Künstlerin Katharina Grosse bei der Erstellung ihrer Arbeit "Asphalt and Hair" im dänischen Aarhus im Jahr 2017. (c) ZDF und Claudia Müller

Dokumentation "Think Big! – Die Künstlerin Katharina Grosse"

Porträt über die Malerin mit der Spraypistole

Katharina Grosse ist eine Malerin, die sich nicht vom Format der Leinwand einengen lässt: Bewaffnet mit Spraypistole und kräftigen Farben verwandelt sie Innen- und Außenräume in begehbare Farblandschaften, in begehbare Welten, in denen sie die Grenzen zwischen Zwei- und Dreidimensionalität sprengt und die Betrachterinnen und Betrachter auffordert, ihre Seh- und Denkgewohnheiten zu revidieren. Für ihre Dokumentation "Think Big! – Die Künstlerin Katharina Grosse" (Erstausstrahlung), in 3sat am Samstag 19. Dezember 2020, 22.15 Uhr zu sehen, hat Filmemacherin Claudia Müller die Grenzen sprengende Künstlerin sechs Jahre lang bei der Erschaffung neuer Bildwelten begleitet.

Kunst
Sa 19. Dez
22:15 Uhr
Erstausstrahlung

Katharina Grosse, 1961 in Freiburg geboren und in Bochum aufgewachsen, hat an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert und gehört nicht zu einer Generation unterschätzter Frauen, die lange im Schatten ihrer männlichen Kollegen standen: Sie wurde gefördert und hat davon profitiert, was die vorherige Generation feministischer Künstlerinnen bereits geleistet hat. Doch die Malerei ist ein schwieriges Feld, denn kein anderer Bereich der bildenden Kunst ist so sehr mit dem Geniegedanken, den "Malerfürsten", verknüpft.

Katharina Grosses Werk liefert neue Ansätze und Perspektiven auf das, was Malerei sein kann: ein unbegrenztes Feld von Möglichkeiten. Sind das noch Gemälde – oder ist das Vandalismus? Wo beginnen und wo enden sie? Malerei kann infizieren und irritieren und unseren Blick auf die Welt in Frage stellen. Genau dort setzt Grosses Kunst an. Ihre Werke sind ein Angriff auf unsere Wahrnehmung von Begrenzungen, die wir als gegeben hinnehmen. Ihre Bilder und Installationen haben eine visuelle Kraft, die sich aus dem Zusammenspiel von greller Farbigkeit und Hindernissen speist, die von der Bewegung ihrer Spraypistole einfach verschluckt werden. In mehr als 20 Jahren schuf sie ein Œuvre, das im wahren Sinne des Wortes Spuren hinterlassen hat.

Im Mittelpunkt des Films stehen Katharina Grosses Schaffensprozess und ihre immer neue Herangehensweise an Räume, freie Flächen im Außenraum oder die Leinwand. Als roter Faden zieht sich die Einrichtung von Grosses Installation im Museum Hamburger Bahnhof in Berlin durch den Film – sie ist seit Juni 2020 dort zu sehen –, ergänzt durch Material, das bei der Entstehung von Projekten in den USA, Dänemark und Italien entstand. Arbeiten, die zum Teil zu großen Kontroversen und Anfeindungen aus der Bevölkerung geführt haben. Katharina Grosses Malerei ist ein sinnlich visualisierter Denkprozess, der dazu auffordert, keine Vergleiche zu etwas schon mal Gesehenem anzustellen, sondern eigene Denkräume zu öffnen: "Think Big!" eben. Größe ist kein Maßstab, sondern ein Anspruch, der sich durch ihr ganzes Werk zieht.

 

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ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@3sat.de
Mainz, 12. Oktober 2020
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