Dreharbeiten im Steinzeitpark Ditmarschen bei Albersdorf: Museumspädagoge Werner Pfeifer gibt Einblicke in das Leben der Jäger und Sammler. (c) ZDF und Maike Simon/Gruppe 5 Filmproduktion

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Mit einem Vorwort von Friederike Haedecke, Redaktionsleiterin "Terra X", einem Making-of, der Stabliste, der Verfügbarkeit der Streams in den Mediatheken sowie Zitate berühmter Persönlichkeiten zu Geld und Reichtum. 

3satThema

"Wem gehört die Welt? - Eine Geschichte des Reichtums"
Vom Fluch und Segen des Strebens nach Mehr

Von Friederike Haedecke, Redaktionsleiterin "Terra X"

Jeff Bezos, Elon Musk oder Bill Gates – sie sind die Reichen, die Superreichen und diejenigen, für die selbst diese Ausdrücke nicht mehr groß genug sind. 42 Milliardäre besitzen nach einer Studie von 2018 soviel wie die Hälfte der Weltbevölkerung. Anders ausgedrückt: Dem reichsten Prozent der Weltbevölkerung gehören 90 Prozent des Besitzes der Welt. Eine absurd erscheinende Ungleichverteilung ist es, die die moderne Welt auszeichnet. Aber war es je anders? Dieser Frage geht der neue "Terra X"-Dreiteiler mit Dirk Steffens nach. Wer waren zu früheren Zeiten diejenigen, denen die Welt gehörte, und wer die Habenichtse? Warum zählte man zur einen oder zu anderen Gruppe, und welche Möglichkeiten hatte man, das zu ändern? Wie stets bei "Terra X" schlagen wir den großen Bogen – von den Jägern und Sammlern und den ersten Ackerbauern über die Fürsten und Banker des Mittelalters bis zu den Aktionären und Hedgefonds der Neuzeit.

Die schillerndsten Geschichten boten zu allen Zeiten diejenigen, deren Reichtum sagenhaft war. Mancher Name ist sprichwörtlich geworden. Wie der von Kroisos, dem König Lydiens aus dem 6. Jahrhundert vor Christus, der unter dem Namen "Krösus" heute für enormen Wohlstand steht. Wohl weniger, weil er wirklich das größte Vermögen seiner Zeit besaß, sondern vielmehr, weil er der erste war, der Münzen als Zahlungsmittel schlagen ließ. Oder Jakob Fugger, der nicht von ungefähr den Beinamen "der Reiche" trägt. Zu denen, deren Namen eher in Vergessenheit gerieten, gehört Mansa Musa, der König von Mali aus dem 14. Jahrhundert, der Schätzungen zufolge womöglich der reichste Mensch aller Zeiten war.

Das Interesse an den Geschichten der Reichen ist seit jeher groß – von der Bibel bis zur Bild-Zeitung. Doch der Umgang mit enormen Vermögen blieb stets ambivalent. Schon das Neue Testament urteilt hart: Eher gehe ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher ins Himmelreich käme, heißt es da. Spenden, Mäzenatentum und Stiftungen – die Jahrhunderte durchziehen die verschiedenen Formen der Wohltätigkeit, mit der Vermögende der unausweichlich scheinenden Strafe für den Reichtum entkommen, ihr Gewissen erleichtern oder auch einfach für mehr Gerechtigkeit sorgen wollten. Gemälde, die schönsten Bauten der Welt und wunderbare Kompositionen wären nie entstanden, hätte nicht jemand beschlossen, einen Teil seines beträchtlichen Vermögens dafür herzugeben. Und der Name des edlen Spenders ging stets positiver in die Geschichte ein als der des Knauserers.

Wo hat das alles seinen Anfang genommen? Und ist das Streben des Menschen nach "mehr" eine historische Unausweichlichkeit, ein Naturgesetz gar?

