Mal schnell was für Social Media zusammen komponiert: Wladimir Kaminer und Mark Forster. (c) ZDF und Nadja Kölling

Kaminer Inside: Wie klingt Deutschland?

Mit Mark Forster, Heino, Klaus Meine und Katrin Höpker u.v.a.

Gibt es so etwas wie den typischen Klang, die musikalische Seele einer Nation? In der Folge "Kaminer Inside: Wie klingt Deutschland? ", am Samstag, 22. Januar 2022, 20.15 Uhr, begibt sich Schriftsteller Wladimir Kaminer auf eine Reise durch Deutschland und befragt Musikerinnen und Musiker aus Klassik, Pop und Rock, musikbegeisterte Laien und Profis wie Mark Forster, Heino und Klaus Meine: "Wie klingt Deutschland?" Die Dokumentation ist ab Freitag, 7. Januar 2022, ein Jahr lang in der 3satMediathek verfügbar. Erstausstrahlung.

Dokumentation
Sa 22. Jan
20:15 Uhr
Erstausstrahlung

Auf der Suche nach dem deutschen Sound trifft Wladimir Kaminer den Sänger der erfolgreichsten Band Deutschlands: Klaus Meine von den "Scorpions". Über 110 Millionen Tonträger haben die Scorpions im Laufe ihrer mehr als 50 Jahre umfassenden Karriere verkauft, haben internationale, aber auch deutsche Rockgeschichte geschrieben. Bis heute ist der von Klaus Meine verfasste Song "Wind of Change" so etwas wie die inoffizielle Hymne der deutschen Wiedervereinigung.

Anders als die "Scorpions" singt Mark Forster vom Beginn seiner Karriere an auf Deutsch – und ist zu einem der größten Popstars des Landes geworden. Ihn trifft Kaminer in seinem Studio in Berlin und spricht mit ihm über die Rolle von Sprache und warum deutschsprachige Musik, von Schlager bis Hiphop, so boomt wie nie zuvor.

Oder klingt Deutschland, Heimat der großen Komponistinnen und Komponisten, nicht doch eher klassisch? Deutschland ist ein Land der großen Orgeln und Orgelbauerdynastien. Wladimir Kaminer lauscht in der Hamburger Elbphilharmonie einem nächtlichen Privatkonzert der Organistin Iveta Apkalna. Sie probt nachts, sobald die Besucherinnen und Besucher den großen Saal verlassen haben, denn dort thront eine 15 mal 15 Meter große Orgel, eine der modernsten der Welt. Die Orgel gilt als Königin der Instrumente – und als ein urdeutsches noch dazu.

Keiner prägte die Volksmusik so sehr wie Heino. Mit seinen Liedern von heiler Welt und Heimatidyll wurde Heino in den 1960er Jahren zum Superstar der Volksmusik. Bis heute hat er mehr als 50 Millionen Tonträger verkauft und mehr als 200 Alben veröffentlicht. Mit Sonnenbrille und hellblonden Haaren machte er sich selbst unverwechselbar und einzigartig - angeblich kennen ihn 97 Prozent der Deutschen. Dabei löst der Begriff Heimatmusik in Deutschland bis heute widersprüchliche Reaktionen aus und wird oft gleichgesetzt mit Hurrapatriotismus und Deutschtümelei, nicht zuletzt aufgrund der Vereinnahmung der Volkslieder durch die Nationalsozialisten. Auf einem ausgiebigen Waldspaziergang tauschen sich Wladimir Kaminer und Heino aus.

Der Sound der Jugend ist der Hiphop, und hier vor allem deutschsprachiger Hiphop. Seit ein paar Jahren feiert sogenannter Mundart-Rap riesige Erfolge. Das Duo "Dicht & Ergreifend" macht bayerischen Hiphop, niederbayerischen genauer gesagt, und füllt damit die Konzertsäle. In Regensburg besucht Wladimir Kaminer das Abschlusskonzert ihrer Tour.

Etwa 14 Millionen Deutsche musizieren in ihrer Freizeit, singen im Chor oder spielen Instrumente. In Zinnowitz auf Usedom besucht Wladimir Kaminer ein Konzert der UHUS – der Unter-Hundertjährigen – einem Posaunenchor unter der Leitung von Martin Huss, dem Landesposaunenwart Mecklenburg-Vorpommerns. Was es mit seinem Job auf sich hat und wie deutsch die Posaune ist, darüber spricht Kaminer mit dem in Argentinien geborenen Huss.

Singen verbindet. Und Singen macht glücklich. Wenn die Profimusikerin Katrin Höpker zum Gesang bittet, kommen die Menschen in Scharen und schmettern unter ihrer Anleitung Klassiker aus allen Jahrzehnten. Wladimir Kaminer ist ihr einziger Gast – singt aber umso lauter und will wissen, wie wichtig Musik für ein Gemeinschafts- oder gar Zugehörigkeitsgefühl ist.

 

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Hauptabteilung Kommunikation
Dokumentation und Reportage

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@zdf.de
Mainz, 11. November 2021
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