Choreografie der chinesischen Tänzerin Wen Hui © ZDF/SRF/Go Between

A Long Way Home

Schweizer Dokumentarfilm von Luc Schaedler in deutscher Erstausstrahlung

Der Dokumentarfilm "A Long Way Home" (Schweiz 2018; deutsche Erstausstrahlung) von Luc Schaedler schickt uns auf eine faszinierende und bewegende Reise, sowohl in die düstere jüngere Geschichte Chinas, als auch in die schillernde Kulturszene des Landes. Im Zentrum des Films stehen fünf Vertreterinnen und Vertreter der aktuellen chinesischen Gegenkultur: die bildenden Künstler Gao Brothers, die Choreografin und Tänzerin Wen Hui, der Animationsfilmer Pi San und der Dichter Ye Fu. Mutig und mit subversivem Witz beleuchten sie die gesellschaftlichen Probleme ihres Landes. Ihre Vision ist eine demokratische und solidarische Zivilgesellschaft und ihr Ringen darum scheint zunehmend relevant innerhalb, wie auch ausserhalb Chinas.

3sat zeigt "A Long Way Home" am Samstag, 22. Juni, um 21.45 Uhr.

Dokumentarfilm
Sa 22. Jun
21:45 Uhr

Statement des Regisseurs Luc Schaedler:

Der Beginn meiner Auseinandersetzung mit China liegt mittlerweile über 25 Jahre zurück. Seit der brutalen Niederschlagung der Demokratiebewegung von 1989 bin ich wiederholt durch China gereist. Ich habe die ökonomische Entwicklung und den damit verbundenen politischen und gesellschaftlichen Umbruch Chinas ebenso erstaunt wie irritiert mitverfolgt. Je tiefer ich in das Land eintauchte, umso mehr habe ich auch über die düstere Geschichte und ihre Auswirkungen bis heute erfahren. Dabei bin ich immer wieder auf ein Thema gestoßen, das mich schon lange beschäftigt: Die Frage, was äußere Ereignisse, Brüche und Veränderungen im Leben von Menschen auslösen, und was dies für sie in ihrem Alltag bedeutet.

 

China war für mich immer auch eine Inspiration über meine eigene Welt nachzudenken. Der sorgfältige Blick auf eine andere Gesellschaft, lässt die eigene in einem neuen Licht erscheinen. Ganz im Sinne des französischen Ethnologen und Philosophen Claude Lévi-Strauss, der in der Begegnung aber auch der Konfrontation mit dem Fremden die Möglichkeit oder stärker noch, die Verantwortung sieht, sich mit der eigenen Gesellschaft zu befassen und diese zu hinterfragen.

 

Aus meiner Perspektive als Schweizer Filmemacher frage ich mich, woher die ProtagonistInnen ihren Mut nehmen, sich zu exponieren? Wie würde ich mich in ihrer Situation verhalten? Wie sind wir selber geprägt von der Vergangenheit? Und schließlich: wie kommt es, dass mir viele der existentiellen Probleme, mit denen sie konfrontiert sind – bei aller kulturellen Distanz – überraschend vertraut vorkommen?

 

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ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@3sat.de
Mainz, 21. Mai 2019
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