Ein Produkt des Designer-Duos Lorenz und Kaz: der Stuhl "Tria" (Folge 3) (c) ZDF und lorenz+kaz

Raumwelten

Dreiteilige Dokumentation über den Einfluss der Bauhaus-Ästhetik auf heutige Designer

"Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau!", heißt es im Gründungsmanifest des Bauhauses. Räume sind Gesamtkunstwerke, die durch die jeweils zeitgenössische Formensprache gestaltet werden. Design verbindet Kunst und Leben, prägt die Welt, die uns tagtäglich umgibt. In der dreiteiligen Dokumentationsreihe "Raumwelten" von Juliette von Förster ab Samstag, 23. April, 19.20 Uhr in Erstausstrahlung, verraten eine Innenarchitektin, ein Bühnenbildner und ein Designer-Duo, wie sie Räume erschaffen, in welcher Art von Räumen sie sich selbst gerne aufhalten und welchen Einfluss die Bauhaus-Ästhetik, die stilbildend für das Design des 20. Jahrhunderts war, auf ihre Arbeiten hat.

Kultur
Sa 23. Mär
19:20 Uhr
bis
Sa 06. Apr
19:20 Uhr
Erstausstrahlung

Samstag, 23. März 2019, 19.20 Uhr

Stephanie Thatenhorst, Innenarchitektin

In der ersten Folge trifft Eric Mayer auf die Münchner Innenarchitektin Stephanie Thatenhorst, eine Designerin der Gegensätze. Ob es um die Einrichtung einer mondän-opulenten Bar im Stil eines James-Bond-Filmes geht oder um den Umbau einer Scheune,zu einem Refugium, in dem sich Naturverbundenheit mit geschmackvoller Schlichtheit paart: Stephanie Thatenhorst kann beides. Die Theresa Bar in München ist eine ihrer emblematischen Arbeiten: hochfloriger Teppich, dunkelgrüner Samt, satte Farben und edle Materialien. Ihr persönlicher Rückzugsort liegt am Chiemsee: Auf dem Bauernhof ihrer Eltern hat sie eine Scheune zum Ferienhaus umgebaut und damit ihre persönlichen Wohnträume verwirklicht.

 

Steckbrief

Ob Privathaus, Hotel oder Arztpraxis: Innenarchitektin Stephanie Thatenhorst verwirklicht mit ihrem Team weltweit ganz unterschiedlichen Projekte. Ihr Ziel ist es, Mensch und Raum in Einklang zu bringen. Eine Maxime, die spätestens seit dem Bauhaus gilt.

Ihre Räume: URBAN + NATURNAH

Bekannt wurde sie durch ihre aufregenden Bar- und Restaurant-Interiors. Ihre Räume und Designs erscheinen regelmäßig in internationalen Magazinen.

Ihr Stil: EKLEKTISCH AUS VERSCHIEDENEN DESIGNELEMENTEN EINEN NEUEN STIL ERSCHAFFEN

Beeinflusst wird ihr Stil zum einen vom klaren und zeitlosen Design des belgischen Architekten Vincent van Duysen, zum anderen von den außergewöhnlichen und farbenfrohen Entwürfen des Mailänder Designstudios Dimore.

 

BUNT IST MEINE LIEBLINGSFARBE (Bauhausgründer Walter Gropius)

 

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Samstag, 30. März 2019, 19.20 Uhr

Florian Lösche, Bühnenbildner

"Monster-Bühnenbilder" nannte Regisseur Antú Romero Nunes einmal die Arbeiten von Florian Lösche. In "Don Giovanni. Letzte Party" am Thalia Theater sind es riesige runde Lichttraversen. Schwenk-, kipp- und senkbar, erschaffen sie je nach Stellung völlig neue Räume und strukturieren das Spielfeld für die Schauspielerinnen und Schauspieler. Für Jette Steckels Inszenierung von "Die Tragödie von Romeo und Julia" erschuf der Bühnenbildner Raumteiler, die nur aus Lichterketten bestehen. Sein Rückzugsort ist ein altes Maleratelier am Ammersee – mit viereinhalb Meter hohen Decken und einem riesigen Glasfenster. Die Natur rund um den Ammersee ist immer wieder Inspirationsquelle für seine spektakulären Bühnenkreationen.

