Bis zu 7000 Urlauber kamen an den Traumstrand der Maya-Bucht - bis Thailand die Reißleine zog: Der Strand ist mittlerweile gesperrt, damit sich die Natur erholen kann. (C) ZDF und Matthias Ebel

Tourismus-Kollaps

„Wissenschaft am Donnerstag“ über die Folgen ungezähmter Reiselust und mögliche Lösungsansätze

Nicht nur Tourismushochburgen melden seit Jahren steigende Besucherzahlen. Doch was gut für die Wirtschaft ist, hat auch Schattenseiten: Gäste verdrängen Einheimische und in vielen Städten wird der Wohnraum knapp, das ökologische Gleichgewicht ist in Gefahr. „Wissenschaft am Donnerstag“ widmet sich am 4. Juli 2019 um 20.15 Uhr in der Dokumentation „Tourismus-Kollaps“ von Franziska Wielandt und Matthias Ebel und um 21.00 Uhr in einer Ausgabe von „scobel“ (live) dem Massentourismus und seinen Folgen.

Wissenschaft am Donnerstag
ab
Do 04. Jul
20:15 Uhr
mit einer Live-Sendung

Welche Auswirkungen es hat, wenn zu viele Menschen an den gleichen Ort reisen, zeigt die Entwicklung von Maya Bay auf der Insel Ko Phi Phi Leh in Thailand. Dort, wo der Bestseller "The Beach” mit Leonardo DiCaprio verfilmt wurde, drängten zuletzt täglich bis zu 7000 Touristen auf den schmalen Sandstreifen - ein trauriges Naturdenkmal für die Paradoxien des Tourismus. Seit Juni 2018 ist die Bucht vorübergehend geschlossen, damit sich Meeresflora und -fauna erholen können. Auch die 776-Einwohner-Gemeinde Hallstatt in Österreich beginnt, sich gegen den Ansturm von Touristen zu wehren. Im Jahr 2018 stoppten hier rund eine Million Besucher. Ab Herbst 2020 dürfen Reisebusse Hallstatt nur noch in bestimmten Zeitfenstern anfahren und ihre Gruppen aussteigen lassen. In der Dokumentation „Tourismus-Kollaps“, am Donnerstag, 4. Juli, 20.15 Uhr, von Franziska Wielandt und Matthias Ebel besucht On-Reporterin Lisa Jandi neben Maya Bay und Hallstatt auch andere vom Massentourismus betroffene Urlaubsziele wie Amsterdam, Barcelona und Capri und spricht mit Einheimischen und Gästen.

 

Die Probleme des Massentourismus sind auch im Anschluss, um 21.00 Uhr, in „scobel: Tourismus-Kollaps“ (live) das Thema. Immer mehr Menschen wollen die Welt mit eigenen Sinnen erfahren, und seit auch außerhalb Europas und Nordamerikas der Wohlstand wächst, steigen die Touristenzahlen unaufhörlich in die Höhe. Was aber macht der sogenannte Overtourism aus idyllischen Traumstränden, einsamen Berglandschaften und lebendigen Metropolen? In Städten wie Barcelona oder Venedig hat sich die Lebensqualität der Bewohner vor allem durch steigende Lebenshaltungskosten und hohe Mieten als Folge der verstärkten Nutzung des Wohnraums als Feriendomizile verschlechtert. Bürgerinitiativen versuchen vermehrt, Druck auf die Politik auszuüben. An besonders beliebten Hot-Spots soll der Zugang reguliert werden, Marketingmaßnahmen sollen heruntergefahren werden. Was muss sich ändern, damit Erholung auf Reisen für möglichst viele Menschen möglich, dabei aber trotzdem fair und nachhaltig sein kann? Darüber diskutiert Gert Scobel diskutiert mit seinen Gästen Claudia Brözel, Professorin an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, Fachbereich Tourismus-Ökonomie und Tourismus-Marketing, Kerstin Heuwinkel, Professorin an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes im Bereich Tourismus-Management, sowie Professor Hasso Spode, Leiter des Historischen Archivs zum Tourismus der TU Berlin.

 

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HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@3sat.de
Mainz, 16. Mai 2019
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