Der Verfolgung durch die eigenen Landsleute knapp entkommen: Deserteur Willi Herold (Max Hubacher), bevor er in die Uniform und Identität eines Hauptmanns schlüpfen kann © ZDF und Julia M. Müller.

"Der Hauptmann" - Spielfilm von Robert Schwentke

Spielfilm, Deutschland/Frankreich/Polen 2017

Ende des Zweiten Weltkriegs findet der junge Gefreite Willi Herold auf der Flucht eine Hauptmannsuniform. Kurzerhand übernimmt er die ranghohe Bekleidung und die damit verbundene Rolle. Nach historischen Vorkommnissen zeichnet das stark stilisierte und in kontrastreichem Schwarz-Weiß gefilmte Drama die mysteriöse Selbstermächtigung des Anführers als mörderische Köpenickiade. 3sat zeigt den Spielfilm "Der Hauptmann" am Freitag, 8. Mai, um 22.25 Uhr im Rahmen seines Programms anlässlich des Endes des Zweiten Weltkriegs.

 

Film
Fr 08. Mai
22:25 Uhr
Erstausstrahlung

April 1945, kurz vor Kriegsende im deutschen Niemandsland: Der 19-jährige Gefreite Willi Herold läuft um sein Leben. Als Deserteur gelingt es ihm, sich im letzten Augenblick vor dem deutschen Offizier Junker und dessen Männern in Sicherheit zu bringen. In einem abgestellten Wagen findet Herold einen Offiziersmantel, eine Uniform und ein Paar Schuhe. Vor Kälte zitternd probiert er die Kleidung an. Herold sieht aus wie ein leibhaftiger Hauptmann. Doch als der Gefreite Freytag auftaucht, muss Herold ihn glaubhaft täuschen, wenn er überleben will. Herold spielt erstmals die Rolle des Hauptmanns, und Freytag wird sein untertäniger Fahrer. Immer mehr versprengte Soldaten schließen sich ihm an. In seinem ständig wachsenden Übermut gibt er sich als Sondereinsatzführer in Hitlers Auftrag aus. Sogar Junker erkennt ihn bei einer Begegnung nicht mehr wieder. In einem Gefangenenlager für Desertierte übernimmt Herold in seiner erfundenen Rolle kurzerhand die Befehlsgewalt, lässt ein Standgericht einsetzen und die Gefangenen größtenteils erschießen. Die "erfolgreiche" Mission wird mit einem ausgelassenen "bunten Abend" gefeiert. Am nächsten Tag tauchen alliierte Flieger am Himmel auf und machen das Lager dem Erdboden gleich. Doch der falsche Hauptmann kommt abermals davon. Das "Schnellgericht Herold" zieht weiter in eine nahgelegene Stadt. Der Bürgermeister, der die weiße Flagge gehisst hat, wird kurzerhand auf offener Straße exekutiert. Die Truppe quartiert sich in das örtliche Hotel ein, wo es zu einer Orgie kommt. Am nächsten Morgen stürmt die deutsche Militärpolizei das Haus, Herold und seine Männer werden verhaftet. Der "Hauptmann" ist enttarnt. Nach vier Stunden vor einem notdürftig besetzten deutschen Militärgericht wird festgestellt, dass Herold ein Mann ist, der die Dinge erledigt bekommt. Man ist sich einig, dass die Armee auf so jemanden nicht verzichten sollte.

 

Nach mehreren Filmen in Hollywood kehrt Robert Schwentke mit "Der Hauptmann" nach Deutschland zurück und blickt tief in menschliche Abgründe. Er liefert eine visuell und in der Tongestaltung außergewöhnliche Reflexion über die ebenso banale wie abgründige Aneignung und Ausübung von Macht und die "Wolfsnatur" des Menschen. Zu den grandiosen Darstellern zählen neben Nachwuchstalent Max Hubacher in der Hauptrolle auch Frederick Lau, Milan Peschel und Alexander Fehling.

 

Alle Fotos zum Film und zum gesamten Programm anlässlich des Endes des Zweiten Weltkriegs finden Sie hier.

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@3sat.de
Mainz, 07. April 2020
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