„Ansonsten geht's mir gut“: Aslı (Seda Güngör) ist neu in Berlin. Sie kam als Teil der jüngsten Einwanderungswelle aus der Türkei nach Deutschland © ZDF und Daniel Nartschick

Das Kurzfilmprogramm anlässlich der 67. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen

Mit dem 3sat-Förderpreis 2020 "Ansonsten geht's mir gut" und weiteren Preisträgerfilmen aus den vergangenen Wettbewerben

Anlässlich der 67. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen, die in diesem Jahr vom 1. bis zum 10. Mai stattfinden, zeigt 3sat ein Kurzfilmprogramm mit elf  Filmen aus den vergangenen Wettbewerben. Den Auftakt macht der Film "Ansonsten geht's mir gut" am Samstag, 8. Mai, 22.35 Uhr, in Erstausstrahlung, ausgezeichnet mit dem 3sat-Förderpreis 2020. Weitere preisgekrönte Kurzfilme folgen im Anschluss. Die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen und 3sat setzen ihre Kooperation in diesem Jahr neu auf. Schwerpunkte der Partnerschaft sind ein von 3sat dotierter Preis im Deutschen Wettbewerb, der bisherige "3sat-Förderpreis" wird ab diesem Jahr vom "3satNachwuchspreis" abgelöst, sowie der Ankauf weiterer Preisträgerfilme aus dem Festivalprogramm. Die Pressemeldung zur neuen Zusammenarbeit finden Sie hier.

 

Alle Filme stehen nach ihrer TV-Ausstrahlung bis zum 6. Juni, 23.59 Uhr, in der 3satMediathek zur Verfügung. Der Auftaktfilm "Ansonsten geht's mir gut" bis 5. August, 23.59 Uhr.

Film
ab
Sa 08. Mai
22:35 Uhr
Mit einer Erstausstrahlung

Samstag, 8. Mai, um 22.35 Uhr

"Ansonsten geht's mir gut" · 3sat-Förderpreis 2020

Kurzfilm, Deutschland/Türkei 2020, 14 Minuten

Regie: Eren Aksu

Erstausstrahlung

Die türkische Einwanderin Aslı nimmt in Berlin ‎an einem Probesprechen für einen Audioführer eines Museums teil und wird dabei mit Objekten aus ihrem Heimatland konfrontiert. Aslıs Begegnungen im weiteren Verlauf des Tages enthüllen die Absurdität des "Fehl-am-Platz-Seins". Der Kurzfilm von Eren Aksu wurde bei den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen 2020 mit dem "3sat-Förderpreis" ausgezeichnet.‎

 

Samstag, 8. Mai, um 22.45 Uhr

"Which Way to the West" · 3sat-Förderpreis 2019

Kurzfilm, Deutschland 2019, 13 Minuten

Regie: Kristina Kilian

Jean-Luc Godard drehte nach der Wende einen Film über Deutschland. 28 Jahre später begibt sich die junge Regisseurin Kristina Kilian auf seine Spuren. Sie sucht nach ihrer Identität als Filmemacherin. Die Regisseurin trifft auf Figuren aus Godards Film und besucht die Drehorte. Bleibt sie gefangen in dieser Endlosschleife aus deutscher Vergangenheit und Trauma? "Which Way to the West" gewann den 3sat-Förderpreis bei den Kurzfilmtagen Oberhausen 2019.

 

Samstag, 8. Mai, um 23.00 Uhr

"Mrs. McCutcheon"

Kurzfilm, Australien 2017, 17 Minuten

Regie: John Sheedy

Die Schülerinnen und Schüler machen große Augen, und die Lehrerinnen und Lehrer wundern sich, als Mrs. McCutcheon in die Schule kommt: Es ist der zehnjährige Tom, der Mädchenkleider trägt und sich "Mrs. McCutcheon" nennt. Auch auf seiner dritten Schule fällt es ihm schwer, sich einzugewöhnen, weil seine Mitschüler*innen ihn hänseln. "Mrs McCutcheon" ist John Sheedys Debütfilm. Der Kurzspielfilm behandelt das Thema "Transgender" für Kinder wie Erwachsene unterhaltsam und anrührend und erhielt eine "Lobende Erwähnung" der Kinderjury.

