Neue Behandlungswege durch die individualisierte Medizin: Diabetes-Patient wird von einer sensorgesteuerten Pumpe mit Insulin versorgt © ZDF/Marcel Herrmann

"Medizin nach Maß": "WissenHoch2" mit Doku und "scobel"-Sendung

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Es gibt mehr als 100.000 Arzneimittel in Deutschland, knapp die Hälfte davon ist verschreibungspflichtig. Diese Vielfalt lässt vermuten, dass Beschwerden individuell behandelt werden. Doch tatsächlich werden Faktoren wie Alter, Gewicht, Geschlecht, die Einfluss auf die Wirksamkeit von Medikament haben, in der Behandlung bislang zu wenig berücksichtigt. "WissenHoch 2" beschäftigt sich am Donnerstag, 12. November 2020, ab 20.15 Uhr in der Wissenschaftsdoku "Medizin nach Maß" und der darauffolgenden Sendung "scobel – Medizin nach Maß" damit, was es mit der "personalisierten oder individualisierten Medizin" auf sich hat. Erstausstrahlungen/Live.

WissenHoch2
ab
Do 12. Nov
20:15 Uhr
Live/Erstausstrahlung

"Personalisierte oder individualisierte Medizin" steht für einen wachsenden Trend in der Medizin, bei versucht wird, für immer kleinere Patientengruppen eine passgenaue Therapie zu finden. In der Onkologie beispielsweise identifizieren Ärzte bereits die Mutationsform eines Tumors und bekämpfen ihn zielgenau. Sie sammeln Patientendaten in riesigen Datenbanken und kommen durch Querverbindungen zu neuen Therapien. Und es gelingt immer besser, seltene Erkrankungen einzelner Patienten mit Hilfe von millionenteuren Spezialpräparaten zu behandeln. Andererseits wird noch viel zu häufig nach "Schema F" behandelt. Frauen brauchen beispielsweise meist eine andere Dosierung von Medikamenten als Männer. "Wir wissen beispielsweise, dass die Symptome eines Herzinfarktes bei Männern und Frauen sehr unterschiedlich sein können", sagt Prof. Oliver Werz von der Universität Jena, einer von wenigen deutschen Forschern, die Geschlechterunterschiede berücksichtigen. Viele Wirkstoffe, die auf dem Markt sind, wurden ausschließlich an jungen Männern getestet. Folglich ist die Dosierung vieler Medikamente für Männer bestimmt - und für Frauen zu hoch. Die 3sat-Dokumentation "Medizin nach Maß" von Volker Wasmuth und Patrick Zeilhofer zeigt um 20.15 Uhr, wie die Forschung Erkenntnisse der Onkologie auf Volksleiden wie kardiovaskuläre Erkrankungen oder Diabetes überträgt und versucht, eine große Zahl an Erkrankten möglichst zielgenau zu therapieren.

Im Anschluss, um 21.00 Uhr, vertieft Gert Scobel mit seinen Gästen - dem Medizinethiker Prof. Dr. Giovanni Maio, dem Fruchtbarkeitsmediziner Prof. Dr. Jan-Steffen Krüssel und der Psychologin Prof. Dr. Helga Krüger-Kirn - das Thema in seiner Livesendung "scobel – Medizin nach Maß". Jeder Organismus arbeitet unterschiedlich. Dennoch werden Medikamente überwiegend nur an einem Modell-Organismus getestet, die unterschiedlichen Patienten erhalten lediglich angepasste Dosierungen. Diese wenig passgenaue Medikation ist nicht selten der Grund für die Erfolglosigkeit der Therapie. Bessere Heilungschancen, auch durch eine ganz neue Art der Prävention, verspricht die Vision von der personalisierten Medizin. Bislang für die Pharmabranche zu aufwendig und zu wenig lukrativ, soll nun die Digitalisierung helfen: Gewaltige Sammlungen von Patientendaten sollen über Algorithmen ausgewertet werden und Ärzten wichtige Hinweise auf die für jeden einzelnen Patienten passgenaue Behandlung geben – um bestehende Krankheiten zu heilen oder, noch viel besser, eine Krankheit erst gar nicht entstehen zu lassen. Wie realistisch ist der Traum vom langen gesunden Leben, und was kostet er? Kann bei solchen Mengen personenbezogener Daten noch Anonymität garantiert werden? Welche ethischen Bedenken gibt es? 

 

Beide Sendungen sind ab Sendedatum 5 Jahre in der Mediathek verfügbar.

 

In 3sat steht mit "WissenHoch2" der Donnerstagabend im Zeichen der Wissenschaft: Um 20.15 Uhr beleuchtet die Dokumentation relevante Fragen aus Natur- und Geisteswissenschaften, Kultur und Technik. Und im Anschluss, um 21.00 Uhr, diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen zum Thema.

 

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HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@3sat.de
Mainz, 17. September 2020
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