Agathe Saulmann war eine leidenschaftliche Pilotin und Kunstsammlerin. Hier kurz vor ihrer Flucht aus Nazi-Deutschland. (c) ZDF/Lupa-Film/Felix von Boehm

Geraubte Kunst. Jüdische Sammlungen im Nationalsozialismus

Kulturdoku über den Umgang mit in der NS-Zeit enteigneter Kunst

Geraubt, zerlegt und verkauft: Jüdische Kunstsammlungen - oft über Generationen zusammengetragen - wurden nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland systematisch enteignet. Anhand ausgewählter Fälle zeigt die Dokumentation "Geraubte Kunst. Jüdische Sammlungen im Nationalsozialismus" von Felix von Boehm und Constantin Lieb, wie der Kunstmarkt nach 1933 von der Zwangslage vieler jüdischer Sammler profitierte und vor welchen Schwierigkeiten die Provenienzforschung bei der Suche nach verlorenen Objekten bis heute steht. Zu sehen in 3sat am Samstag, 14. Dezember, 19.20 Uhr, in Erstausstrahlung.

Kunst
Sa 14. Dez
19:20 Uhr
Erstausstrahlung

Die Dokumentation "Geraubte Kunst. Jüdische Sammlungen im Nationalsozialismus" erzählt unter anderem das Schicksal der Sammlung von Ernst und Agathe Saulmann, die die jüdischen Textilunternehmer in ihrem Privathaus, dem Erlenhof bei Reutlingen, einst zusammengetragen hatten. Nach ihrer Flucht ins Exil beauftragten sie ihren langjährigen Kunsthändler Julius Böhler mit dem Verkauf der Sammlung. Doch während Böhler von diesem – und anderen Verkäufen jüdischer Sammlungen – profitierte, gingen seine Einlieferer leer aus. Sie wurden im französischen Lager Gurs interniert. Bis heute konnten nur wenige Objekte der Sammlung Saulmann restituiert werden.

Neben zahlreichen renommierten Provenienzforschern kommt in der Dokumentation auch der Saulmann-Erbe Felix de Marez Oyens zu Wort – ebenso wie der Enkel Julius Böhlers, Florian Eitle-Böhler. Er leitet die Kunsthandlung seines Großvaters bis heute und hat kürzlich das Firmenarchiv zur Erforschung an das Münchner Zentralinstitut für Kunstgeschichte übergeben. Ob sich durch die Digitalisierung dieser wertvollen Quelle weitere Hinweise zum Verbleib verschollener Werke finden lassen, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass sich durch die weltweite Vernetzung von Archiven für Provenienzforscher ganz neue Möglichkeiten ergeben.

 

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3sat Presseteam

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@3sat.de
Mainz, 13. November 2019
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