Kinder in Aden © ZDF/SRF

Doku-Abend über Kinder im Krieg

3sat zeigt zwei Schweizer Dokumentationen über Kriegsopfer im Jemen und das Schicksal einer syrischen Familie

22 Millionen Menschen im Jemen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Acht Millionen sind direkt von einer Hungersnot bedroht. Was das für den Einzelnen bedeutet, dokumentieren Pascal Weber und Marine Pradel in "Jemen, der vergessene Krieg" um 20.15 Uhr. Im Anschluss um 21.05 Uhr zeichnet Stefano Ferrari das Schicksal des kleinen Ahmad und seiner Familie  in "Eine Familie aus Syrien" nach. Eine Erstausstrahlung.

Dokumentationen
Mi 05. Jun
20:15 Uhr
Mi 05. Jun
21:05 Uhr
mit einer Erstausstrahlung

Im Jemen tobt ein Krieg, über den der Westen kaum etwas erfährt. Große Teile des Landes liegen in Schutt und Asche, die humanitäre Situation wird von Experten als katastrophal bezeichnet. Westliche Journalisten schaffen es kaum, aus dem Land zu berichten. Pascal Weber und Marine Pradel erhielten nach vielen Bemühungen Zugang zum Süden des Landes. Ihre risikoreiche Reise führte sie unter anderem nach Aden, in die provisorische Hauptstadt. 28 Millionen Menschen leben im Jemen. 22 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Acht Millionen sind direkt von einer Hungersnot bedroht. Die Lage in Aden an der Südspitze der Arabischen Halbinsel ist angespannt. Hier zeigt sich die komplizierte Ausgangslage des Krieges besonders deutlich: In Aden bekämpfen sich heute Warlords, südjemenitische Separatisten, Dschihadisten, und selbst die eigentlich Verbündeten im Kampf gegen die Huthi-Rebellen, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, ringen in Aden um die Vorherrschaft. In einem Spital in Aden liegt der drei Monate alte Mohammed. Er kam mit einer Fehlbildung zur Welt, die häufig vorkommt und auch häufig operativ korrigiert werden kann. Nicht so im Jemen. Kein einziges Krankenhaus ist derzeit in der Lage, diese Operation durchzuführen. Das Baby ringt um sein Leben. Der Krieg hat viele Menschen vertrieben, sie suchen im eigenen Land Schutz. Das Filmteam reist in ein Lager, wo die Geflüchteten auf sich alleine gestellt sind. Verletzt, erkrankt und traumatisiert suchen sie nach Worten, was die treibenden Kräfte dieses Krieges sind. Viele wissen es nicht. Zu sehen sind die immensen Schäden. Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition hat allein in den letzten drei Jahren seit Kriegsbeginn 241 Schulen bombardiert. Dazu hat sich im Südjemen Al-Kaida ausgebreitet. "Der Jemen ist elend, verwüstet, und ein hoffnungsloser Fall", sagt einer der jungen Jemeniten, die Pascal Weber und Marine Pradel auf ihrer Reise durch den Südjemen kennengelernt haben. Doch sie haben auch die zwölfjährige Noor getroffen, die sagt: "Ich will Architektin werden und mein Land wieder aufbauen!" 3sat zeigt "Jemen, der vergessene Krieg" am Mitttwoch, 5. Juni, um 20.15 Uhr.

 

Der kleine Ahmad leidet an einer Fehlbildung des Rückenmarks. In der Hoffnung auf ein besseres Leben und medizinische Betreuung entfloh seine Familie dem syrischen Bürgerkrieg. Auf der Flucht musste sich die Familie trennen. Die Mutter blieb mit zwei Kindern im Irak zurück. Der Vater reiste mit Ahmad und seinem ältesten Sohn durch die Türkei über Deutschland in die Schweiz. Über Jahre blieb die Familie auseinandergerissen. Nach einer geglückten Integration in der italienischsprachigen Schweiz wurden die drei jedoch nach Deutschland ausgewiesen. Denn nach dem Dubliner Abkommen werden Asylbewerber dort platziert, wo ihre Fingerabrücke als Erstes abgenommen wurden. Engagierte Mütter aus dem Tessin unterstützen die drei auch an ihrem neuen Ort in Deutschland. Sie kämpften dafür, dass Ahmad endlich eine Antwort bekommt auf die Frage, die er jeden Tag stellt: "Wann kommt endlich Mama?" Um 21.05 Uhr zeichnet Stefano Ferrari das Schicksal des kleinen Ahmad und seiner Familie in "Eine Familie aus Syrien" nach. Eine Erstausstrahlung.

 

Fotos zu "Jemen, der vergessene Krieg" finden Sie hier.

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@3sat.de
Mainz, 23. Mai 2019
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