Mika mit Freundin © ZDF/ORF/Constanze Grießler / Franziska Mayr-Keber

Männlich, Weiblich, Trans* - Was heißt schon Geschlecht?

Eine Dokumentation von Constanze Grießler und Franziska Mayr-Keber

Unter Jugendlichen ist die Zahl der Mädchen, die sich als Junge fühlen, weit höher als umgekehrt. Viele wünschen sich eine Hormonbehandlung vor der Pubertät. Wie schwierig der Weg der Geschlechtsangleichung ist und wie man bürokratische Hürden überwindet, darüber berichten junge Transmenschen auf Social-Media-Plattformen. 3sat zeigt "Männlich, Weiblich, Trans* - Was heißt schon Geschlecht?" am Mittwoch, 21. April, um 20.15 Uhr. Im Anschluss um 21.05 Uhr folgt "Gabrielle – kopfüber in ein neues Leben".

Gesellschaft
Mi 21. Apr
20:15 Uhr
Erstausstrahlung

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sind Transmenschen nach wie vor eine besonders verletzliche Gruppe. "Es waren früher nicht weniger Patientinnen und Patienten, sondern wir haben es nur nicht gesehen. Jetzt wird es deutlicher. Und natürlich auch durch die mediale Aufmerksamkeit, die das Ganze derzeit bekommt", meint Mick van Trotsenburg. Der Gynäkologe gilt als Pionier der Transgender-Medizin und leitete das "Transgender Kompetenzzentrum" in Amsterdam. Heute kann die Pubertät mit einer Hormonbehandlung unterbrochen werden, was eine spätere Geschlechtsangleichung erleichtert. Für manche ist das eine große psychische Entlastung, aber es gibt auch solche, die diesen irreversiblen Schritt bereuen. Und dann gibt es viele, die sich dafür einsetzen, Geschlechtergrenzen als "Spektrum" mit individuellen Schattierungen zu verstehen. Der "Regenbogen" hat mit Kerstin Ott einen prominenten Platz in der Schlagerwelt gefunden. Diese sei eben nicht so konservativ, wie manche vielleicht glauben, sagt Ott stolz über ihre Fangemeinde. Die Sängerin ist offen lesbisch und verheiratet. Bei der Fernsehshow "Let's Dance" war ihre Tanzpartnerin eine Frau, sie selbst ist im Anzug aufgetreten. Ist "Diversity" als Vielfalt also im Mainstream angekommen? Oder handelt es sich bloß um ein Etikett, mit dem sich Firmen ihr Image aufpolieren? So gibt es bereits genderneutrale Unterwäsche, und eine bekannte Limonade lässt sich zu einer einmaligen Sonderedition mit Genderstern hinreißen. "Firmen wissen, dass sie eine bestimmte Klientel hinter sich haben, wenn sie sich jetzt als queerfreundlich geben. Das ist einfach Opportunismus", konstatiert Kabarettistin Lisa Eckhart. Die junge Grazerin tritt radikal sexy vor ihr Publikum und verrät, dass sie sich als Kind eine Zeitlang eher als Junge gefühlt hat. Ihr Vorbild: der faule Willy aus "Biene Maja". Danny hingegen hat sich schon immer als Mann gefühlt. Mit Einsetzen der Menstruation und seinem Brustwachstum konnte er nicht sofort handeln. Erst nach seiner Schulzeit hat er mit Testosteron begonnen. Offen und mit Humor berichtet er auf TikTok und Instagram über seinen Weg zum "richtigen" Mann. Doch was ist schon ein richtiger Mann? Die Frage beantwortet der Journalist Malcolm Ohanwe, der sich mit Identität und Rassismus sowie toxischer Männlichkeit beschäftigt.

 

Im Anschluss, um 21.05 Uhr, folgt "Gabrielle – kopfüber in ein neues Leben". Bruno ist verheiratet und hat zwei Kinder. Doch er fühlt, dass er nicht da ist, wo er hingehört, und beginnt mit seiner Identität als Mann zu ringen. Dann ändert er diese Identität. Bruno entscheidet sich für eine Geschlechtsumwandlung, um eine Frau zu werden, als die er sich fühlt: Gabrielle. Der Film dokumentiert vor allem die emotionale Seite der so folgenschweren Entscheidung einer Geschlechtsumwandlung – und das Leben danach. Mit Respekt und ohne Spur von Voyeurismus zeigt der Film, wie Gabrielle mit Alltagssituationen umgeht, wie sie sich an ihre veränderten Lebensumstände anpasst und wie die Gesellschaft mit der neuen Situation umgeht. So ist es zum Beispiel nicht einfach, Arbeit zu finden. Doch das neue Leben hat auch positive Seiten, denn Gabrielle kann sich einen neuen Freundeskreis aufbauen und versucht immer wieder mit klaren Worten, anderen verständlich zu machen, warum dieser Schritt für sie notwendig war.

 

Fotos zu den beiden Dokus finden Sie hier.

 

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@3sat.de
Mainz, 03. März 2021
Sendetermine
Das könnte Sie auch interessieren