Am Anfang hatten alle alles. Jäger und Sammler durchstreiften die Landschaften – soweit bekannt ist, ohne nennenswerten Privatbesitz. Das änderte sich mit der neolithischen Revolution. Denn mit der Sesshaftwerdung der Menschen ab etwa 10.000 vor Christus gab es den ersten Zaun; und mit dem ersten Zaun den ersten Streit. Die uralte Geschichte von Kain und Abel spiegelt das wider, was sich für die nächsten Jahrtausende wiederholen wird: Der eine versucht, dem anderen zu nehmen, was er selbst haben will. Durch List und Tücke, durch Gewalt – oder aber zunehmend auch durch unternehmerisches Geschick und Einfallsreichtum. Denn wer produzieren kann, was andere möchten, hat einen – zumindest theoretisch – friedlichen Weg, den eigenen Wohlstand zu mehren. Die ersten großen Reiche, die entstehen, sind auch diejenigen, die Handel treiben können. Sie wachsen mit und durch die Güter, die sie in andere Länder transportieren. Zahlungsmittel entstehen und ermöglichen den indirekten Austausch. Denn nun muss man nicht mehr eine Ware direkt gegen eine andere gleichwertige aufwiegen, sondern besitzt in Form von Muscheln, Schneckenhäusern, Münzen oder was sonst noch als Geld verwendet wurde, ein universelles und unverderbliches Tauschmittel. Je komplexer die Gemeinwesen werden, um so differenzierter wird auch die Entstehung und der Verlust von Besitz. Und es bildet sich eine Allianz, die von da an die Geschicke der Welt bestimmt: die von Wohlstand und politischer Macht. Als untrennbare Geschwister eilen Reichtum und Amt von Jahrhundert zu Jahrhundert. Wer reich ist, bestimmt in aller Regel über die Geschicke seiner Umgebung. Oder umgekehrt: Derjenige, dem Macht gegeben wird, hat dadurch Wege, binnen kurzer Frist reich zu werden. So entstehen Biografien wie die des Kaisers Augustus und vieler seiner Nachfolger auf dem römischen Kaiserthron. Im alten Ägypten vertraut man auf die Legitimation der Götter, die die Rechtfertigung sind, von der Arbeit und den Abgaben des Volkes zu leben – und zwar so gut, dass man sogar noch sein Leben nach dem Tode opulent ausstatten kann. Jede Gesellschaft hat ihre eigenen Mechanismen, zwischen "haben" und "nicht haben" zu unterscheiden, und die jeweiligen Prinzipien halten teilweise enorm lange. So bestimmt die Frage nach der Zughörigkeit zum Adel über Jahrhunderte das Leben in Europa. Schon die Wiege entscheidet also darüber, ob man Herr oder Knecht ist. Und nur ganz langsam rückt Anderes in den Vordergrund: die eigene Findigkeit, wie sie die Fugger mit ihren Unternehmungen unter Beweis stellten. Die Geistesblitze, die die Unternehmer der Neuzeit hervorbringen. Und es entsteht der Gedanke des sozialen Miteinanders, in dem der Staat, und damit alle, dafür zu sorgen haben, dass die Schwächeren nicht durchs Raster fallen und zumindest ihre Grundsicherung garantiert ist. Selbstredend ist dieser Idealzustand heute nicht ansatzweise überall auf der Welt erreicht. Doch tatsächlich ist der Wohlstand der Menschen weltweit im letzten Jahrhundert gestiegen. Bemessungsgrundlage ist hier die Anzahl derer, die in der Lage sind, ihr Überleben aus eigener Kraft zu sichern. Doch die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander.

Allzu schnell ist man versucht, das Streben nach dem "schnöden Mammon" zu verurteilen. Gegenströmungen, die es zu vielen Zeiten gab, wie beispielsweise die mittelalterlichen Bettelmönchsorden, sind die Sympathieträger der Erinnerung. Eine aktuelle Heldin in diesem Kontext ist McKenzie Scott. Die Exfrau des Amazon-Milliardärs Jeff Bezos verschenkt die Milliarden aus ihrer Scheidung sukzessive, so lange, bis der Safe leer ist. Aber steckt in dem Wunsch nach "mehr" nicht auch ein dauerhafter Antrieb, der die Welt entwickelt hat? Der drängende Wille, genauso viel oder sogar noch mehr als der Nächste zu haben, motiviert Menschen und spornt sie zu Höchstleistungen an. Wo dieser Motor fehlt, drohen Stillstand und Lethargie – wie die verschiedenen Ausprägungen des Kommunismus zeigten.

