Das hölzerne Pferd in Rom (Szene aus "Waldheims Walzer") © ZDF/ORF/Ruth Beckermann Filmprodukton

3satDokumentarfilmzeit im Mai

Mit dem Schweizer Dokumentarfilm "Die Verlobten", dem österreichischen Film "Waldheims Walzer" u.a.

Montag, 3. Mai, 22.30 Uhr

"Die Verlobten"

Dokumentarfilm, Schweiz 2019

Regie: Julia Bünter

Deutsche Erstausstrahlung

Batool und Bassam sind ein aufstrebendes Schauspielerpaar, das darum kämpft, die Gleichberechtigung in ihrer Beziehung zu leben. Das lange Warten auf eine gemeinsame Wohnung und der Druck ihrer Familien machen dies jedoch nicht leicht. Marize und Ramy sind Christen mit privilegiertem Hintergrund. Ihr Traum ist eine gleichgestellte und selbstbestimmte Ehe. Sie wollen ihre Familienplanung selbst in die Hand nehmen, während sie andererseits den von der Religion auferlegten Traditionen folgen. Randa und Abdelrahman haben einen traditionellen muslimischen Hintergrund. Trotzdem wünschen sie sich mehr Freiheiten in ihrem täglichen Leben. Randas Vorstellung von der Gleichstellung der Geschlechter kollidiert dabei oft mit den Überzeugungen der ägyptischen Gesellschaft. Die junge Bevölkerung Ägyptens ist hin- und hergerissen zwischen festgefahrenen Traditionen und einem wachsenden Wunsch nach Freiheit. Der Film "Die Verlobten" begleitet drei ägyptische Paare auf dem Weg zur Ehe. Während er diesen entscheidenden Moment festhält, skizziert er ein Porträt der zeitgenössischen Kairoer Gesellschaft.

 

Der Film ist 7 Tage vor und 30 Tage nach Ausstrahlung in der 3satMediathek abrufbar.

 

3satDokumentarfilmzeit
ab
Mo 03. Mai
22:30 Uhr

Montag, 10. Mai, 22.30 Uhr

"Waldheims Walzer"

Dokumentarfilm, Österreich 2018

Regie: Ruth Beckermann

Während des Wahlkampfs des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kurt Waldheim um das Amt des österreichischen Bundespräsidenten im Jahr 1986 kam heraus, dass Waldheim SA-Mitglied war und seinen Lebenslauf geschönt hatte. Der Jüdische Weltkongress mobilisierte daraufhin die Öffentlichkeit, es gab weltweite Proteste. In Österreich reagierten Waldheims Unterstützer mit einem nationalen Schulterschluss, mit Verteidigungs- und Ablenkungsmanövern, die von Appellen an das Volksempfinden bis zu offenem Antisemitismus reichten. Waldheim wurde trotz aller internationalen Proteste schließlich gewählt. Mehr als 30 Jahre später analysiert Ruth Beckermann mit ihren eigenen Bildern und mit einer Fülle an Archivmaterial diesen Wendepunkt der österreichischen Nachkriegsgeschichte. "Waldheims Walzer" zeigt die Mechanismen der Mobilisierung hetzerischer Gefühle – damals wie heute.

 

Montag, 17. Mai, 22.30 Uhr

"System Error - Wie endet der Kapitalismus?"

Dokumentarfilm, Deutschland 2018

Regie: Florian Opitz

Warum sind die Menschen so besessen vom Wirtschaftswachstum? Warum treiben sie es immer weiter voran, obwohl seit über 40 Jahren bekannt ist, dass man auf einem endlichen Planeten nicht unendlich wachsen kann und dass unendliches Wachstum am Ende tödlich ist? Auf der Suche nach der Antwort auf diesen großen Widerspruch der Gegenwart taucht der zweifache Grimme-Preisträger Florian Opitz tief in die Welt des real existierenden Kapitalismus ein, zeigt bisher verborgen gebliebene Zusammenhänge auf und legt die pathologischen Zwänge des Systems offen. Dem Regisseur ist es in jahrelanger akribischer Recherche gelungen, die Welt des Wachstumssystems zu durchleuchten und hochkarätige, sonst sehr zurückhaltende und diskrete Vertreter dieses System zum Reden zu bringen und so ihr Denken und die Wirkungsmacht der Wachstumsideologie besser zu verstehen. Es ist dieser unverdeckte Blick, der die Absurdität des Wachstumssystems und dessen kalte Logik auf ebenso eindrucksvolle wie beklemmende Weise spürbar macht und den Menschen den Spiegel vorhält.

 

Montag, 31. Mai, 22.30 Uhr

"RUN"

Dokumentarfilm, Schweiz 2020

Regie: Richard Bullock

Erstausstrahlung

Laufsport-Ikone Tegla Loroupe begleitet eine kleine Gruppe von talentierten Flüchtlingsathleten auf ihrem Weg aus dem Trainingscamp in Nairobi bis an die Olympischen Spiele in Tokio. Die Olympischen Spiele in Tokio wurden wegen der Coronakrise verschoben. An der Faszination des Filmdokuments ändert das aber nichts. In Teglas Peace Foundation Training Camp in den Ngong Hills nahe Nairobi nahm sie 31 Athleten aus sechs Ländern unter ihre Fittiche, die von Kindsbeinen an nur vor Bürgerkriegen davongelaufen sind. Jahrelang haben diese Waisen unvorstellbare Schrecken erlebt. Bevor sie von Tegla entdeckt wurden, mussten sie barfuß auf staubigen Straßen oder in den Hinterhöfen von UN Flüchtlingslagern trainieren. Mit "RUN" ist Regisseur Richard Bullock eine mitreißende Geschichte über Abschied, Durchhaltewille, Entschlossenheit und Mut gelungen.

 

Fotos zu allen Filmen der 3satDokumentarfilmzeit finden Sie hier.

 

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@3sat.de
Mainz, 03. März 2021
Sendetermine
Das könnte Sie auch interessieren