Bis ins hohe Alter dem Leben zugewandt: Marceline Lorida-Ivens in ihrer Wohnung in Paris © ZDF/Cordelia Dvorák

Marceline. Eine Frau. Ein Jahrhundert

Dokumentarfilm von Cordelia Dvorák, Frankreich/Niederlande 2019

Frech und feurig leuchtete noch mit 90 Jahren rote Farbe auf ihren wilden Haaren: Die KZ-Überlebende und Autorin Marceline Loridan-Ivens war zu lebendig, um sich als Denkmal zu fühlen. Geboren in Paris als Marceline Rozenberg, wurde sie mit 15 Jahren gemeinsam mit ihrem Vater nach Polen deportiert. Er Auschwitz, sie Birkenau. Mit ihrem Roman "Und Du bist nicht zurückgekommen" hielt sie zeitlebens auch in Deutschland die Erinnerung an ihn wach. 3sat zeigt den Dokumentarfilm "Marceline. Eine Frau. Ein Jahrhundert" am Montag, 27. Januar, 22.25 Uhr, anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktags.

3satDokumentarfilmzeit
Mo 27. Jan
22:25 Uhr
Erstausstrahlung

Marceline Loridan-Ivens (1928-2018) hatte sich bereits als Schauspielerin in "Chronik eines Sommers" von Jean Rouch sowie als Ehefrau und Co-Autorin des niederländischen Filmemachers Joris Ivens einen Namen gemacht. Nach ihrer Befreiung aus Birkenau hatte die mehr als zierliche Frau aufgehört zu wachsen. Mit umso größerer Energie und ungeheurem Lebenshunger warf sich die Pariserin in die Künstlerszene der 1960er-Jahre, zu der sie bis zu ihrem Tod im September 2018 Verbindung hielt. In dem feinfühligen Film wird die alte Dame kurz vor ihrem Tod im September 2018 sowohl in ihrem Alltag als auch bei der Aufarbeitung ihrer Tagebücher beobachtet. Über Filmausschnitte und Statements der stets scharfzüngigen Französin zeichnet der Film vor allem ihr Leben nach dem Zweiten Weltkrieg nach. Ein gebrochenes Weiterleben in einer Welt, die zunächst nicht bereit war zu hören, was die Künstlerin erfahren und erlitten hatte. Gemeinsam mit der Politikerin Simone Veil gehört Marceline Joris-Ivens zu den großen Namen unter den französischen Opfern des Holocaust.

 

"Marceline. Eine Frau. Ein Jahrhundert" ist ein bewegendes Porträt, das bereits auf dem Internationalen Filmfestival in Amsterdam und auf dem Dokumentarfilmfestival München gezeigt wurde.

 

Anlässlich des Holocaust-Gedenktags am 27. Januar und 75 Jahre nach der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau erinnert 3sat vom 25. bis zum 29. Januar mit insgesamt acht Programmbeiträgen an den Völkermord und beleuchtet den Umgang mit diesem Erbe.

 

Fotos zu dieser und weiteren Sendungen im Rahmen 3sat-Programms anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktags finden Sie hier.

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@3sat.de
Mainz, 12. Dezember 2019
Sendetermine
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