Oliver Wiche von der Bergakademie Freiberg mit seinem Doktoranden auf dem Feld bei der Ernte (aus "Weltretter Wurzeln")© ZDF/Stefanie Fleischmann

WissenHoch2: "Weltretter Wurzeln" und "scobel - Pilze: Die biologische Wunderwaffe"

Wissenschaftsdoku und eine Ausgabe von "scobel"

Wurzeln machen über die Hälfte der Masse einer Pflanze aus und sind doch meist unsichtbar. Können Wurzeln helfen, Probleme des Klimawandels und Umweltschutzes zu bewältigen? Und was können Pilze? "WissenHoch2" zeigt am Donnerstag, 15. April, um 20.15 Uhr die Wissenschaftsdokumentation "Weltretter Wurzeln. Das Wunder unter der Erde", im Anschluss, um 21.00 Uhr, folgt die Livesendung "scobel – Pilze: Die biologische Wunderwaffe". Erstausstrahlungen. 

WissenHoch2
ab
Do 15. Apr
20:15 Uhr
Erstausstrahlungen

Gerade der unsichtbare Teil der Pflanzen hat das Potenzial, bei den Herausforderungen der Menschheit zu helfen: die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung zu sichern, den Klimawandel zu stoppen und Ressourcen wie Seltene Erden umweltfreundlich abzubauen. Im Forschungszentrum Jülich untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Wurzelwachstum mit Hightech-Verfahren. Das Ziel: stressresistente Samen für Pflanzen mit robusten Wurzeln zu züchten. In Schweden forscht Linda Maria Mårtensson an einer mehrjährigen Weizensorte, die bodenschonend für höhere Erträge sorgen soll. Und an den Küsten sind Wurzeln Retter in der Not: Küstenökologe Tjeerd Bouma hat entdeckt, dass spezielle Gräser vor den Deichen eine Salzwiese entstehen lassen, die wie ein natürlicher Wellenbrecher wirkt. Und Geochemiker Oliver Wiche von der Technischen Universität Freiberg forscht am sogenannten Phytomining. Er will wissen, welche Pflanzen sich am besten für den Abbau von Metallen wie Germanium oder Seltenen Erden aus dem Boden eignen. Kann daraus ein neuer, umweltfreundlicher Industriezweig entstehen?

Im Anschluss, um 21.00 Uhr, folgt die Livesendung "scobel – Pilze: Die biologische Wunderwaffe". Pilze haben ein ungeahntes Potenzial im Kampf gegen viele Herausforderungen der Zukunft. Die Organismen existieren seit mindestens 900 Millionen Jahren, sind weder Pflanze noch Tier, ihr Geflecht kann winzig klein oder gigantisch groß sein, sie können hochtoxisch oder sehr nahrhaft sein. Von den geschätzt 1,5 Millionen Pilzarten weltweit sind bisher lediglich etwa 120 000 Arten identifiziert und beschrieben, und es werden ständig weitere entdeckt, die das Potenzial für neue Substanzen und Rohstoffe bieten – und erstaunliche Fähigkeiten offenbaren. Pilzmyzele sind wie chemische Fabriken, die über Moleküle mit Pflanzen und Mikroorganismen interagieren, Stoffe austauschen und weitläufige symbiotische Kommunikationsnetze spannen. Die Biotechnologin und Mikrobiologin Vera Meyer erforscht an der TU Berlin die eindrucksvollen Eigenschaften der Pilze als Baustoffe und ist überzeugt, dass sie uns helfen können, den Übergang von einer erdölbasierten hin zu einer biologisch basierten Welt zu schaffen. Wie werden Pilze die Zukunft der Menschheit prägen und wie könnten sie helfen, Probleme wie Abfallentsorgung, Rohstoff- und Nahrungsknappheit zu bewältigen? Darüber spricht Gert Scobel mit seinen Gästen, der Biotechnologin und Professorin für Molekularbiologie an der Technischen Universität Berlin Vera Meyer, dem Chemiker und Mikrobiologen Lukas Wick, der am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig die Arbeitsgruppe Bioverfügbarkeit leitet sowie Axel Brakhabe, wissenschaftlicher Direktor des Leibniz Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie in Jena und Leiter der Abteilung für Molekulare und angewandte Mikrobiologie sowie Lehrstuhlinhaber für Mikrobiologie und Molekularbiologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. 

 

Beide Sendungen sind ab Sendedatum fünf Jahre in der 3satMediathek abrufbar.

 

"WissenHoch2" - ein Thema, zwei Formate: Um 20.15 Uhr beleuchtet eine Dokumentation relevante wissenschaftliche Fragen, um 21.00 Uhr diskutiert Gert Scobel zum gleichen Thema mit einem interdisziplinären Team von Expertinnen und Experten.

 

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ZDF
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3sat Presseteam

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@3sat.de
Mainz, 25. Februar 2021
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