Der heute 15-jährige Emil verbrachte acht Monate auf stationären Abteilungen © ZDF/SRF

Jugendliche unter Druck

Schweizer Dokumentation über die Kinder- und Jugendpsychiatrie aus der SRF-Reihe "DOK"

Was läuft falsch? Jahr für Jahr suchen immer mehr Jugendliche die Notfallstation der Jugendpsychiatrie auf. Parallel dazu steigt die Zahl der Hospitalisierungen von Jugendlichen in der Psychiatrie. Weshalb fühlen sich Jugendliche unter Druck, und wie kann man ihnen helfen? 3sat zeigt die Doku "Jugendliche unter Druck" von Monica Suter aus der SRF-Reihe "DOK" am Mittwoch, 28. August, um 21.05 Uhr in deutscher Erstausstrahlung.

Dokumentation
Mi 28. Aug
21:05 Uhr

Jugendliche stehen unter großem Druck. Permanent sehen sie sich mit einer Flut von Bildern konfrontiert, auf sozialen Medien vergleichen sie Kleidung, Figur oder Performance von Gleichaltrigen. Gleichzeitig wächst der Leistungsdruck in der Schule. Das stellt Dagmar Pauli von der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychologie Zürich (KJPP) fest. Als Folge ziehen sich Jugendliche oftmals zurück, geraten in depressive Zustände. Viele beginnen, sich selbst zu verletzen, werden suizidal oder bleiben zu Hause im Bett, mögen ihr Leben nicht mehr in Angriff nehmen. Die Jugendlichen würden den Druck verinnerlichen und sähen sich nicht in der Lage, ihn zu bewältigen, sagt Pauli.

 

Filmemacherin Monica Suter hat zwei junge Patienten begleitet. Beide haben dunkle Zeiten durchlebt, wollten nicht mehr weiterleben. Emil und Bene geben Einblick in ihr Innerstes, erzählen von ihrem Seelenschmerz. Aber auch von Hilfe und Genesung. Wie Freunde, Familie und Hobbys ihnen Zuversicht spendeten und wie Therapien, ob ambulant oder stationär, Hilfe brachten. Der Film gibt auch einen Einblick in die psychiatrische Notfallstation und die stationäre Abteilung, zeigt auf, wie Fachleute den jungen Patientinnen und Patienten und ihren Angehörigen Soforthilfe leisten und sie in der Folge auf dem Weg zurück in ein unbeschwerteres Leben begleiten. Heute stigmatisiert die Gesellschaft psychische Krisen weniger als früher. Es ist kein Tabu mehr, Hilfe zu suchen und anzunehmen – mitunter einer der Gründe für die wachsenden Notfallzahlen. Tröstlich ist die Aussicht auf Genesung. Erhalten Jugendliche und ihre Familien Unterstützung, können die meisten aus der Krise herausfinden.

 

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