 

Samstag, 8. Mai, um 23.15 Uhr

"Carlotta's Face" · Preis der Ökumenischen Jury 2018

Kurzfilm, Deutschland 2018, 5 Minuten

Regie: Frederic Schuld und Valentin Ried

Carlotta blickt in den Spiegel und sieht darin jeden Tag das Gesicht einer anderen Frau. Als Kind denkt Carlotta, ihre Mitmenschen hätten gar keine Gesichter. Erst viele Jahre später erfährt Carlotta von einem seltenen, unheilbaren Defizit ihres Gehirns. Schließlich eröffnet ihr die Kunst den entscheidenden Zugang, sich endlich selbst zu erkennen. Eine dokumentarische Erzählung, fantasievoll animiert. "Carlotta's Face" gewann in Oberhausen 2018 den Preis der Ökumenischen Jury und von der Deutschen Film- und Medienbewertung das Prädikat "besonders wertvoll".

 

Samstag, 8. Mai, um 23.20 Uhr

"Tower XYZ"

Kurzfilm, Großbritannien 2016, 3 Minuten

Regie: Ayo Akingbade

Begleitet von einem vibrierenden Soundtrack durchstreifen verschiedene Personen Londons Betonwüsten, während eine Frau über die aktuelle Situation der Stadt und ihre Zukunft nachdenkt. Das essayistische Musikvideo "Tower XYZ" der Filmemacherin und Künstlerin Ayo Akingbade aus Hackney, East London, wurde von der Internationalen Jury in Oberhausen 2017 mit einer "Lobenden Erwähnung" ausgezeichnet. Ayo Akingbade studierte am London College of Communication. Ihre Filme wurden unter anderem in Kunstinstitutionen und Museen in London und New York gezeigt.

 

Samstag, 8. Mai, um 23.25 Uhr

"Schwarze Welle"

Kurzfilm, Deutschland 2016, 13 Minuten

Regie: Mariola Brillowska

Ein schiffbrüchiger Afrikaner gerät in die Obhut der uniformierten Meerjungfrau "Germine Ausweis", die im hölzernen Beobachtungsposten mitten auf dem Meer Wache schiebt. Mariola Brillowska erzählt ihre scheinbar naive, skurril-ironische Märchengeschichte mit bewussten Brüchen und Anspielungen auf die aktuelle Situation von Flüchtlingen in Europa. Gesprochen wird die Meerjungfrau von einem kleinen Mädchen, animiert ist der Film mit kräftigen Farben und Konturen. Mariola Brillowska studierte Freie Kunst. Ihre Handschrift als anarchistische Film-, Theater- und Hörspielregisseurin, Performancekünstlerin und Autorin vermittelt sie auch als Professorin an Kunst- und Filmhochschulen.

 

Samstag, 8. Mai, um 23.35 Uhr

"Tiefenschärfe"

Kurzfilm, Deutschland 2017, 15 Minuten

Regie: Mareike Bernien und Alex Gerbaulet

Straßenkreuzungen, Unterführungen, Hausfassaden in Nürnberg: Inmitten dieser unscheinbaren Orte wurden zwischen 2000 und 2005 mutmaßlich drei Menschen vom sogenannten NSU ermordet. Ein experimenteller Kurz-Dokumentarfilm, der provoziert: Ihre Klage über den gewaltsamen Tod dreier Nürnberger Bürger mit Migrationshintergrund bebildert das Autoren-Duo mit Impressionen urbaner Gleichgültigkeit. "Tiefenschärfe" von Mareike Bernien und Alex Gerbaulet hebt die vordergründige Normalität von Straßenszenen aus den Angeln, indem er die Bilder kippt und im Kommentar an die Mordopfer erinnert.

