In den Steinbrüchen von Carrara wird heute 100 Mal mehr Marmor abgebaut als vor 30 Jahren © ZDF/Nikolaus Geyrhalter, NGF

"Tag der Erde": 3sat zeigt Nikolaus Geyrhalters "Erde" und "La buena vida" von Jens Schanze

Zwei preisgekrönte Dokumentarfilme über den Umgang mit dem Planeten Erde und den Folgen für Erde, Umwelt und Mensch

Anlässlich des "Tags der Erde" am 22. April zeigt 3sat am Montag, 19. April, um 22.25 Uhr, in der 3satDokumentarfilmzeit Nikolaus Geyrhalters Film "Erde" sowie um 2.20 Uhr den Dokumentarfilm "La buena vida - Das gute Leben" von Jens Schanze: Zwei preisgekrönte Dokumentarfilme über den Umgang mit dem Planeten Erde und den Folgen für Erde, Umwelt und Mensch. Beide Filme sind 24 Stunden vor Sendung für 7 Tage in der 3satMediathek abrufbar.

Dokumentarfilm
Mo 19. Apr
22:25 Uhr
Mit einer Erstausstrahlung

3satDokumentarfilmzeit

Montag, 19. April, 22.25 Uhr

"Erde"

Dokumentarfilm, Deutschland/Österreich 2019

Regie: Nikolaus Geyrhalter

Erstausstrahlung

Der Mensch ist der wichtigste Faktor für die fundamentalen und unwiderruflichen Veränderungen unseres Heimatplaneten. In Tief- und Tagebaugebieten von immensem Ausmaß finden unermüdlich Umwälzungen von Erde statt, die offene Wunden in der Erdkruste zurücklassen. Der Film "Erde" führt an solche Baustellen in Europa und Nordamerika, die sonst nur schwer zugänglich sind. Am Brenner wird ein Basistunnel durch den Berg getrieben, um die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt zu ermöglichen. Um die weltweite Nachfrage an Marmor zu stillen, werden in den Steinbrüchen im italienischen Carrara heute 100 Mal mehr Blöcke abgetragen als noch vor 30 Jahren. Im Braunkohletagebau im ungarischen Gyöngyös inmitten eines prähistorischen Sumpfzedernwaldes, in den Kupferminen am spanischen Río Tinto, wo seit dem Römischen Reich Metall abgebaut wird, inmitten der Ölsande im kanadischen Alberta auf dem Gebiet einer First Nation oder auf einer Riesenbaustelle im kalifornischen San Fernando Valley, wo Berge geschliffen werden, um leicht bebaubare Grundstücke für neue Städte zu schaffen, verändert der Mensch durch seine Eingriffe die natürlichen Gegebenheiten und das Ökosystem unwiderruflich. Arbeiterinnen und Arbeiter, Technikerinnen und Techniker erzählen vom leidenschaftlichen "Kampf des Menschen gegen die Erde", der täglichen Faszination, "Berge zu versetzen" und einem Astronauten gleich Material zu berühren, "das davor noch niemand berührt hat". Sie sprechen aber auch voll Demut und Respekt von der Natur, im Bewusstsein der Veränderungen, die ihr Tun hinterlässt. "Erde" erhielt auf der Berlinale 2019 den "Preis der Ökumenischen Jury".

 

Montag, 19. April, 2.20 Uhr

"La buena vida - Das gute Leben"

Dokumentarfilm, Deutschland/Schweiz 2015

Regie: Jens Schanze

Jairo Fuentes, der junge Anführer der Wayúu-Gemeinschaft Tamaquito, lebt in den Wäldern im Norden Kolumbiens. Bisher gab die Natur den Menschen hier alles, was sie zum Leben brauchten. Doch die gewaltige Cerrejón-Mine, mit 700 Quadratkilometern der größte Kohletagebau der Welt, rückt Tag für Tag näher an Tamaquito heran. Die Steinkohle ist für Europa bestimmt. In Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien produzieren die Kohlekraftwerke damit den Strom, der dort den Wohlstand sichert. Jairo und seine Leute müssen ihr Dorf in den Bergen aufgeben und ihr natürliches, "gutes" Leben hinter sich lassen. In Zukunft hat das Leben für sie einen Preis, der mit Geld zu bezahlen ist. Der Film "La buena vida - Das gute Leben" von Jens Schanze erzählt vom Widerstand der Dorfgemeinschaft von Tamaquito, ihrer letztlich nicht zu verhindernden Umsiedlung und den unerfüllten Versprechungen der Konzernvertreter für ihr neues, "modernes" Leben. Um die Folgen der Umsiedlung für sie kümmern sich weder die Stromkonsumenten in Europa noch die Aktionäre der Cerrejón-Mine, die ihren Gewinn steigern können. Ein berührendes Porträt einer Dorfgemeinschaft, die entschlossen ist, sich nicht alles gefallen zu lassen, was ihr der Kohlekonzern diktieren will. Der Film wurde u.a. mit dem Bayerischen Filmpreis 2015 sowie mit dem Robert Geisendörfer Preis 2017 ausgezeichnet. 

 

Fotos zu beiden Filmen finden Sie hier.

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@3sat.de
Mainz, 11. Februar 2021
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