Ama-San auf dem Weg zum Arbeitsplatz © ZDF/SRF/Vincafilm

Ama-San

Die Frauen des Meeres

Ein Sprung ins Wasser und das Licht der Nachmittagssonne bricht sich in den Wellen. Die Luft in der Lunge muss reichen, um am Meeresgrund des Pazifischen Ozeans die begehrten Abalone-Muscheln von den Felsen zu lösen. Tag für Tag tauchen Matsumi, Mayumi und Masumi aus dem Fischerdorf Wagu nach Muscheln und anderen Meerestieren. 3sat zeigt "Ama-San - Die Frauen des Meeres" von Cláudia Varejão am Montag, 28. Oktober, um 22.25 Uhr in deutscher Erstausstrahlung.

3satDokumentarfilmzeit
Mo 28. Okt
22:25 Uhr

Seit 30 Jahren tauchen Matsumi, Mayumi und Masumi vor einem kleinen Fischerdorf auf der Shima-Halbinsel im Meer. Sie sind Mütter oder Großmütter und leben in einem traditionellen Fischerdorf auf der japanischen Halbinsel Izu. Sie sind Ama-San, Frauen des Meeres. Sie üben einen Beruf aus, der sich über 2000 Jahre hinweg kaum verändert hat. Zwar tauchen sie nicht mehr nackt, wie einst ihre Großmütter, sondern in Neoprenanzügen - aber noch immer ohne Sauerstofftank, mit kunstvoll gewickelten Kopftüchern und mit extremer Ausdauer. Unter Wasser verwandeln sich die grazilen Körper zu Meeresjägern.

 

"Ama-San - Die Frauen des Meeres" von Cláudia Varejão begleitet den Alltag der Ama-San Matsumi, Mayumi und Masumi. Die Ama-San gelten seit jeher als Vorreiterinnen für die Stellung der Frau in der japanischen Gesellschaft. Wenn die Männer für längere Zeit auf der Jagd oder zum Fischen auf See waren, mussten die Frauen anderweitig Nahrung finden, um ihre Familien versorgen zu können. Den Winter über arbeiteten sie auf den Feldern, und sobald es wärmer wurde, kamen sie in Gruppen am Strand zusammen und sammelten Meeresfrüchte. Das Tauchen ermöglichte den Ama-San mehr Unabhängigkeit, und in vielen Familien wurden Frauen die einzigen Erwerbstätigen. Ein solches Phänomen ist in dem patriarchalischen und konservativen Japan einmalig. Sie leben seit jeher unabhängig innerhalb ihrer Gemeinschaften, deren schwesterliche Bande den Zusammenhalt gewähren. Trotz der Verantwortung für das Haupteinkommen, das sie in ihren Familien meist stellen, haben sie sich bis heute untereinander einen sehr respektvollen Umgang bewahrt. Aufgenommen zwischen der stillen Unterwasserwelt und dem ländlichen Leben an Land, ist dieser Dokumentarfilm von Cláudia Varejão ein einzigartiges Porträt einer Tradition, die seit Jahrtausenden gelebt wird.

 

Fotos zum Film finden Sie hier.

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@3sat.de
Mainz, 22. Oktober 2019
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