 

Samstag, 8. Mai, um 23.50 Uhr

"Water Marks"

Kurzfilm, Israel 2016, 4 Minuten

Regie: Meshy Koplevitch

Ein Mädchen, das schwimmt und Fahrrad fährt - nichts Besonderes. Wäre da nicht die Gasmaske, die es trägt, und wären da nicht die Helikopter, die Panzer und die Soldaten. Der poetisch-hintergründige Animationsfilm "Water Marks" aus Israel ist angelehnt an die Erinnerungen der Autorin an ihre Kindheit im Kibbuz. In Form von sparsamen Wasserfarb-Animationen und mit einem gespenstisch einlullenden Soundtrack, in den sich die Echos von Krieg und Ausnahmezustand mischen, erinnert sich die israelische Regisseurin Meshy Koplevitch an ihre Kindheit im Kibbuz.

 

Samstag, 8. Mai, um 23.55 Uhr

"Ich bin hier"

Kurzfilm, Deutschland 2016, 10 Minuten

Regie: Mariola Brillowska

Eine Gruppe geistig Behinderter versammelt sich zum Picknick in einem Garten sowie im Tonstudio. Sie singen ein Lied über die Liebe zur Musik und das Gefühl, am richtigen Ort zu sein. "Ich bin hier", eine Komposition von Danny Schulz, realisiert unter der musikalischen Leitung von Caroline Gempeler-Debérn und dargeboten von Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Songwerkstatt AWG Alte Schule Reitbrook, hat Ohrwurm-Charakter mit seinem einschmeichelnden Refrain und seinem sanft pochenden Groove. Über die entspannt-beschwingte Musik hinaus, in der sich Gesangs- und Sprechmomente abwechseln, erzählt das Musikvideo unter Einsatz sparsamer Tricks wie Zeitlupe und Rückwärtslauf auf zauberhafte Weise vom barrierefreien Zusammensein eines besonderen künstlerischen Kollektivs. 2017 gewann das Video von Regisseurin Mariola Brillowska den MuVi-Online-Publikumspreis.

 

Samstag, 8. Mai, um 0.05 Uhr

"Bigger Than Life" · 3sat-Förderpreis 2018

Kurzfilm, Deutschland/Italien/Mazedonien 2018, 30 Minuten

Regie: Adnan Softic

Die Regierung Mazedoniens möchte ihrer Hauptstadt größere Strahlkraft verleihen und inszeniert sie unter dem Motto "Skopje 2014" als Wiege der antiken Hochzivilisation und Ursprung Europas. Regisseur Adnan Softic zerlegt die Hybris des monumentalen Konstruktionsplans "Skopje 2014" auf selbstironische Weise: Angesichts des architektonischen und ideologischen Übermaßes entwickelt sich der 30-minütige Kurzfilm zu einer (komischen) Oper in vier Akten. "Bigger Than Life", der essayistische Musikfilm von Regisseur Adnan Softic, führt den Zuschauer*innen vor Augen, wie Geschichte erfunden und vermeintlich Authentisches künstlich hergestellt wird. Seine Videoarbeit "Bigger Than Life" wurde bei den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen 2018 mit dem 3sat-Förderpreis ausgezeichnet.

 

Samstag, 8. Mai, um 0.35 Uhr

"ma nouvelle vie européenne"

Kurzfilm, Deutschland 2019

Regie: Abou Bakar Sidibé und Moritz Siebert

Als Abou aus Mali in Europa ankam, war es, als hätte ein neues Leben für ihn begonnen - ein Leben mit einer Zukunft. Aber in Deutschland geht alles anders als erwartet. Während sein Film über seine Reise nach Europa überall auf der Welt gezeigt wird, lebt Abou isoliert in einem Flüchtlingsheim. "ma nouvelle vie européenne" ist eine essayistische Reflexion über Europas unsichtbare Grenzen und über das Filmemachen als Akt der Selbstermächtigung. Abou Bakar Sidibé dokumentiert und reflektiert seinen Aufenthalt in Deutschland. Der Film wurde 2019 bei den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen mit dem Preis für den besten Beitrag des Deutschen Wettbewerbs ausgezeichnet. 

 

Fotos zum Kurzfilmprogramm anlässlich der 67. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen in 3sat finden Sie hier.

 

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@3sat.de
Mainz, 09. März 2021
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