MAKRO: "3D-Druck – Die Zukunft des Wohnens?"

3sat-Wirtschaftssendung

Häuser aus dem Drucker - was wie eine verschrobene Idee klingt, ist längst zu einem Wirtschaftsfaktor in der Bauindustrie geworden. Eine Alternative zur traditionellen Bautechnik für das Eigenheim, aber auch eine Chance für den sozialen Wohnungsbau. Die Dokumentation von Hartmut Idzko MAKRO: "3-D-Druck - Die Zukunft des Wohnens?" stellt am Dienstag, 19. April 2022, 22.25 Uhr, stellt verschiedene schon bewohnte Gebäude vor und informiert über Chancen und Grenzen beim Hausbau mit dem Drucker.  

Wissen
Di 19. Apr
22:25 Uhr

Bauen ist zu teuer geworden. Gründe gibt es viele: die Grundstückspreise unbezahlbar, die Bauvorschriften - besonders in Deutschland - zu komplex, die Baustoffe unerschwinglich. Und dann der Fachkräftemangel. Andererseits ist die Wohnungsnot ein globales Problem. Neue Ideen auf dem Bau sind also gefragt. Ein dänisches Start-up hatte den Einfall, Beton mit einem 3-Drucker zu verarbeiten. Der 3-Druck wird inzwischen in jedem Industriezweig eingesetzt, allerdings in kleinerem Maßstab. Die dänischen Betondrucker aber sind bereits derart skalierbar, dass man selbst riesige Turmelemente für Windkraftanlagen mit ihnen drucken kann.

Die ETH in Zürich hat sogar ein Verfahren entwickelt, mit dem Brücken gedruckt werden können. Ein eindrucksvolles Beispiel ist in der klassischen Stadt der Brücken, in Venedig zu besichtigen. Doch kann die neue Technik helfen, Baukosten zu senken? Eignet sie sich für den Wohnungsbau? Die Ingenieure sagen: der Hausdruck geht wesentlich schneller als der klassische Bau, und man braucht viel weniger Facharbeiter, um einen Bau hochzuziehen und viel weniger Baumaterialien. Das macht den Bau schon günstiger. Und die Bauweise ist umweltfreundlicher. Denn beim Betondruck wird viel weniger Zement verbraucht. Besonders nachhaltig ist die 3-Druck-Methode in der Architektur, wenn beim Druck recycelte Materialien für die Herstellung von Bauelementen verwendet werden. Durch die geringeren Herstellungskosten eignet sich der Betondruck besonders für den sozialen Wohnungsbau. In Afrika produziert der Schweizer Holcim-Konzern 3D-gedruckte Siedlungen, die bezahlbaren Wohnraum für einkommensschwache Familien und Unterkünfte für Obdachlose bieten sollen. Auch eine Schule in einem abgelegenen Dorf in Malawi wurde in wenigen Tagen errichtet.

 

Bilder zur Sendung finden Sie hier

Hauptabteilung Kommunikation
Dokumentation und Reportage

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@zdf.de
Mainz, 23. Februar 2022
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