Mit Dirk Steffens moderiert unsere Reihe ein Mann, der nahezu jedes Land der Welt bereist und die unterschiedlichen Ausprägungen von Armut und Reichtum gesehen hat. Als passionierter Arten- und Umweltschützer steht er auch für die wichtige Erkenntnis, dass das das Streben aller nach Mehr längst an natürliche Schranken stößt. "Die Grenzen des Wachstums", so der Club of Rome vor nunmehr fast 50 Jahren, sind längst erreicht. Doch erst heute scheinen neue Parameter aufzutauchen, die den Wohlstand der Menschheit bemessen. "Wem gehört die Welt?" – so der Titel des "Terra X"- Dreiteilers. Die Historie hinter dieser Frage ist voller Entwicklungen, Irrungen und Erstaunlichkeiten. Sie zeigt das Streben nach Wohlstand als Ausdruck von Egoismus, als Auslöser von Kriegen und Unterdrückung. Aber auch als Motor von Innovationen und den ständigen Antrieb, den die Menschheit benötigte, um sich weiter zu entwickeln.

 

Dirk Steffens im Kubus: Making-of des "Terra X"-Dreiteiler

Von Ricarda Schlosshan, Redakteurin "Terra X" 

Für die Produktion der Reihe "Wem gehört die Welt? - Eine Geschichte des Reichtums" nutzt "Terra X" ein innovatives Filmset, das digitale und analoge Effekte vereint. Nicht nur Moderator Dirk Steffens, sondern auch die Welt wurde nach Berlin geholt. Dort moderiert er in einem Kubus, dessen Seiten sich dank neuester Projektionstechnik zur multidimensionalen Leinwand verwandeln. So lässt "Terra X" ihn buchstäblich "um die Welt reisen" – quer durch Zeit und Raum: Mal steht er mitten im antiken Forum Romanum, mal wird er aufs Parkett der Frankfurter Börse versetzt. Bekannt ist das Prinzip aus alten Hollywoodfilmen, in denen per Rückprojektion beispielsweise Autofahrten vor beliebiger Kulisse simuliert wurden. Doch digitale Bild- und Kameratechnik ermöglicht heute deutlich realistischere Darstellungen und den kreativen Einsatz verschiedener Bildinhalte. Passend zum Moderationsthema erscheinen historische Bilder, Karten oder Infografiken, die das Gesagte erläutern und bebildern.

Aber natürlich bestehen die drei Dokumentationen auch aus den klassischen Elementen einer "Terra X"-Sendung: Spielszenen versetzen den Zuschauer in das alte Rom von Kaiser Augustus, in die Adelsburgen Englands oder porträtieren den US-amerikanischen Industriellen und Multimillionär Leland Stanford. Mit dokumentarischen Dreharbeiten wird der Wirtschaftswissenschaftler Armin Falk bei ökonomischen Verhaltensexperimenten begleitet und der Zuschauer an die Amsterdamer Börse und die Renaissancepaläste Italiens geführt, wo das Bankwesen seinen Anfang nahm. Interviews mit Experten ordnen die komplexe Materie ein.

 

Sendedatum und Stab

3sat: Donnerstag, 20. Mai 2021, ab 20.15 Uhr, alle drei Folgen "Wem gehört die Welt? - Eine Geschichte des Reichtums" am Stück mit jeweils 15 Minuten Talk zwischen den einzelnen Teilen

ZDF: ab 23. Mai 2021, dreimal sonntags, jeweils 19.30 Uhr "Wem gehört die Welt? - Eine Geschichte des Reichtums" (aus der ZDF-Reihe "Terra X")

Buch: Martin Carazo Mendez, Birgit Tanner, Christian Twente

Regie: Christian Twente, Christian Zipfel, Leonard Claus, Sarah Vianey

Regieassistenz: Stefan Nickel, Zornista Tsvetanova

Moderation: Dirk Steffens

Kamera: Fabian Spuck, Torbjörn Karvang, Achim Seck, Jakob Rühl

Kameraassistenz: Sebastian Ehrig, Marvin Zimmermann, Peter Trinks, Maike Simon

Ton: Elias Lindermann, Atanas Peichev

Oberbeleuchter: Uli Klotz, Kiril Velichkov

Szenenbild: Peter Enterlein, Axel Nicolet

Requisite: Marc Wadewitz

Kostümbild: Ina Damyanova

Maske: Ina Charanza, Mariana Mihaylova

Schnitt: Fabian Reisch, Rafal Bujoczek, Jennifer Naß

CGI: Jörg Faber-Courtial, Philipp Clermont, Julian Balducci, Alexandra Hamann, Igor Shin Moromisato

