Der Eingang der Tokyu Mall in Tokio © DOCDAYS Productions/Grischa Schmitz

Im Reich der Spiegel. Auf der Suche nach der japanischen Seele

In ihrer Dokumentation spricht Bianca Charamsa mit Künstlern über die Eigenheiten des Landes

Vor 150 Jahren hat sich Japan im Zuge der Meiji-Restauration der Welt geöffnet – nach Jahrhunderten der kulturellen Isolation. Trotz aller hektischen Geschäftigkeit, modernster Technik und verrückter Trends aus der Mega-Metropole Tokio, hat sich das Land immer noch etwas ganz Eigenes bewahrt, eine faszinierende Kultur, die dort auch in Zeiten der Globalisierung überlebt zu haben scheint. Filmemachering Bianca Charamsa hat sich 2018 während der Zeit der Kirschblüte auf den Weg gemacht, um dort im Gespräch mit Künstlern den Eigenheiten Japans auf die Spur zu kommen. 3sat zeigt ihre Dokumentation "Im Reich der Spiegel. Auf der Suche nach der japanischen Seele", am Samstag, 27. April 2019, um 19.20 Uhr in Erstausstrahlung.

Dokumentation
Sa 27. Apr
19:20 Uhr

Einblicke in die japanische Seele gewährten die Schauspielerin Kaori Momoi, der Stararchitekt Tadao Andō, die in Cannes ausgezeichnete Regisseurin Noami Kawase sowie der Künstler Takahiro Iwasaki und der Schriftsteller Keiichirō Hirano. Dabei taucht immer wieder das Bild des Spiegels auf, das für den französischen Philosophen Roland Barthes im Westen für Narzissmus steht, im Osten hingegen für die Leere.

Obwohl gewaltige atomare Katastrophen das Japan der Moderne erschüttert und geprägt haben, die Bomben von Hiroshima und Nagasaki und der Super-GAU von Fukushima, sieht Künstler Takahiro Iwasaki die Erinnerung an den 6. und 9. August 1945 trotz all der gefalteten Kraniche, die Besucher an der Gedenkstätte hinterlassen, langsam verblassen. Auch Naturkatastrophen wie See- und Erdbeben erschüttern Japan immer wieder, vielleicht schließt deshalb auch die Wabi Sabi genannte japanische Ästhetik neben Schönheit immer auch Verfall mit ein. So wie man beim traditionellen Hanami, dem Kirschblütenfest, der Schönheit beim Vergehen zuschaut.

Fotos zur Dokumentation erhalten Sie hier.

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Jessica Zobel
zobel.jwhatever@3sat.de
Mainz, 21. Februar 2019