Mit der Klimaaktivistin Luisa Neubauer (M.) und dem Wirtschaftssoziologen Stefan Brunnhuber (l.) diskutiert Gert Scobel (r.) in "Der 3satThema Talk" unter anderem über globalen Kapitalismus. (c) ZDF/Dennis Weissmantel

"3satThema Talk": Gert Scobel im Gespräch mit Luisa Neubauer und Stefan Brunnhuber

3sat zeigt am Donnerstag, 20. Mai, ab 20.15 Uhr die dreiteilige Dokumentationsreihe "Wem gehört die Welt? - Eine Geschichte der Menschheit" mit Moderator Dirk Steffens, ergänzt um zwei 15-minütige Gesprächsrunden um 21.00 Uhr und um 21.55 Uhr. Gert Scobel diskutiert im "3satThema Talk" mit der Klimaaktivistin Luisa Neubauer und dem Wirtschaftssoziologen Stefan Brunnhuber über globalen Kapitalismus und völlig neue Denkansätze für einen tiefgreifenden Wandel unseres Wirtschaftssystems. Erstausstrahlungen. 

3satThema
Do 20. Mai
21:00 Uhr
Do 20. Mai
21:55 Uhr
Erstausstrahlungen

Ökologische Krise, Klimakrise, Gerechtigkeitskrise, globale Wirtschaftskrise – und Coronakrise: Für den Wirtschaftssoziologen und Psychiater Stefan Brunnhuber steht die Weltgesellschaft an einem entscheidenden Punkt. Nicht nur das Virus habe den Planeten in einen komplexen, "asymmetrischen Schock" versetzt, dem nicht mit den herkömmlichen linearen Lösungsansätzen beizukommen sei, sondern nur mit zirkulären, parallel geschalteten und vernetzten Strategien.

Die gute Nachricht: Nie zuvor war die Welt so bereit zum Wandel, weil aktuell knapp alle 7,8 Milliarden Menschen zur gleichen Zeit das gleiche Schicksal teilen. Spätestens seit dem Weckruf durch den Club of Rome 1968 weiß die Menschheit, dass die Klimakrise das größte und drängendste Problem ist. Warum kommen wir bei der Lösung immer noch kein Stück voran? Brunnhubers Diagnose: Wir wissen, was zu tun wäre, aber es ist nicht klar, woher das Geld dafür kommen soll. Und das wichtigste Instrument, das dafür zur Verfügung stünde, unterliegt einem Tabu und kommt nicht zum Einsatz: das Kapital der globalen Finanzsysteme. Aber nicht nur die Lenkung der Finanzwirtschaft müsste umsteuern, auch die Realwirtschaft müsste alte Denkmuster aufgeben: Freiheit des Marktes kann und darf nicht länger bedeuten, dass die Haftung und Verantwortung für entstehende Schäden immer wieder dem Staat, der Gesellschaft und ihren schwächsten Mitgliedern aufgebürdet wird. Wenn wir mit diesem Wissen Kapital und Ressourcen der Welt nutzen, bestünde die Chance für mehr Gerechtigkeit, größere individuelle Freiheit und eine Bewältigung aktueller und zukünftiger Krisen.

 

 

Gert Scobel auf seinem YouTube-Kanal zum "3satThema: Wem gehört die Welt?"

"Wem gehört die Welt?" fragt Gert Scobel auch in seinem aktuellen Video auf seinem YouTube-Kanal, und nimmt dabei unter anderen Bezug auf den Philosophen Immanuel Kant. Ab Donnerstag, 20. Mai, auf www.youtube.com/scobel.

Nur auf dem Denkpfad der Aufklärung findet man eine universell gültige Antwort auf die Frage, wem die Welt gehört. Nach Kant haben alle Menschen das gleiche "Recht des gemeinschaftlichen Besitzes der Oberfläche der Erde". Die Welt gehört allen - oder niemandem. In dieser Erkenntnis liegt die gesamte kritische Kraft, die gegen einen entfesselten Kapitalismus aufgeboten werden kann, der fälschlich behauptet, das Recht einiger weniger auf nahezu alles begründen zu können.

Seit Oktober 2019 gibt es unter www.youtube.com/Scobel jeden Donnerstag ein neues Video zu einem spannenden Thema aus Wissenschaft, Philosophie, Ethik, Kultur und Gesellschaft. Inhaltlich ist der Kanal ähnlich interdisziplinär ausgerichtet wie die wöchentliche Sendung, bietet aber eine stärker philosophische Perspektive.

 

Ein all4-Radio-Interview mit Gert Scobel zum "3satThema: Wem gehört die Welt?" finden Sie hier zum Download, hier zum Nachlesen.

 

Fotos finden Sie hier.

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@3sat.de
Mainz, 30. März 2021
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