Musik: Paul Rabiger

Line Producer Bulgarien: Gabriel Georgiev

Produktionsleitung Bulgarien: Valentin Kolev

Redaktionelle Mitarbeit ZDF: Claudia Friese

Archivrecherche: Solveig Hansen

Aufnahmeleitung: Christopher Albrodt

Produktionsleitung Gruppe 5: Sabine Eisner

Produktionsleitung ZDF: Claudia Comprix, Cora Szielasko-Schulz

Produzent: Alexander Hesse

Redaktion ZDF: Georg Graffe, Friederike Haedecke, Ricarda Schlosshan

Länge: jeweils 43'30''

 

ZDFmediathek und YouTube 

Alle drei Folgen sind ab Mittwoch, 19. Mai 2021, 10.00 Uhr, in der ZDF-Mediathek und der 3satMediathek verfügbar.

Das ZDF begleitet den Dreiteiler mit einer Online-Themenwoche sowohl in der ZDFMediathek als auch auf YouTube, Facebook und Instagram.

Die verschiedenen Kanäle von "Terra X" in den sozialen Medien und weitere ZDF-, 3sat- beziehungsweise funk-Angebote beleuchten vom 17. bis 23. Mai das Thema Geld, Besitz und soziale Ungleichheit aus ihren ganz eigenen Blickwinkeln – sei es aus naturwissenschaftlicher, historischer oder philosophischer Sicht.

 

Berühmte Zitate zu Reichtum und Geld

"Der Besitz sollte der Menschheit dienen, nicht andersherum." (Dalai Lama)

"Das Geld zieht nur den Eigennutz an und verführt stets unwiderstehlich zum Missbrauch." (Albert Einstein)

"Nicht alles was zählt, kann man zählen. Und nicht alles was man zählen kann, zählt!" (Albert Einstein)

"Wenn man genug Geld hat, stellt sich der gute Ruf ganz von selbst ein." (Erich Kästner)

"Das Geld gleicht dem Seewasser: Je mehr davon getrunken wird, desto durstiger wird man." (Arthur Schopenhauer)

"Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: die ungleichmäßige Verteilung der Güter. Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: die gleichmäßige Verteilung des Elends." (Winston Churchill)

"Bankraub ist eine Unternehmung für Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank." (Bertolt Brecht)

"Reich ist, wer weiß, dass er genug hat." (Laotse)

"Wer viele Schätze anhäuft, hat viel zu verlieren." (Laotse)

"Heutzutage kennt jeder den Preis der Dinge, aber nicht deren Wert." (Oscar Wilde)

"Ein Habsüchtiger lässt sich durch keinen Gewinn sättigen." (Seneca)

"Nicht wer zu wenig besitzt, sondern wer mehr begehrt, ist arm." (Lucius Annaeus Seneca)

"Ich würde gerne leben wie ein armer Mann mit einem Haufen Geld." (Pablo Picasso)

"Ein weiser Mensch hat das Geld im Kopf, aber nicht im Herzen." (Jonathan Swift)

"Reichtum besteht nicht darin, große Besitztümer zu haben, sondern nur wenige Bedürfnisse zu haben." (Epiktetus)

"Über Geld spricht man nicht, man hat es." (Jean Paul Getty)

"Zeit ist Geld." (Benjamin Franklin)

"Geld hat bisher nie einen Menschen glücklich gemacht, noch wird es dies tun. Je mehr ein Mensch hat, desto mehr will er. Anstatt ein Vakuum zu füllen, erzeugt es eins." (Benjamin Franklin)

"Geld stinkt nicht." (Titus Flavius Vespasianus)

"Die Frage, wie man reich wird, ist leicht zu beantworten. Kaufe einen Dollar, aber bezahle nicht mehr als 50 Cent dafür." (Warren Buffet)

"Keine Festung ist so stark, dass Geld sie nicht einnehmen kann." (Marcus Tullius Cicero)

 

Die Pressemappe zu "Terra X: Wem gehört die Welt? - Eine Geschichte des Reichtums" im ZDF-Presseportal finden Sie hier.

 

Kontakt 3sat:

Marion Leibrecht
E-Mail: leibrecht.mwhatever@zdf.de
Telefon: (06131) 70-16478

Kontakt ZDF:

Magda Huthmann
E-Mail: huthmann.mwhatever@zdf.de

Telefon: (06131) 70-12149

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