 

Steckbrief:

Florian Lösche ist einer der gefragtesten Bühnenbildner im deutschsprachigen Raum. Seine oft waghalsigen Entwürfe und monumentalen Installationen verlangen, Teil des Ensembles zu werden. Nur wenn seine Objekte mitspielen dürfen, entfalten sie auch ihre volle Wirkung. Seine meist monochromen Räume lässt Florian Lösche aus Licht und mitunter monströsen Maschinen entstehen.

Seine Räume: MONOCHROM + MONUMENTAL

Florian Lösche arbeitet von Beginn an eng mit der Regisseurin Jette Steckel zusammen. Gemeinsam realisierten sie bereits weit über 30 Inszenierungen. Ein weiterer wichtiger Weggefährte ist der Regisseur Antú Romero Nunes. Lösche, Steckel und Nunes haben alle ihre Homebase am Thalia Theater in Hamburg gefunden.

Sein Stil: SUBTIL + ÜBERWÄLTIGEND

Seine Entwürfe sind nicht plakativ, ihr Witz sehr subtil. Seine Bühnenbilder strukturieren den Raum, sind nicht aufdringlich, wirken manchmal aber nahezu unbezwingbar. Sie sind eine Herausforderung für die Schauspieler, aber sie rauben dem Publikum immer den Atem.

 

KUNST GIBT NICHT DAS SICHTBARE WIEDER, SONDERN KUNST MACHT SICHTBAR (Bauhauslehrer Paul Klee)

 

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Samstag, 6. April 2019, 19.20 Uhr

Catharina Lorenz und Steffen Kaz, Möbeldesigner

Bereits in den 1990er-Jahren zog es Catharina Lorenz und Steffen Kaz nach Mailand, wo sie ihr eigenes Designstudio gründeten. Die Stadt selbst hat großen Einfluss auf die Entwürfe des Duos: Ihre Designs sind geradlinig und funktional, dabei aber farbenfroh und haben das gewisse Etwas, das einen Raum zu etwas Besonderem macht. Zunächst konzentrierten sich die beiden Möbeldesigner auf Holzstühle, heute gestalten sie Sitzmöbel aus den unterschiedlichsten Materialien. Auf ihrem Polstersessel "Coco" nahmen 2015 beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau schon die mächtigsten Staatsmänner und -frauen unserer Zeit Platz.

 

Steckbrief:
Catharina Lorenz und Steffen Kaz sind ein Designduo von internationalem Renommee. In ihren Möbelstücken kombinieren sie das Minimalistisch-Funktionale mit dem Verspielten, nordische Designtradition und die Klarheit des Bauhauses verbinden sich mit der Lockerheit Italiens.

Ihr Design: FUNKTIONAL + DOLCE VITA

Bekannt wurden sie vor allem durch ihre ungewöhnlichen und neuartigen Entwürfe von Stühlen, der Königsdisziplin des Designs. Sie werden zu den 50 besten deutschen Designern gezählt und konnten u.a. bereits dreimal den begehrten "Red Dot Design Award" gewinnen.

Ihr Stil: MINIMALISTISCH + VERSPIELT

Ihr Stil ist nicht radikal: Lorenz und Kaz entwerfen keine Möbel, die nach dem Rampenlicht schreien. Vielleicht landet ihr zeitloses Design aber genau deshalb immer wieder dort.

 

ES IST SCHWIERIGER, EINEN GUTEN STUHL ZU BAUEN ALS EINEN WOLKENKRATZER (Bauhauslehrer Ludwig Mies van der Rohe)

 

 

Fotos zu allen Folgen finden Sie hier

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@3sat.de
Mainz, 03. Februar 2030
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