"Atelier de conversation"

In der Bibliothèque publique d’information im Centre Pompidou in Paris treffen sich wöchentlich Menschen aus allen Erdteilen, um im Atelier de conversation Französisch zu sprechen. Neben Kriegsflüchtlingen sitzen Geschäftsleute, neben unbekümmerten Studierenden politisch Verfolgte. So verschieden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch sind, so haben sie gemeinsame und verbindende Ziele: die Sprache zu lernen und Verbündete zu finden, um in der Fremde leben zu können. An diesem hoffnungsvollen Ort werden soziale und kulturelle Grenzen aufgelöst und Menschen, die niemals miteinander in Berührung kommen, begegnen sich auf Augenhöhe. 3sat zeigt den Dokumentarfilm "Atelier de conversation" (Österreich/Frankreich/Liechtenstein 2017) von Bernhard Braunstein am Montag, 18. Februar, um 22.25 Uhr, in seiner "Dokumentarfilmzeit" in Erstausstrahlung.

3satDokumentarfilmzeit
Mo 18. Feb
22:25 Uhr
Erstausstrahlung

 

„Eine Schnittstelle für die verschiedenen Lebenswelten in Paris ist die Bibliothèque publique d’information, die sich auf zwei weitläufigen Etagen des Centre Pompidous befindet und kostenlos ohne Formalitäten für jeden frei zugänglich ist. Die Energie an diesem Ort, an dem täglich über 4000 Menschen aus aller Welt denken, lesen, lernen, plaudern, Musik hören, fernsehen, im Internet surfen, schlafen oder sich einfach nur aufwärmen, war ansteckend und motivierend. Häufig war ich dort, um an einem Multimedia-Arbeitsplatz Französisch zu lernen“, schreibt Autor Bernhard Braunstein. „Eines Nachmittags las ich eine Informationstafel, die ins Atelier gratuit de conversation zur offenen Konversationsgruppe einlud, jeweils Freitag um 18 Uhr. Es war Freitagnachmittag, ich blieb bis zum Abend in der Bibliothek und schrieb mich eine viertel Stunde vor Beginn auf eine Liste: Bernard, Autriche. Kurze Zeit später befand ich mich im Atelier gratuit de conversation in einem Sesselkreis als eine von etwa 16 Personen. (…) Alle ProtagonistInnen des Films haben eine sehr tiefgreifende und intensive Erfahrung gemacht. Sie haben erlebt, wie deprimierend Sprachlosigkeit sein kann und wie groß das Bedürfnis ist, zu kommunizieren.“ Der Film war 2017 Eröffnungsfilm des Pariser Filmfestivals Cinéma du Réel und gewann im selben Jahr den Spezialpreis der Jury beim Karlovy Vary International Film Festival und den ARTE-Dokumentarfilmpreis auf der Duisburger Filmwoche.

 

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@3sat.de
Mainz, 03. Februar 2019
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