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makro: Schluss mit Kinderarbeit!

Das Wirtschaftsmagazin zum Lieferkettengesetz

Das deutsche Lieferkettengesetz gegen Kinderarbeit und Umweltzerstörung wollte die Bundesregierung in Berlin schon längst beschlossen haben. Liegt die Verzögerung nur an der Corona-Pandemie? Das fragt "makro" am Dienstag, 10. November 2020, um 22.30 Uhr, in der Sendung "Schluss mit Kinderarbeit!". Erstausstrahlung. 

Wissen
Di 10. Nov
22:30 Uhr
Erstausstrahlung

Das Lieferkettengesetz soll Konzerne in die Pflicht nehmen, entlang der globalen Lieferketten keine Kinder- und Sklavenarbeit, keine Hungerlöhne und auch keine Umweltzerstörung mehr in Kauf zu nehmen. Unternehmen müssten dann auch für Menschenrechts- und Umweltverstöße ihrer Lieferanten haften. Die zuständigen Ministerien ringen seit Monaten um die Streitfragen Unternehmensgröße und Haftung. Mächtige Lobbygruppen wie der Bundesverband der Deutschen Industrie wehren sich gegen das Gesetzesvorhaben und fordern, die Wirtschaft in der Corona-Krise nicht noch mehr zu belasten. Entwicklungsminister Gerd Müller verweist darauf, dass jeder Deutsche rein rechnerisch "50 Sklaven" beschäftige, um seinen westlichen Konsumstil aufrecht zu halten. Nach einer US-Studie arbeiten allein in Westafrika noch immer 1,5 Millionen Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen auf Kakaoplantagen, wo ein Großteil des in Deutschland verarbeiteten Kakaos angebaut wird. Rund um den Globus müssen 150 Millionen Kinder jeden Tag arbeiten, auf Kaffeeplantagen, in Minen oder in Steinbrüchen, statt zur Schule zu gehen. Durch die Corona-Krise wird die Kinderarbeit noch verstärkt. Vom Lieferkettengesetz wären in Deutschland mehr als 6000 Firmen betroffen, wenn das Gesetz ab einer Unternehmensgröße von 500 Mitarbeitern gilt. Die Wirtschaftsverbände sehen aber nur Unternehmen ab 5000 Beschäftigten in der Pflicht und wollen keinerlei Haftung.

 

Was kann ein deutsches Lieferkettengesetz für die Achtung der Menschenrechte und den Schutz der Umwelt auf dem Globus bringen? Das fragt "makro", moderiert von Eva Schmidt.     

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Maja Tripkovic
tripkovic.mwhatever@3sat.de
Mainz, 04. November 2020
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