgeschichte ihrer Mutter.

 

Mithu Sanyal: "Identitti" 
Eine Professorin für Postkolonialismus in Düsseldorf entpuppt sich als weiß, obwohl sie sich selbst immer als Person of Colour bezeichnet hatte. Damit hatte sie sich zur Leitfigur der Debatten über Herkunft und Identität inszeniert. Nun ist ein Skandal entfesselt, die Professorin wird mit Shitstorms überschüttet und Demonstrierende fordern ihre Entlassung. Das Romandebüt der deutschen Autorin und Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal ist eine rasant und komisch beschriebene Identitätssuche.

 

3sat-"Buchzeit" wird im Mainzer Zentrum für Kunst und Wissenschaft "CADORO" aufgezeichnet.

 

 

 

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3sat Presseteam

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@3sat.de
Mainz, 26. Januar 2021