Die achtjährige Mireya leidet unter einem seltenen Gendefekt © ZDF/SRF

"Organspende - Ich will leben!" - Dreiteilige Dokumentation aus der Schweizer Reihe "DOK"

Geschichten von Menschen, die auf ein Organ warten oder bereits eines erhalten haben, von Barbara Frauchiger

Organspende – das bedeutet Krankheit, banges Warten und unendliche Dankbarkeit nach der Operation. Wie aber verläuft die Transplantation und wie sieht das neue Leben aus? 3sat zeigt am Mittwoch, 19. August, ab 20.15 Uhr aus der Schweizer Reihe "DOK" Geschichten von Menschen, die auf ein Organ warten oder bereits eines erhalten haben: Geschichten von Patientinnen und Patienten auf der Warteliste, vom Verlauf einer Organentnahme, aber auch von Menschen, die seit Monaten oder Jahren mit dem Organ einer fremden Person leben. Es geht um die Angehörigen, die sich angesichts des tragischen Todes eines Familienmitglieds rasch entscheiden müssen, ob sie mit einer Organspende einverstanden sind oder nicht. Und um Ärztinnen und Ärzte, die sich immer wieder mit medizinischen und ethischen Fragen rund um die Organtransplantation konfrontiert sehen.

Gesellschaft
ab
Mi 19. Aug
20:15 Uhr

Mittwoch, 19. August, 20.15 Uhr

Organspende - Ich will leben! (1/3)

Film von Barbara Frauchiger

Die achtjährige Mireya Rast wird transplantiert. Wegen eines seltenen Gendefekts ist sie auf eine Spenderleber angewiesen. Die Eltern verbringen am Schweizerischen Kinderleberzentrum in Genf bange Stunden im Warteraum. Am Abend dann die erlösende Nachricht: Mireya hat die Operation gut überstanden. Während Mireya nur kurz auf das Spenderorgan warten musste, ist der 41-jährige Bruno Romang aus Rougemont bei Gstaad schon seit Monaten auf der Warteliste. Er lebt mit einem Kunstherz. Die Akkus trägt er immer in einer Tasche mit sich. Seiner Arbeit als Zimmermann kann er nicht mehr nachgehen. Der Gedanke, dass bald ein fremdes Organ in seiner Brust schlagen soll, befremdet ihn. Diese Folge von "Organspende – Ich will leben!" zeigt die Seite der Organspenderinnen und Organspender: Im Inselspital in Bern ist eine Frau gestorben. Der Hirntod wird offiziell festgestellt. Ob sie Organspenderin werden wollte oder nicht, ist nirgends festgehalten. In dieser schwierigen Situation müssen die Angehörigen einen Entscheid treffen. Sie sagen ja, das heißt: Die Funktion der Organe wird maschinell aufrechterhalten – bis zur Organentnahme.

 

Mittwoch, 19. August, 21.05 Uhr

Organspende - Ich will leben! (2/3)

Film von Barbara Frauchiger

Zu Beginn erholt sich die kleine Mireya gut von der Transplantation. Dann aber treten Komplikationen auf: Die Leber blutet. Es braucht eine weitere Operation. Für Mireya und ihre Eltern ist diese Wende nur schwer zu ertragen. Der Eingriff ist erfolgreich, aber der Weg zur Genesung noch lang. Auch die ehemalige Spitzenreiterin Nicola Heyser ist transplantiert. Seit fast zehn Jahren lebt sie mit einem Spenderherz und ist dankbar, dass sie ihre Tochter aufwachsen sehen kann. Wie alle transplantierten Patientinnen und Patienten wird sie aber ein Leben lang auf Immunsuppressiva angewiesen sein. Das sind Medikamente, die verhindern, dass der Körper das fremde Organ wieder abstösst. Das Immunsystem wird gedrosselt – das heißt auch: Das Krebsrisiko bei transplantierten Patientinnen und Patienten ist deutlich höher. Nicola Heyser musste bereits wegen Hautkrebs operiert werden. 

 

Mittwoch, 19. August, 21.50 Uhr

Organspende - Ich will leben! (3/3)

Film von Barbara Frauchiger

Eliane Gutzwiller, 26, wurde vor fünf Jahre eine Spenderlunge transplantiert. Sie war wegen Cystischer Fibrose auf das Organ angewiesen. Jetzt leidet sie unter einer chronischen Abstoßung der Lunge. Trotzdem will sie nicht auf ihre Krankheit reduziert werden. Sie führt einen möglichst normalen Alltag und teilt ihn in den sozialen Medien – mit einer wachsenden Zahl von Followern: "Für mich ist das eine Art der Bewältigung", sagt Eliane. Sie sei mehr als nur die Krankheit und wehrt sich gegen Mitleidsbekundungen. Auch dass sie zuweilen unter Panikattacken leidet, verschweigt sie nicht. Auch Christian Reutemann hat eine Lungenkrankeheit. Sein Aktionsradius ist praktisch auf die Wohnung beschränkt. Selbst der Gang zum Briefkasten kostet ihn grösste Mühe. Und doch gibt er die Hoffnung auf eine Transplantation nicht auf: "Exit wäre eine Lösung", sagt er, "aber ich will noch leben."

 

Fotos zu allen Sendungen finden Sie hier.

Hauptabteilung Kommunikation
Dokumentation und Reportage

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@zdf.de
Mainz, 19. Juni 2020
Sendetermine