Bis ins hohe Alter dem Leben zugewandt: Marceline Lorida-Ivens in ihrer Wohnung in Paris ("Marceline. Eine Frau. Ein Jahrhundert") © ZDF und Cordelia Dvorák

Filme zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust

U.a. mit den österreichischen Dokumentarfilm "Liebe war es nie"

Zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar - an diesem im Jahr 1945 befreite die Rote Armee die letzten Gefangenen des Konzentrationslagers Auschwitz - zeigt 3sat von Montag, 24. Januar 2022, bis Samstag, 29. Januar 2022, Dokumentarfilme, Dokumentationen und Spielfilme.

Gesellschaft
von
Mo 24. Jan
22:30 Uhr
bis
Sa 29. Jan
23:00 Uhr

Montag, 24. Januar 2022, 22.25 Uhr · 3satDokumentarfilmzeit

"Liebe war es nie"

Dokumentarfilm, Österreich/Israel 2020

Regie: Maya Sarfaty

Als junge Frau wird Helena Citron nach Auschwitz gebracht. Schon bald findet sie Trost bei Franz Wunsch, einem hochrangigen SS Offizier, der sich in Helena und ihre Gesangsstimme verliebt. Trotz des Risikos einer Exekution im Falle einer Aufdeckung währte die Beziehung bis zur Befreiung von Auschwitz. Als 30 Jahre später ein Brief von Wunschs Ehefrau eintrifft, in welchem sie Helena um eine Aussage zu Wunschs Gunsten bittet, wird sie mit einer unmöglichen Entscheidung konfrontiert: Wird sie dem Mann, der mit so vielen Leben auf brutale Weise umgegangen ist, ihres und das ihr nahestehender Personen jedoch gerettet hat, helfen? Für die Rekonstruktionen der wichtigsten Szenen wurden vielschichtige Fotomontagen, bei denen ausschließlich historische Fotos und Archivmaterial benutzt wurden, verwendet. 

 

Montag, 24. Januar 2022, 23.45 Uhr

"Marceline. Eine Frau. Ein Jahrhundert"

Dokumentarfilm, Frankreich/Niederlande 2019

Regie: Cordelia Dvorák

Frech und feurig leuchtete noch mit 90 Jahren rote Farbe auf ihren wilden Haaren: Die KZ-Überlebende und Autorin Marceline Loridan-Ivens (1928-2018) war zu lebendig, um sich als Denkmal zu fühlen. Geboren in Paris als Marceline Rozenberg, wurde sie mit 15 Jahren gemeinsam mit ihrem Vater in das von den Deutschen besetzte Polen deportiert. Er Auschwitz, sie Birkenau. Mit ihrem Roman "Und Du bist nicht zurückgekommen" hielt sie die Erinnerung an ihn wach. In dem feinfühligen Film wird die alte Dame kurz vor ihrem Tod in ihrem Alltag und bei der Aufarbeitung ihrer Tagebücher beobachtet. Über Filmausschnitte und Statements der stets scharfzüngigen Französin zeichnet der Film vor allem ihr Leben nach dem Zweiten Weltkrieg nach.

 

Dienstag, 25. Januar 2022, 22.55 Uhr

"Die Unsichtbaren. Wir wollen leben"

Dokudrama, Deutschland 2017

Regie: Claus Räfle

Berlin, 1943: Das Naziregime hat die Reichshauptstadt offiziell für "judenrein" erklärt. Doch einigen Jüdinnen und Juden gelingt tatsächlich das Undenkbare: Sie werden unsichtbar für die Behörden. Der Film schildert ein weitgehend unbekanntes Kapitel des jüdischen Widerstands während der Zeit des Nationalsozialismus. Das Drehbuch basiert auf Interviews, die Regisseur Claus Räfle und seine Ko-Autorin Alejandra López mit Zeitzeugen geführt haben. Einfühlsam, beklemmend und erstaunlich humorvoll verweben sie die Spielhandlung mit Interview-Ausschnitten und Archivaufnahmen zu einem dichten, emotional bewegenden Ensembledrama. Mit Max Mauff, Alice Dwyer, Ruby O. Fee u.a.

