Regierungsproteste in Chile im Dezember 2019 © reuters/ Ivan Alvarado

makro: Lateinamerika

Das 3sat-Wirtschaftsmagazin zu den wirtschaftlichen und sozialen Krisen Südamerikas

Geschasste Präsidenten, soziale Unruhen, Polizeigewalt - in vielen Ländern Lateinamerikas wird darum gerungen, wie der Kontinent seine Wirtschaftskrise überwinden kann. Die Probleme sind gewaltig. Am Freitag, 7. Februar, 21.00 Uhr, nimmt das 3sat-Wirtschaftsmagazin "makro: Lateinamerika" die Wirtschaften Lateinamerikas unter die Lupe, beleuchtet die Krisenursachen und stellt zukunftsweisende Projekte vor. Die Sendung wird live moderiert von Eva Schmidt.

Wissen
Fr 07. Feb
21:00 Uhr
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Das vergangene Jahr war für viele Lateinamerikaner von Unruhen geprägt. Bei Protesten in der Hauptstadt Santiago de Chile sind 2019 mehr als ein Dutzend Menschen gestorben. Aus Widerstand gegen eine Erhöhung der Ticketpreise im Nahverkehr entwickelte sich ein genereller Protest gegen soziale Ungleichheit. Die Eruption in Chile steht in einer Reihe mit anderen Protestbewegungen in Lateinamerika. Sinkende Rohstoffpreise und schwache Wirtschaftsleistung, hohe Schulden und Hyperinflationen ließen große Bevölkerungsteile Lateinamerikas verarmen. Linke und rechte Regierungen sind gescheitert. Gebeutelt von Krisen gingen 2019 Mittelschicht und Jugend auf die Straße. Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst. Viele Menschen fühlen sich abgehängt und sehen keine Perspektive. In Argentienien beispielsweise leben mehr als 40 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrrenze, die Inflation liegt bei über 50 Prozent und an der Börse verloren die Aktienkurse bis zu Dreiviertel ihres Wertes. Noch um die Jahrtausendwende waren vielerorts sozialistische Regierungen am Ruder und verteilten die reichlich sprudelnden Einnahmen aus dem Rohstoffboom an sozial Schwache. Mit dem Ende des Rohstoff-Booms und leeren Staatskassen wendete sich das Blatt. Doch auch neoliberale Regierungen konnten den Niedergang nicht abwenden. Marktwirtschaftliche Konzepte scheinen ebenso diskreditiert wie sozialistische. Ausgleichende Wirtschaftsreformen wurden verschleppt. Doch genau die bräuchten Lateinamerikas Unternehmen, um planen und prosperieren zu können. Denn der Kontinent hat mit seinem Rohstoffreichtum und seiner jungen Bevölkerung viel zu bieten.

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Maja Tripkovic
tripkovic.mwhatever@3sat.de
Mainz, 10. Januar 2020
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