Sebastian Pufpaff © ZDF und Manuel Berninger

"Zwischen jovialem Understatement und absolutem Auf-die-Kacke-Gehaue"

Sebastian Pufpaff über seine 3sat-Kabarett-Show "Pufpaffs Happy Hour", die 50. Folge der Sendung und über das, was im neuen Jahr sonst noch lustig wird.

Kabarett
Interview

Herr Pufpaff, ins kommende Jahr starten Sie mit Ihrem neuen Soloprogramm "Wir nach" und bei 3sat mit der 50. Folge der Kabarett-Sendung "Pufpaffs Happy Hour". Was wird 2019 noch lustig?

Die Gefahr besteht doch darin, dass irgendwie alles lachhaft wird und wir gar nichts mehr ernst nehmen. Wir müssen das Professionelle zurück in die Berufe holen. Satire muss bei Komikern bleiben, menschenverachtende Handlungen müssen Despoten und Diktatoren vorbehalten sein, das Ausspähen von Daten gehört in die Kompetenz von Geheimdiensten, und Sex hat wieder im privaten stattzufinden. Klar ist die Verquickung von allem auch reizvoll, aber das ärgerliche bei Anarchie sind einfach die Todesopfer und ich bin nun mal ein Menschenfreund.

 

"Pufpaffs Happy Hour" bietet einen Mix aus Kabarett, Comedy, Poetry-Slam und Musik. Was mögen Sie an der Sendung am liebsten?

Wir sind echt, authentisch, nah am Publikum, dreckig, ehrlich und vor allem in so vielen Facetten unsagbar komisch, dass ich fast schon ein wenig enttäuscht bin, noch immer nicht den Oscar bekommen zu haben, oder das Bundesverdienstkreuz oder wenigsten mal einen Verriss in der Süddeutschen.

 

Haben Sie für die Jubiläumsausgabe am 17. Februar besonderes Programm geplant?

Ach, wir sind da hin- und hergerissen zwischen jovialem Understatement und absolutem Auf-die-Kacke-Gehaue. Eigentlich träumen wir schon alle von der 100., daher ist die 50. Sendung eher ein Nebeneffekt, der Tankstopp, die Durchreise aber noch lange nicht das Ziel.

 

Vor sechs Jahren lief die erste Folge "Pufpaffs Happy Hour". Hat sich die Kabarett-Show seitdem verändert?

Unter uns, für die erste Sendung mussten wir Publikum einkaufen, mittlerweile sind wir nicht nur immer ausverkauft, auch die alteingesessenen Kollegen aus den höheren Unterhaltungsligen klopfen bei uns an und wollen mitmachen. Die Sendung macht Spaß, auch den Protagonisten, und das spricht sich rum.

 

Kleinkunst und Fernsehen – passt das eigentlich zusammen?

Warum denn nicht? Im Grunde ist es die digitale Evolution der Kleinkunst. Mit wenig Mitteln erreichen wir viele. Kleinkunst ist darstellerisch die Reduktion in sehr vielen Bereichen, aber doch bitte nicht in der Reichweite. Wir als Weltretter würden sonst ja nie die Welt retten können, aber wir können sie retten. Nur wir. Vergessen sie die Grünen, folgen sie dem Clown, es sei denn, sie heißen Batman.

 

Ihr neues Soloprogramm ist vielerorts ausverkauft. Worum geht’s in "Wir nach"?

Ein Abend unter Freunden mit dem Ziel, einen unbemerkt geistreichen Lacher zu kreieren, der die Leute erst im Nachhinein trifft und dann das wohlige Gefühl von: Wir sind mehr vermittelt. Außerdem dienen die ausverkauften Abende dem Aufbau von Finanzmitteln, um mich auf die Zombieapokalypse adäquat vorzubereiten.

 

Und was haben Sie im kommenden Jahr noch alles so vor?

3sat soll der größte Sender von allen werden. Ich möchte mit 3sat sogar das Internet überholen. Wir müssen die Kultur zurück in unsere Kultur bringen, sonst stirbt die Kultur und das wäre das Ende unserer Kultur. Als Pläne habe ich sonst noch: Buch veröffentlichen, Sitcom schreiben, bei der "heute-show" mitmachen, von Nestlé gesponsert zu werden und in Rente zu gehen. Aber bis dahin verspreche ich Lacher mit Kante und gute Unterhaltung mit Meinung, manchmal aber auch einfach nur Spaß.

 

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ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Jessica Zobel
zobel.jwhatever@3sat.de
Mainz, 24. Januar 2019
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