Harald Jähner, Cécile Schortmann, Hugo Egon Balder, Regina Schilling © ZDF/Ben Knabe

3satThema: Die große Nachkriegsshow - mit dem "3satThema Talk"

Der Dokumentarfilm "Kulenkampffs Schuhe" mit dem "3satThema Talk" im Anschluss

Das "3satThema: Die große Nachkriegsshow" zeigt den Dokumentarfilm "Kulenkampffs Schuhe" und im Anschluss den "3satThema Talk - Fernseh-Show und Nazi-Trauma: Sprechen, Verdrängen, Unterhalten". "Kulturzeit"-Moderatorin Cécile Schortmann im Gespräch mit Filmemacherin Regina Schilling, Hugo Egon Balder und Harald Jähner. Danach folgen "Einer wird gewinnen"und "Dalli Dalli".

3satThema
ab
Mi 13. Nov
20:15 Uhr
mit einer Erstausstrahlung

Mittwoch, 13. November, 20.15 Uhr

Kulenkampffs Schuhe

Dokumentarfilm von Regina Schilling, Deutschland 2018

In den 1970ern saß die Familie am Samstagabend im Wohnzimmer und freute sich auf "Einer wird gewinnen". Doch wussten sie, dass Kulenkampff sich an der Ostfront vier Zehen eigenhändig amputiert hat? Fragten sie sich, ob Peter Alexander wohl auch bei der Hitlerjugend war? Kannten sie die Geschichte von Hans Rosenthal? Aus Archivmaterial erzählt Regina Schilling Nachkriegsgeschichte überraschend, ungewöhnlich und berührend. Ihr Film erhielt auf der Duisburger Filmwoche 2018 den 3sat-Dokumentarfilmpreis.

 

Mittwoch, 13. November, 21.45 Uhr

Der 3satThema Talk

Fernseh-Show und Nazi-Trauma: Sprechen, Verdrängen, Unterhalten

Gäste: Regina Schilling, Hugo Egon Balder und Harald Jähner

Moderation: Cécile Schortmann

Erstausstrahlung

Hans-Joachim Kulenkampff und Hans Rosenthal zählen zu den Großen in der Fernsehunterhaltung der deutschen Nachkriegsära. Was kaum jemand wusste: Jeder von ihnen brachte in seinen Shows das eigene Trauma der Nazi-Zeit zur Sprache – oder lächelte es weg. Der Holocaust-Überlebende Hans Rosenthal genauso wie der Wehrmachtssoldat Kulenkampff. Moderatoren, die mit ihrer Geschichte, mit ihren Fernseh-Geschichten zur Identifikationsfigur einer ganzen, vom Krieg und den Nachkriegswehen gezeichneten Generation wurden. Wie funktioniert kulturelles Gedenken, wie funktioniert Verdrängung und welche prägende Rolle spielt dabei das Fernsehen bis heute? Über diese Fragen spricht "Kulturzeit"-Moderatorin Cécile Schortmann mit ihren Gästen im "3satThema Talk".

Harald Jähner,Autor des Sachbuchs "Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945 – 1955": "Die Shows hatten damals die Funktion zu beruhigen. Wie Hans Joachim Kulenkampff an einer Stelle sagt: 'Diese schöne Langeweile.' Diese gepflegte Harmlosigkeit, diese absolute Problemfreiheit, das hatte die Funktion abzulenken. Ablenken von der Unruhe, die man noch empfand aufgrund des Zweiten Weltkriegs, auch aufgrund der Schuld, die man auf sich geladen hatte."

Regina Schilling, Regisseurin und Autorin des Dokumentarfilms "Kulenkampffs Schuhe": "Die Idee zu 'Kulenkampffs Schuhe' kam mir vor dem Fernseher. Beim Zappen sah ich ein Interview mit dem Sohn von Hans Joachim Kulenkampff. Darin erzählte er, dass sich sein Vater im Krieg in Russland vier Zehen amputiert hat. Kulenkampff, das war für mich der Mann, der in eleganten Schuhen die Showtreppe hinunterkommt. Er war ein Showmaster, der für mich keine Vergangenheit als Soldat hatte. Natürlich war mir dann klar, dass auch andere Showmaster eine solche Vergangenheit haben mussten."

Hugo Egon Balder, Schauspieler, Fernsehproduzent, Kabarettist:  "Wir haben die Shows, die ganzen Unterhaltungssendungen in der Familie als das gesehen, was sie waren: als Unterhaltung. Nicht mehr und nicht weniger. Das war die Zeit, am Samstagabend, die meine Eltern einfach brauchten. Ich bin so aufgewachsen. Diese ganze Kriegszeit spielte bei uns überhaupt keine Rolle mehr. Es war komplett weg." Balders Mutter, sein Bruder und seine Großmutter überlebten das KZ Theresienstadt.

 

Mittwoch, 13. November, 22.15 Uhr

Einer wird gewinnen

Das große Europa-Quiz mit Hans-Joachim Kulenkampff und Teilnehmern aus acht Ländern Aufzeichnung aus der Wiesbadener Rhein-Main-Halle, März 1966

 

Mittwoch, 13. November, 0.00 Uhr

Dalli Dalli

Spielshow mit Hans Rosenthal und Gästen

Die 75. Ausgabe von "Dalli Dalli" viel auf den 9. November 1978, den 40. Jahrestag der Novemberpogrome 1938. Hans Rosenthal hatte im Vorfeld versucht, den Sendetermin zu verschieben. Dieser Wunsch wurde vom ZDF jedoch abgelehnt. Hans Rosenthal moderierte die Sendung schließlich in Schwarz. In den Ratepausen wurde statt Schlagern Opernmusik gespielt.

 

Fotos zu den Sendungen des "3satThemas: Die große Nachkriegsshow" finden Sie hier.

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@3sat.de
Mainz, 30. September 2019
Sendetermine
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