 

Mittwoch, 26. Januar 2022, 20.15 Uhr

"Die Aufseherin. Der Fall Johanna Langefeld"

Dokumentarfilm, Deutschland 2020

Regie: Gerburg Rohde-Dahl und Wladek Jurkow

Johanna Langefeld entzog sich in Krakau ihrem Prozess gegen Naziverbrecher, indem sie am 23. Dezember 1946 mithilfe ihrer ehemaligen Gefangenen aus dem Gefängnis Montelupich in Krakau flüchtete. Danach hielt sie sich elf Jahre lang in Polen versteckt. Sie lebte bis 1974 unbehelligt in Bayern. Ein rätselhafter und irritierender Vorgang, der jahrzehntelang geheim gehalten wurde, um sowohl die ehemalige SS-Oberaufseherin wie auch ihre ehemaligen polnischen Gefangenen vor strafrechtlicher Verfolgung zu schützen. Mithilfe von Archivmaterial und Aussagen von Zeitzeugen nähert sich der Film einer hochrangigen Nazi-Täterin, die gleichzeitig das Leben einzelner Gefangenen gerettet hat.

 

Donnerstag, 27. Januar 2022, 22.25 Uhr

"Die Ungewollten - Die Irrfahrt der St. Louis"

Dokudrama, Deutschland 2019

Regie: Ben von Grafenstein

Voller Zuversicht verlassen 937 jüdische Flüchtlinge 1939 den Hamburger Hafen. Nazideutschland hinter sich, die Freiheit vor sich. Ein Visum für Kuba verspricht ein Leben ohne Angst. Doch Havanna verweigert die Einreise. Kapitän Gustav Schröder nimmt Kurs auf die USA. Auch Washington verwehrt der "St. Louis", einen sicheren, US-amerikanischen Hafen anzulaufen. Als dann auch Kanada die Aufnahme verweigert, gerät die Fahrt in die Freiheit zur Odyssee auf dem Atlantik. Heute erinnert der Name Gustav Schröder in der internationalen Holocaust-Gedächtnisstätte Yad Vashem in Jerusalem an die dramatischen Ereignisse an Bord der "St. Louis". Dokudrama in Spielfilmqualität mit Ulrich Noethen, Britta Hammelstein, Johannes Kienast u.a.

 

Freitag, 28. Januar 2022, 20.15 Uhr 

"Die Kinder von Windermere"

Spielfilm, Großbritannien/Deutschland 2019

Regie: Michael Samuels

Nach ihrer Befreiung aus den Konzentrationslagern werden jüdische Kinder an den Lake Windermere gebracht. Der deutsche Psychologe Oscar Friedmann betreut die Kinder dort einen Sommer lang, und sie lernen, mit ihren Erfahrungen umzugehen. Jedoch ist die Vergangenheit immer präsent, und einige erfahren erst in England, dass ihre Familie vollständig ausgelöscht wurde. In Windermere erfahren sie, was es heißt, zu leben und wie viel Glück sie hatten, die Schrecken des Lagers zu überstehen. Packender Film nach einer wahren Geschichte von 300 Kindern, die den Holocaust überlebt haben und 1945 nach England gebracht wurden. Mit Thomas Kretschmann, Romola Garai, Iain Glen, Tim McInnerny u.a.

 

Samstag, 29. Januar 2022, 23.00 Uhr

"Verleugnung"

Spielfilm, Großbritannien/USA 2016

Regie: Mick Jackson

Von 1996 bis 2000 dauerte der Verleumdungsprozess, den der britische Historiker und Holocaustleugner David Irving gegen die amerikanische Professorin Deborah Lipstadt angezettelt hatte. Heraus kam ein denkwürdiger Sieg für Meinungsfreiheit und Gerechtigkeit kontra Geschichtsfälschung und Fanatismus. Regisseur Mick Jackson und der preisgekrönte Drehbuchautor und Dramatiker David Hare machten aus dem brisanten Fall hochkarätiges Schauspielkino. Mit Rachel Weisz, Tom Wilkinson, Timothy Spall u.a.

 

Fotos zum 3sat-Programm anlässlich des Internationalen Tags des Gedenkens an die Opfer des Holocausts finden Sie hier. 

Hauptabteilung Kommunikation
Dokumentation und Reportage

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@zdf.de
Mainz, 23. November 2021
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