In Amsterdam leben 178 verschiedene Ethnien (c) ZDF und Spiegel TV

Furcht vor dem Fremden

„Wissenschaft am Donnerstag“ mit einer Dokumentation über Xenophobie und dem Wissenstalk „scobel“ über neuen Antisemitismus

Die Scheu vor fremden Menschen liegt in unserer DNA, sie ist ein Schutzmechanismus, der lebensrettend sein kann. Vorurteile gegenüber Fremden sind schon aus der Antike überliefert. Wie sehr sind wir unseren evolutionären Wurzeln ausgeliefert, und wie sehr sind Sorgen und Ängste gesellschaftliche Konstruktionen? Die Dokumentation „Furcht vor dem Fremden“, am Donnerstag, 18. April, 20.15 Uhr, geht diesem Phänomen auf den Grund und zeigt neue Forschungsansätze. Im Anschluss, um 21.00 Uhr, folgt die Gesprächssendung „scobel – Neuer Antisemitismus“ (Erstausstrahlungen). Welche Wege es aus Antisemitismus und Xenophobie gibt, diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen, darunter Michel Friedman.

Wissenschaft am Donnerstag
Do 18. Apr
20:15 Uhr
Erstausstrahlung

Die Angst vor Fremdem erklären Evolutionsforscher damit, dass davon früher das Überleben der eigenen Gruppe abhing. Professor Borwin Bandelow, Psychiater und Angstforscher sagt: "Es ist ein Urangst-System, genauso wie die Angst vor Spinnen, und lässt sich nicht durch Worte oder Fakten überzeugen." In ihrer Forschung zur Hartnäckigkeit von Vorurteilen stellt die Psychologin Professor Beate Küpper vor allem fest, dass die Konstruktion der eigenen Identität in direkter Abhängigkeit zu dem Fremden und dessen vermeintlicher Andersartigkeit steht. Professor Carsten K. W. De Dreu in Amsterdam erforscht den Einfluss von Hormonen auf unser Verhalten gegenüber Mitgliedern fremder Gruppen. Die Dokumentation „Angst vor dem Fremden“ von Eva Münstermann und Nicola Burfeindt fragt am Donnerstag, 18. April, 20.15 Uhr, wie sehr wir unseren evolutionären Wurzeln ausgeliefert sind – und wie sehr Sorgen und Ängste gesellschaftliche Konstruktionen sind.

 

Im Anschluss, um 21.00 Uhr, folgt im Rahmen von „Wissenschaft am Donnerstag“ die Gesprächssendung „scobel – Neuer Antisemitismus“ (Erstausstrahlung). Neue Studien belegen, dass der Antisemitismus, gepaart mit Fremdenfeindlichkeit, Nationalismus und rechten Parolen, wieder zunehmend die Aufmerksamkeit der Mitte der Gesellschaft erobert. Zwar bleibt die Zahl antisemitischer Straftaten seit Jahren konstant auf hohem Niveau, doch im Internet ist tagtäglich eine zunehmende antisemitische Hetze zu beobachten. Judenhass geht immer mehr Hand in Hand mit allgemeinem Fremdenhass. Ausländer, Muslime, Flüchtlinge: Fremdenhass unterwandert immer größere Teile der Gesellschaft und spaltet diese. Darüber und welche Wege es aus Antisemitismus und Xenophobie gibt, diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen: Miriam Rürup, Historikerin und Leiterin des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden, Armin Nassehi, Professor für Kultursoziologie, Politische Soziologie, Religionssoziologie, Wissens- und Wissenschaftssoziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, und Michel Friedman, Rechtsanwalt, Publizist und Direktor des „Center for Applied European Studies“.

 

In 3sat steht der Donnerstagabend im Zeichen der Wissenschaft: Um jeweils 20.15 Uhr beleuchtet eine Dokumentation relevante Fragen aus Natur- und Geisteswissenschaften, Kultur und Technik. Im Anschluss, um 21.00 Uhr, diskutiert Gert Scobel über ein verwandtes Thema.

 

 

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3sat Presseteam

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@3sat.de
Mainz, 06. März 2019
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